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Das Geld ist alle

Nicht mehr lang, dann ist die letzte Finanzspritze für den Hauptstadtflughafen BER aufgebraucht. Sein Chef Mehdorn muss nun sagen, wie viel er noch braucht. Für die Steuerzahler könnte es wieder teurer werden.

© dpa

Berlin. Auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld will sich der Aufsichtsrat an diesem Freitag Klarheit über die Kosten des Milliardenprojektes verschaffen. Zuletzt war von einem Aufschlag von 1,1 Milliarden Euro auf die bislang veranschlagten 4,3 Milliarden die Rede.

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat sich dazu noch nicht öffentlich geäußert - mehrere Aufsichtsräte haben jedoch in den vergangenen Wochen öffentlich von ihm gefordert, dass er endlich Zahlen vorlegt. Vorab hieß es, die Kontrolleure würden sich für ihre Sitzung viel Zeit nehmen.

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Brandenburg will bei dem Treffen ein längeres Nachtflugverbot durchsetzen. Die Aufsichtsräte wollen zudem wissen, warum der Umbau der Brandschutzanlage nur schleppend in Gang kommt. Die Kontrolleure befragen dazu Ingenieure von Siemens, die bei dem Vorhaben die Schlüsselrolle übernommen haben.

Nach Informationen des „Handelsblatts“ sprach Mehdorn am Donnerstag davon, dass er weitere 1,1 Milliarden Euro benötige - wie er schon im Finanzausschuss des Aufsichtsrats sagte. Von der letzten Finanzspritze von 1,2 Milliarden Euro sind demnach 325 Millionen Euro ausgezahlt. Die restlichen 875 Millionen solle der Aufsichtsrat nun freigeben. Mehdorn hatte angekündigt, dass ihm am Jahresende das Geld ausgeht.

Thema dürfte überdies der Jahresabschluss der Flughafengesellschaft sein, die auch die alten Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld betreibt. Die geplatzte Eröffnung des Vorzeigeprojekts hatte das Unternehmen 2012 trotz steigender Passagierzahlen in die roten Zahlen gedrückt.

Mehdorn will vom Aufsichtsrat schließlich den Auftrag, den alten Flughafen Schönefeld vorübergehend weiter zu nutzen, wenn der Neubau eröffnet ist. Denn dieser könnte mit seiner Kapazität von 27 Millionen Passagieren schon bald nach dem Start zu klein sein. (dpa)