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Das Geschenk muss wieder weg

Ein automatisches Recht zum Umtausch gibt es nicht. Aber Tipps dafür sind nicht nur nach Weihnachten gefragt, denn online gelten andere Regeln als im stationären Handel.

© Foto: adobestock/pathdoc

Umtausch wegen Nichtgefallen oder Mängeln? Fristen bei verschenkten Gutscheinen? Das im Internet gekaufte Geschenk soll wieder zum Händler zurück? Zu Rechten und Pflichten beim Umtausch von Weihnachtspräsenten haben die Verbraucherzentralen zahlreiche Tipps parat.Trifft das Geschenk nicht den Geschmack oder es lag gar doppelt unterm Baum, haben Käufer keineswegs automatisch ein Recht, es umzutauschen. Vielmehr sind sie auf die Kulanz des Händlers angewiesen, außer sie haben sich schon beim Einkauf schriftlich zusichern lassen, dass das Geschenk umgetauscht werden kann. Wenn die gekaufte Ware nicht in Ordnung ist, hat der Käufer klare Rechte, denn bei Neukäufen besteht zwei Jahre lang die Möglichkeit, Ansprüche beim Händler geltend zu machen. Egal ob nun der Reißverschluss der neuen Winterjacke klemmt oder die neue Heimkinoanlage keinen Ton von sich gibt. Trotz corona-bedingten Ladenschließungen besteht das Recht auf mangelfreie Ware.

Erst Reparatur oder Ersatzlieferung

Bevor der Kunde jedoch den Kaufpreis der fehlerhaften Ware zurückerhält oder mindern kann, muss er dem Händler die Möglichkeit geben, zu reparieren oder mangelfreien Ersatz zu liefern. Sollte es zum Streit kommen: Innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Kauf muss der Händler beweisen, dass die Ware einwandfrei war, als sie über die Ladentheke ging oder der Käufer sie durch unsachgemäße Benutzung beschädigt hat. Wurde das Geschenk im Internet gekauft, ist die Rückgabe einfacher. Denn fast jeder im Internet geschlossene Vertrag kann innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden. Zurückschicken geht auch, wenn der Artikel nicht gefällt. Wer dieses Weihnachten mit einem Gutschein beschenkt wurde, muss darauf achten, wann die Frist zur Einlösung endet. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, gilt in der Regel eine Frist von drei Jahren. Der Gutschein kann auch schrittweise eingelöst werden, allerdings nur, wenn dies für den Händler zumutbar ist und keinen Verlust bedeutet. In der Regel ist ein Gutschein übertragbar. Wenn ein Name auf dem Gutschein geschrieben wird, soll das eine persönliche Note verleihen. Das bedeutet aber nicht, dass nur der Beschenkte den Gutschein einlösen darf. Ausnahmen gelten dann, wenn die Leistung aus dem Gutschein auf eine ganz bestimmte Person zugeschnitten ist oder wenn die versprochene Leistung bestimmte Voraussetzungen erfordert, die nicht jeder erfüllt. Als Beispiel nennt die Verbraucherzentrale die gesundheitlichen Anforderungen bei einer Ballonfahrt. Bei Insolvenz des Anbieters kann der Gutschein natürlich nicht mehr eingelöst werden. Wer einen somit verfallenen Gutschein besitzt, hat allerdings eine Forderung gegen den Anbieter, die er beim Insolvenzverwalter anmelden kann. Wenn der Anbieter sein Geschäft lediglich aufgegeben oder geschlossen hat, behalten die Gutscheine dagegen nach Ansicht der Verbraucherzentrale ihren Wert. Wenn eine Einlösung beim Unternehmen nicht mehr möglich ist, muss der Anbieter also den Gutscheinwert erstatten.

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Präsente, die anderen Menschen noch helfen können

Ein neues Geschenk löst einen alten Gegenstand ab? Auf dem Dachboden soll wieder Platz geschaffen werden? Etliche Abgabestellen können Gegenstände und Kleidung weiter verwerten.

Kleidung oder Technik sind jedes Jahr oft unter dem Weihnachtsbaum als Geschenke für die Liebsten zu finden. Doch wohin, wenn die Präsente nicht gefallen? Die Lösung muss nicht immer ein Umtausch oder die Rückgabe sein. Und auch wenn die neuen Geschenke gut ausgesucht wurden, ersetzen sie oft ältere, bereits vorhandene Gegenstände, die noch funktionieren. Auch die können bestenfalls gespendet und somit weiter genutzt werden. In Dresden und Umgebung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, unnötigen Abfall zu vermeiden und somit der Umwelt und anderen Menschen etwas Gutes zu tun. Denn dort können gebrauchte Gegenstände und Kleidung abgegeben und oft einer weiteren Verwendung zugeführt werden.

Am umfangreichsten ist wohl das Angebot für gebrauchte Kleidung. Kleiderkammern betreiben in Dresden unter anderem die Heilsarmee und die Treberhilfe. Kaleb Dresden e.V. und der Umsonstladen in der Dresdner Neustadt nehmen ebenso Kleidung an. Auch die Tafeln haben Kleidung mit im Angebot, zum Beispiel in Freital, Bischofswerda oder Pirna. Natürlich betreiben auch die großen Hilfsorganisationen wie DRK und Johanniter Kleiderkammern. In Freital werden beim DRK auch Möbel angenommen, genau wie in Dresden beim Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerk. Über Fahrräder freut man sich in der Fahrradwerkstatt der Lebenshilfe in der Löbtauer Straße. Ebenso über Unterhaltungselektronik, allerdings in der Werkstatt in der Schleswiger Straße. Dort kann funktionsfähige Unterhaltungselektronik abgegeben werden. Die Geräte sollten aber nicht älter als 10 Jahre sein. Am Martin-Luther-Platz in der Dresdner Neustadt steht der Tauschschrank. Dort können gut erhaltene, nicht mehr benötigte Kleidung, Bücher oder Spielsachen zum Mitnehmen angeboten werden. Aktuelle Öffnungszeiten mit der Möglichkeit, trotz Corona Spenden abzugeben, finden sich auf den Internetseiten der jeweiligen Organisationen und Vereine. Auch auf www.dresden.de sind Anregungen zu finden (Rubrik Entsorgung/Gebrauchtwaren). Dort können im Gebrauchtmarkt auch Gegenstände verschenkt werden.

Neues aus Altem

Aus alten Gegenständen Neues machen. Mit dem Trend Upcycling geht das auch in Dresden.

Upcycling und Repaircafes liegen im Trend. Rohstoffe sparen und aus Altem kreativ etwas Neues schaffen? Kein Problem: Neben Videoplattformen und Webinaren gibt es auch etliche „analoge“ Angebote in Dresden und Sachsen, die sich über interessierte Besucher freuen. Beim Upcycling (Englisch: up=nach oben und recycling=Wiederverwertung) werden Abfallprodukte oder scheinbar nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Die Wiederverwendung oder Nachnutzung von bereits vorhandenem Material reduziert die Verwendung von Rohstoffen und nutzt somit der Umwelt. Der Begriff wurde erstmals 1994 vom Ingenieur Reiner Pilz geprägt. Er erwähnte ihn in der britischen Zeitschrift „Salvo“ in einem Artikel zum Thema Baustoffrecycling. Durch den Schwund natürlicher Ressourcen und durch gesellschaftlichen Wandel gewinnt Upcycling an Bedeutung, darüber hinaus sind Kosteneinsparungen und neue Vermarktungsmöglichkeiten weitere Vorteile für Unternehmen.

Für den privaten Upcycler spielen sicherlich auch Kreativität, Umweltbewusstsein und auch ein entsprechender Tüftlergeist eine Rolle. Kreativ zweckentfremdet - Dinge werden anders verwendet als ursprünglich gedacht. In ärmeren Gesellschaften oder Krisenzeiten wird Upcycling schon immer angewendet: Ein Beispiel, das wohl jeder kennt, sind die Flip-Flop- Sohlen aus alten Autoreifen in Afrika. Andere Ideen sind Sonnenbrillen aus alten Büchern und kaputten Jeans oder Tassen aus Kaffeesatz. Aus alten Obstkisten und Paletten entstehen Regale und Möbel, aus Nylonstrumpfhosen werden Haargummis, Tetrapaks werden zu Windlichtern und leere Schraubgläser zu Blumenvasen. Alte Stoffreste können so natürlich auch wieder zu schicker Kleidung werden, in Dresden und Umgebung geht das unter anderem in Nähkursen im Kreativraum Dresden, im Malu Nähcafé oder in der Volkshochschule. Auch in verschiedenen Stoffgeschäften oder Familienzentren werden Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten, damit die selbst gemachte Kleidung schick wird.Ein ganz besonderes Angebot in Dresden macht der Konglomerat e.V. im Jagdweg1-3 mit seiner „Zündstoffe - Materialvermittlung Dresden“. Der Verein stellt kostenfrei Restmaterialien für Up- und Recyclingprojekte zur Verfügung. Die Materialien können von Kunstschaffenden, Privatpersonen sowie öffentlichen Einrichtungen, Schulen und Kindergärten genutzt werden.

Bei Reparaturen können oft die Experten des Repaircafé Dresden und Freital helfen. Denn die haben Werkzeug und Fachkenntnisse und helfen kostenlos aus. Wer hingegen schon weiß, wie er arbeiten will und nur die Räume fehlen? Kein Problem Werkstattausrüstung. Eine Übersicht über nutzbare Werkstätten inklusive der dortigen Ausrüstung und Schwerpunkte gibt es auf www.offene-werkstaetten.org/werkstatt-suche

Originalverpackung beim Umtausch?

Muss ich online bestellte Ware in der Originalverpackung zurückschicken? Die Freude über die Weihnachtspräsente war groß. Schnell wurde die Verpackung aufgerissen, um schnell und direkt ans Geschenk zu kommen. Die Verpackung vom online bestellten Smartphone, Spielzeug oder Shirt ist aufgerissen und wird dann direkt entsorgt.

Problematisch ist das rechtlich nicht, aber zur Sicherheit sollte die Verpackung dennoch aufbewahrt werden. Auch wenn der Händler die Rücknahme ohne Originalverpackung nicht verweigern darf, ist es ratsam, diese auch bei Online-Käufen aufzubewahren. Mit dem Recht zum Widerruf soll Verbrauchern grundsätzlich die Möglichkeit geboten werden, das Gekaufte zu prüfen und sich bei Nichtgefallen vom Vertrag zu lösen. Das hängt vom fristgerechten Widerruf innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware ab und darf an keine weiteren als die gesetzlichen Bedingungen geknüpft oder eingeschränkt werden. Anderslautende Bedingungen eines Herstellers wie das Beharren auf die Originalverpackung schränken die gesetzlichen Rechte der Kunden beim Widerruf eines Onlinekaufs ein und sind damit unwirksam. So erklären es die Verbraucherzentralen. In der Praxis sind solche Einschränkungen aber häufiger zu beobachten.

Bei manchen Waren kann durch das Entfernen der Originalverpackung das Widerrufsrecht aber auch erlöschen. Zum Beispiel bei versiegelten Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind, bei versiegelten CDs, DVDs oder Ähnlichem. Die Verpackung muss dann aber auch als Siegel erkennbar sein, eine einfache Klarsichtfolie genügt laut Einschätzung der Verbraucherschützer dabei nicht. Trotz dieser eindeutigen gesetzlichen Vorgaben ist es aber auch wegwerffreudigen Verbrauchern zu raten, Verpackungen eine Weile aufzubewahren. Denn viele Händler bieten freiwillig mehr als das 14-tägige Widerrufsrecht und gewähren so ein Rückgaberecht, das oft weit über den gesetzlichen Standard hinausreicht. Und dann kann es eine legitime Bedingung sein, die Ware original verpackt zurückzufordern.

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