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Das Feindbild der Ultras

Das DFB-Sportgericht bestraft den BVB wegen der Hasstiraden gegen Hoffenheims Mäzen Hopp.

© Jan Huebner

Von Eric Dobias

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Kein Punktabzug, dafür ein dreijähriges Stadionverbot auf Bewährung: Nach dem wiederholten massiven Fehlverhalten der Anhänger von Borussia Dortmund hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes ein deutliches Zeichen gesetzt. Das dreiköpfige Gremium unter dem Vorsitz von Hans E. Lorenz verurteilte den BVB am Freitag aufgrund der Vorkommnisse im Erstliga-Duell bei der TSG 1899 Hoffenheim zu einem Ausschluss seiner Fans in den nächsten drei Gastspielen im Kraichgau, falls sie sich bis zum Ende der Bewährungsfrist am 30. Juni 2022 erneut etwas zu Schulden kommen lassen.

„Ob es zum Teilausschluss kommt, ist fraglich. Wir haben ihn nicht verhängt, weil es wirkungsvoller ist, eine solche Strafe anzudrohen. Die Dortmunder Fans können sich jetzt nur selbst ausschließen. Wenn sie sich bewähren, kommt es nicht dazu“, sagte Lorenz in seiner Urteilsbegründung. Zugleich empfahl der 67-Jährige für die Zukunft in ähnlichen Fällen einen Spielabbruch: „Das diszipliniert die Fans eher als unsere Urteile.“

Die Kammer bestrafte den Tabellenführer mit 50 000 Euro und anderen Auflagen. Sie ahndete die Vorfälle vom 22. September, als Dortmunder Fans TSG-Mäzen Dietmar Hopp beleidigten und ein zehn mal zehn Meter großes Banner ausrollten, das sein Konterfei hinter einem Fadenkreuz zeigte. Auf zwei Spruchbändern stand in Großbuchstaben: „Strafverfahren & Hausverbote wegen beleidigender Gesänge. Was soll die Scheiße, du Hurensohn!?“

Lorenz bezeichnete die Beschimpfungen gegen den 78-Jährigen als eine „wiederkehrende Erscheinung“ seit Hoffenheims Aufstieg in die Bundesliga 2008. Der TSG-Mäzen fühle sich davon „unheimlich gekränkt“, sagte dessen Anwalt Christoph Schickhardt. Dabei machte er nochmals Hopps Standpunkt klar: „Er erwartet, dass im Fußball Verhältnisse hergestellt werden, die den Einzelnen schützen – egal, welchen Namen der trägt.“ (dpa)