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Bautzen

Das Geheimnis des Bienenwolfs

Wie lockt man junge Leute in die Natur? Oberschüler aus Malschwitz waren Teil eines bundesweiten Projekts.

Was kommt denn da Anna-Lena Suschke und Leon Graf vor die Kameras? Am Tauerwiesenteich mitten im Biosphärenreservat gibt es eine Menge zu beobachten. Die beiden Schüler der Klasse 9a der Oberschule Malschwitz haben haben das live erlebt.
Was kommt denn da Anna-Lena Suschke und Leon Graf vor die Kameras? Am Tauerwiesenteich mitten im Biosphärenreservat gibt es eine Menge zu beobachten. Die beiden Schüler der Klasse 9a der Oberschule Malschwitz haben haben das live erlebt. © Steffen Unger

Malschwitz. Am dritten Tag des Projekts hatte sich schon ein richtiges Jagdfieber entwickelt. Finden jedenfalls Anna-Lena Suschke und Leon Graf. Die beiden gehen in die Klasse 9a der Oberschule Malschwitz. Die Klasse nahm jetzt an einem bundesweiten Projekt teil, bei dem mit jungen Leuten Filmbeiträge in verschiedenen Schutzgebieten erstellt wurden. Hier im Biosphärenreservat des Heide- und Teichlands.

Anna-Lena und Leo finden dieses Projekt spannend. „Es ist besser als Schule“, sagen sie. Zum einen, weil sie in der Natur vieles kennenlernen, was ihnen sonst noch nie begegnete. Und das, obwohl sie mitten in diesem Gebiet wohnen. Und zum anderen, weil der Blick durch die Kamera ganz andere Perspektiven ermöglicht. „Sonst haben wir ja höchstens das Handy zum Fotografieren“, sagt Leon. „Und außerdem kommen wir raus und werden sogar Teil eines Films“, sagt Anna-Lena. Erst am Ende des Projekttages sah man, was eigentlich alles funktioniert hat.

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Das bundesweite Umweltbildungs- und Kommunikationsprojekt „GreenCut“ wird von der Gesellschaft zur Förderung von Solidarität und Partnerschaft (Gespa) organisiert. Es läuft sechs Jahre und wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Durch „learning by doing“ werden die Schüler für die Belange der Natur sensibilisiert. Feldrecherchen, Exkursionen und Tierbeobachtungen helfen ihnen, sich während des Projektes Artenkenntnisse sowie Informationen zum Schutz der Natur anzueignen. Alles, was sie sehen, wird durch vier große und zwei kleine Kameras aufgezeichnet, durch weitere Technik ausgewertet und zusammengeschnitten. Für die Filme, die als Ergebnis entstehen, werden auch kleine Interviews vorbereitet. So hat Mia Miesner zum Beispiel den Chef der Biosphärenreservatsverwaltung, Torsten Roch, ausgefragt. „Ich habe mich auf die Fragen zwar vorbereitet, aber ein bisschen aufgeregt war ich doch“, sagt sie. Das Projekt fand sie nicht schlecht, allerdings gefiel ihr das Wetter nicht. An einem Tag zu heiß, am anderen Tag nieselte es. Allerdings hat sie auch gemerkt, dass sie nach einem halben Tag an der frischen Luft abends viel besser schlafen konnte.

Filme mit Musik unterlegt

Die 22 Schüler waren in verschiedene Gruppen eingeteilt. An den drei Tagen besuchten sie unterschiedliche Gebiete, die Guttauer Teiche, die Göbelner Heide und den Tauerwiesenteich. Auch die Biologie-Lehrerin der Klasse, Petra Hein, findet es sehr schön, was sie an den drei Tagen erlebt haben. „Das, was wir hier gesehen haben, kriege ich nie ins Klassenzimmer“, sagt sie. Und berichtet allein vom Bienenwolf. Das Insekt tötet die Biene nicht, sondern lähmt sie nur. Sein geschlüpfter Nachwuchs kann dann die Biene auffressen. „Es ist schon toll, was die Natur macht“, findet auch Petra Hein. Und Susanne Behrisch von der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz sagt, dass die Schüler durch die Technik ganz andere Möglichkeiten für den Zugang zur Natur haben. Diese Erfahrung bestätigt auch Herbert Dohlen von der Gespa. „Der Aha-Effekt, wenn Tiere oder Pflanzen herangezoomt werden, ist immer gegeben“, sagt er. Auch wenn an den wenigen Tagen des Projekts nur ein kleiner Einblick in die Vielfalt der Natur möglich wird.

Das Filmmaterial wird letztlich zusammengeschnitten und musikalisch unterlegt. Ein Film dauert zwischen zehn und 15 Minuten. Wenn er fertig ist, wird er auch noch einmal öffentlich präsentiert. Und auch die Mitarbeiter der Gespa aus Göttingen haben viel erfahren aus einem Gebiet, in dem sie bisher noch nicht waren. „Vielleicht komme ich ja im Urlaub noch einmal hierher“, sagt Dohlen, der eigentlich Förster und Filmer ist.