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Geld und Recht

Das Geschäft mit dem Ranking 

Gute Positionen in Google 

© PhotoMix-Company via pixabay

Im Gespräch mit Ralf Seybold

Seit über 20 Jahren ist Ralf Seybold im Online-Geschäft auf die Optimierung der Sichtbarkeit der Webseiten seiner Kunden spezialisiert. Aus der Region Stuttgart heraus betreut das Agenturteam Kunden aus vielzähligen Branchen - auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. 1998 gründete er die Agentur Seybold. Mit dem Sichtbarkeitsmanagement geht SEYBOLD einen anderen Ansatz als den herkömmlichen. Uns interessiert, was sich über zwei Dekaden für Unternehmen verändert hat und wie man heute seine Leistungen für die Kunden sichtbar macht.

Warum eigentlich Sichtbarkeitsmanagement?

Ralf Seybold: „Die Zeiten von herkömmlicher Suchmaschinenoptimierung sind schon seit vielen Jahren vorbei. Wo es früher nur darum ging, die Seiten möglichst schnell und weit in den Suchmaschinen zu halten, hat man erkannt, dass ein Ranking in Google nicht alles ist. Es geht darum, über die entscheidenden digitalen Kanäle für die Kunden sichtbar zu sein. Es geht um Präsenz und darum, seine Sichtbarkeit zu optimieren.“

Wie unterscheidet sich das von dem herkömmlichen Ansatz, möglichst eine gute Position in Google zu erreichen?

Ralf Seybold: „Ein Top-Ranking in Google ist ein Teilaspekt unserer Arbeit. Vielmehr geht es aber darum, die Kunden zu erreichen. Was nützt es einem Unternehmen, für ein bestimmtes Wort gut gefunden zu werden, wenn er darüber keine Gewinne erzielen kann? Wichtiger ist es, sich bei den Kunden zu platzieren. Darin unterscheidet sich unsere Arbeit. Es gibt Suchworte, die funktionieren nur für Bilder in Google oder für direkte Antworten. Und es gibt noch viele weitere Kanäle jenseits von Google, die ebenfalls wichtig für die Kundenakquise sind.

Darüber hinaus ist ein zentraler wichtiger Aspekt auch die Verlinkung. Welche Verlinkungen bestehen zum Unternehmen? Sind diese potenziell gefährlich? Gibt es vielleicht sogar Angriffe auf das Unternehmen, sogenannte Negative SEO Attacken.“

Wie äußert sich eine Negative SEO Attacke und was kann man dagegen machen?

Ralf Seybold: „In Zeiten, in denen es schwierig ist, schnell ein gutes Ranking in Google zu erreichen, gehen manche Unternehmen einen anderen Weg. Die Mitbewerber werden diskreditiert und mit schlechten Verlinkungen wie z.B. von Malware-Seiten, Seiten mit erotischen Inhalten oder anderen Spam-Inhalten belegt. Das kann sehr subtil aufgesetzt sein und trotzdem einen gehörigen Schaden anrichten. Es geht um das Geschäft mit dem Ranking.

Durch aktives Link Risk Management helfen wir unseren Kunden frühzeitig, solche Gefahren zu erkennen. Unser Link Audit kann zudem eine solche Attacke in relativ kurzer Zeit abwenden und die Unternehmensseite stärken.“

Sie haben darüber auch ein Buch geschrieben, das online verfügbar ist.

Ralf Seybold: „Seit vielen Jahren helfen wir Unternehmen dabei, die Sichtbarkeit zu erlangen oder zu verteidigen. Das Buch ist quasi nebenbei entstanden und dient als Anleitung, wie man Negative SEO Attacken erkennen und auch beseitigen kann. Das gehört heute zu einem wichtigen Teil der Arbeit unserer Agentur.“

Das heißt, Ihre Arbeit hat sich in letzten 20 Jahren gewandelt. Gibt es noch Online Marketing Ansätze, die man heute noch anwenden kann?

Ralf Seybold: „Früher ging es darum, viele Suchworte auf einer Seite zu versammeln und eine möglichst hohe Zahl an Verlinkungen von anderen Seiten zu erhalten. Heute hingegen schaffen es gerade mal 5% aller neuen Webseiten innerhalb des ersten Jahres in die Top 10 von Google. Das heißt, dass ein Angebot heute die Fragen der Kunden möglichst umfangreich beantworten muss. Die Inhalte müssen also umfangreich sein und genau die Fragestellungen des Kunden treffen. Das ist übrigens auch wichtig, um bei Voice Search gute Ergebnisse zu liefern.“

Gute Inhalte sind es also, die man auch heute noch braucht?

Ralf Seybold: „Richtig. Die Inhalte müssen eine Relevanz zur Suchanfrage besitzen. Relevante Inhalte sind gefragt. Das hat sich nicht geändert. Die Backlinks müssen relevant und wertvoll sein. Insgesamt aber kann man sagen, wenn man seine Zielgruppe kennt und Inhalte und Leistungen für diese erstellt, dann ist man auf einem guten Weg. Das hat sich nicht geändert. Der Kunde will gute Leistung und er will im Vorfeld informiert sein.“

Was würden Sie einem Unternehmen als wichtigstes Hilfsmittel raten, wenn er seine Strategie plant?

Ralf Seybold: „Neben der Google Search Console und einem Analytics-Tool gibt es ein wichtiges Instrument, das jeder Unternehmer besitzen sollte: Ein Gehirn zum Nachdenken. Hört auf, für die Maschine zu optimieren und beginnt wieder für den Kunden Inhalte zu produzieren, die für ihn wichtig sind. Die Marketingarbeit sollte sich um den Unternehmenszweck drehen, nicht darum, wie man sich ideal für Google darstellt. Nutzerfreundlichkeit ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und wird es in den nächsten Jahren noch mehr sein.“

© Pixabay.com

Dieses Interview entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Holger Zeim.