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Das Ferienhaus als Anlageobjekt

Diente das Häuschen am See  vor einigen Jahren nur als persönlicher Rückzugsort und potenzieller Altersruhesitz, so wird das Domizil in Minizins-Zeiten zum Investitionsliebling.

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Ein Haus am Hainer See bei Kahnsdorf nahe Leipzig (Symbolfoto).
Ein Haus am Hainer See bei Kahnsdorf nahe Leipzig (Symbolfoto). © dpa/Jan Woitas

Ob Wochenendglück oder zweites Zuhause, Geldanlage oder Renditeobjekt: Ferienhäuser liegen im Trend - und das nicht erst, seit die Deutschen ihren Urlaub am liebsten wieder im eigenen Land verbringen. Doch die Ferienhausbranche befindet sich im Wandel. Diente das Häuschen an der Nordsee oder das Apartment an der Algarve vor einigen Jahren hauptsächlich noch als persönlicher Rückzugsort und Altersruhesitz, so wird das Feriendomizil in Zeiten von Minizinsen zum Investitionsliebling. Das ergibt die "Marktstudie private Ferienimmobilien 2019" von FeWo-direkt und Engel & Völkers.

Die Vermietung der Immobilie direkt nach dem Erwerb hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Stellte vor fünf Jahren knapp die Hälfte der Befragten ihre Ferienunterkunft Reisenden gleich nach dem Kauf zur Verfügung, so wuchs diese Zahl im vergangenen Jahr auf über 80 Prozent im Inland und 90 Prozent im Ausland. "Immer länger bei stetig sinkender Eigennutzung vermieten Eigentümer ihr Ferienhaus oder ihre Ferienwohnung an Reisende - und das vor allem im Inland", erläutert Aye Helsig, Regional Director Central Europe FeWo-direkt. "2017 lag die durchschnittliche Auslastung von Ferienhäusern und -wohnungen in Deutschlands noch bei durchschnittlich 26 Wochen im Jahr. 2018 war es im Schnitt bereits eine Woche länger, was sicherlich auch auf den Supersommer des vergangenen Jahres zurückzuführen ist", so Helsig weiter. 

Lage, Infrastruktur, Ausstattung, Nachfrage

"In Zeiten der Niedrigzinspolitik gehören Ferienimmobilien zu den attraktivsten Anlageformen. Käufer können ihr eigenes Urlaubsdomizil in der Hauptsaison privat nutzen und in der Nebensaison durch die Vermietung zusätzliche Einnahmen generieren - oder umgekehrt", sagt Kai Enders, Vorstandsmitglied der Engel & Völkers AG, und führt weiter aus: "Für eine gewinnbringende Vermietung sind folgende Faktoren wichtig: eine sehr gute Lage und Infrastruktur, eine erstklassige Ausstattung sowie eine konstante Tourismusnachfrage in der Ferienregion."

Fast zwei Drittel der Ferienimmobilien innerhalb Deutschlands werden ganzjährig vermietet, nur knapp 40 Prozent der Besitzer hierzulande nutzen ihr Objekt zur eigenen Erholung mit durchschnittlich sieben Wochen im Jahr. Wer eine Urlaubsimmobilie im Ausland besitzt, verbringt hier tendenziell öfter seine freien Tage, nämlich im Schnitt zehn Wochen pro Jahr. Nur knapp über ein Drittel der Ferienhäuser im Ausland können das ganze Jahr über gemietet werden. 

Top-Auslastung an deutschen Standorten

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Auswertung der Top-Ferienimmobilienstandorte mit der höchsten Belegungsquote wieder. Die deutschen Küsten- und Gebirgsregionen liegen hier in Sachen Auslastung deutlich vor den bei deutschen Urlaubern so beliebten Mittelmeerreisezielen wie Mallorca oder die Costa Blanca. Im internationalen Vergleich waren Ferienunterkünfte im Schwarzwald mit einer durchschnittlichen Belegungsquote von 28 Wochen im Jahr Spitzenreiter, gefolgt von den deutschen Alpenregionen mit im Schnitt 27 Wochen sowie Nordsee und Nordhessen mit durchschnittlich 26 Wochen. Objekte deutscher Ferienhauseigentümer auf der beliebtesten Urlaubsinsel der Deutschen, Mallorca, waren hingegen im Schnitt 20 Wochen im Jahr durch Urlaubsgäste belegt.

Die steigende Nachfrage und hohe durchschnittliche Auslastung der Urlaubsobjekte rechnet sich für die Besitzer. Im Schnitt können Eigentümer im In- und Ausland durchschnittliche Mieteinnahmen in Höhe von 12.700 Euro pro Jahr verbuchen (Inland 11.900 Euro, Ausland 13.800 Euro), das ergibt eine Nettorendite von 3,7 Prozent (Inland 4,2 Prozent; Ausland drei Prozent). Knapp 80 Prozent der Vermieter erzielten 2018 sogar bis zu 15.000 Euro an Einkünften aus der Vermietung. (ots)