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Das große Aufräumen nach dem Brand

Vergangene Woche hatte ein Feuer vier Lauben und die Kegelbahn in der Gartensparte „An der Linde“ zerstört. Ob die Versicherung zahlt, ist unklar.

© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Leisnig. Der Brandgeruch liegt noch über der Gartenanlage „An der Linde“. Karin Swigon vom Vorstand schaut auf die Uhr. Es ist kurz vor 11 Uhr. „Fast genau vor einer Woche hat es hier gebrannt“, so die Leisnigerin. Vier Lauben und eine Kegelbahn wurden vernichtet. Ob die Versicherung den Schaden zahlt, steht noch nicht fest. „Sie will erst die Ursache des Brandes wissen. Die steht unseres Wissens noch nicht fest“, sagte Swigon. Der DA fragte am Dienstag bei der Polizeidirektion Chemnitz nach. Eine Antwort gab es nicht.

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Die Gärtner haben schon vor ein paar Tagen mit den Aufräumarbeiten begonnen. Die Laube von Familie Hunger steht nicht mehr. Familie Swigon hat gerade die letzten verkohlten Teile des Schuppens beseitigt. Franz Swigon fährt sie mit der Schubkarre zum Container. Die Reste zählen als kontaminiert. Sie müssen deshalb gesondert entsorgt und getrennt werden. Unterstützung bekommt Familie Swigon bei den Aufräumarbeiten von Tochter Kathrin und Christine Biknäse, einer Gartennachbarin. Auch wenn es schon recht ordentlich im Garten aussieht, so gibt es noch viel zu tun. Denn auch die Laube muss abgerissen werden. Traurig sieht es auch für den etwa 20 Jahre alten Gingko aus.

Ein großer Teil der Blätter hat die Hitze nicht verkraftet. Sie sehen ganz grau aus. „Es müsste mal regnen, damit sich die Pflanzen erholen können. Doch danach sieht es gerade nicht aus“, sagte Karin Swigon. Im vorderen Teil des Gartens liegt, so als ob nichts geschehen wäre, der Teich und es blühen die Sommerblumen. Doch beim Blick in den hinteren Teil des Gartens sind die Reste der ebenfalls mit abgebrannten Kegelbahn zu sehen. „Die soll von einer Fachfirma entsorgt werden. Das wird aber erst Ende August“, sagte Dieter Hunger. Auch die jungen Leute, die erst im Frühjahr dieses Jahres einen Garten übernommen hatten, haben noch viel Arbeit vor sich. „Sie hatten sich alles so schön gemacht, viel Zeit und Geld investiert, sogar ein kleines Pool war aufgebaut“, erzählt Karin Swigon.

Die jungen Leute hätten vergangene Woche geheiratet und wollten ein paar schöne Tage mit ihren sechs Kindern im Garten verbringen. Und nun stehen sie vor einem Haufen Schutt. „Sie haben uns gesagt, dass sie den Garten weiter behalten wollen. Doch zurzeit suchen sie wahrscheinlich etwas Abstand“, sagte Karin Swigon. Ihre Familie hat den Garten seit 35 Jahren. „Wir haben nie geglaubt, dass wir so etwas erleben müssen. Jetzt schauen wir nach vorn“, so der Vorstand. So sieht es auch Dieter Hunger, der ebenfalls im Vorstand mitarbeitet und den Garten schon seit 40 Jahren hat. „Hier sind meine Kinder und Enkel groß geworden. Deshalb muss es einen Neuanfang geben“, so Hunger.

Beide Vorstände bedanken sich bei den Kameraden der Feuerwehren für ihren Einsatz. „Sie haben alles gegeben, um den Schaden gering zu halten, und dabei die Arbeit der Gärtner so wenig wie möglich zerstört.“

Die Kameraden kämpften nicht nur gegen das Feuer, sondern auch die Sommerhitze. Vor allem den Atemschutzträgern lief das Wasser unter ihren Masken und der Schutzkleidung.

Die Strapazen waren den Männern und Frauen deutlich anzusehen. Insgesamt sieben Wehren waren mit zwölf Fahrzeugen und etwa 60 Kameraden vor Ort.