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Das große Aufräumen nach dem Orkan

Die Stadt Leisnig lässt Schäden reparieren. Von Hausbesitzern verlangt sie Sicherungen. Einige reagieren – aber längst nicht alle.

© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Leisnig. Seit reichlich einer Woche dreht sich bei der Kommune fast alles um die Schäden, die Orkan „Friederike“ in Leisnig und den Ortsteilen angerichtet hat. Wie die Verwaltung noch an dem Tag und in den Stunden danach reagiert und agiert hat, das legte Bauamteleiter Thomas Schröder am Donnerstagabend den Mitgliedern des Technischen Ausschusses offen.

Schließlich hat das Unwetter auch Schäden an der Sportstätte hinterlassen, die Randbleche und Eternitplatten abgerissen.
Schließlich hat das Unwetter auch Schäden an der Sportstätte hinterlassen, die Randbleche und Eternitplatten abgerissen. © Dietmar Thomas

Nach seinen Worten läuft die Erfassung der Schäden an kommunalen Gebäuden und Einrichtungen weiter. Dutzende sind schon aufgelistet, die ersten wie am Rathaus selbst konnten nach Absprache mit der Versicherung beseitigt werden. Bis 2 000 Euro könne die Kommune Aufträge vergeben, für alles andere hole sie sich Angebote ein und lasse die Aufträge dann nach und nach abarbeiten. Die Schadensliste ist lang, Dutzende Schäden an Spielplätzen, Friedhöfen, Feuerwehrgeräte- und anderen Häusern stehen darauf.

Lang ist aber auch die Schadensliste, die die Kommune für Privatobjekte verfasst hat. „Insgesamt 40 Eigentümer haben wir noch am Freitag vergangener Woche per Einschreiben über den Sachstand informiert und aufgefordert, ihre Immobilien zu sichern“, so Schröder. Bis diese Woche Donnerstag sollten sie sich melden, was sie veranlasst haben. „Es haben einige, aber längst nicht alle reagiert“, so der Amtsleiter. Als positives Beispiel nannte er die Eigentümerin des Hauses Chemnitzer Straße 42. Dort hat ein einstürzender Schornstein größere Teile des Daches über die Johannistalkreuzung gefegt (DA berichtete). „Nächste Woche soll der Dachstuhl repariert werden“, nannte Schröder als Ergebnis der Gespräche. Danach könne die Straße wieder freigegeben werden. Im Moment sind Gehweg und Fahrbahn vor dem Haus noch abgesperrt. Auch an anderer Stelle wie der Turnerstraße ist das noch nötig.

„Sollten sich die Eigentümer nicht rühren, schicken wir ihnen eine zweite Aufforderung. Passiert dann immer noch nichts, räumen wir selbst die Dachziegel aus Schneefängen und Dachrinnen und stellen den Besitzern diese Sicherungen als sogenannte Ersatzvornahme in Rechnung“, kündigte Thomas Schröder an. Er will den Besitzern noch eine Frist bis Ende nächster Woche geben. „Ist dann immer noch nichts passiert, handeln wir.“

Probleme gab und gibt es noch mit der Stromversorgung beziehungsweise Straßenbeleuchtung. In einigen Straßenzügen und Ortsteilen war die Stromversorgung nach dem Orkan tagelang unterbrochen. „Wir hatten im Rathaus viele Anrufe. Über das Abarbeiten der Schäden hatten jedoch nicht wir zu entscheiden, sondern allein der Stromversorger“, erklärte Schröder. Wo die Straßenbeleuchtung ausgefallen ist, hat die Kommune überwiegend selbst Hand angelegt. In Röda beispielsweise wird sich Stadtelektriker Bernd Starke in der nächsten Woche darum kümmern, dass den Anwohnern abends wieder „heimgeleuchtet“ wird. Doch in Klosterbuch wird das an der Straße zur alten Schäferei nicht funktionieren. „Dort hat es 300 Meter Freileitung heruntergerissen. Da muss eine Firma ran“, so der Amtsleiter. Für die Reparatur der Straßenbeleuchtung hat die Kommune selbst aufzukommen. Schäden an Immobilien und Anlagen übernimmt nach Schröders Worten die Versicherung.

Hartenbergwege noch gesperrt

Genauso ist es auch in Roßwein. Allerdings muss die Kommune die Versicherung wenig strapazieren, wie Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) dem Döbelner Anzeiger am Freitag sagte. „Wir sind sozusagen mit einem blauen Auge davongekommen.“ An einigen städtischen Gebäuden habe sich der eine oder andere Dachziegel gelöst. „Ansonsten haben wir aber keine größeren Schäden nach dem Sturm zu verzeichnen.“

In beiden kommunalen Waldstücken – dem Stadtwald in Leisnig und dem Hartenberg in Roßwein – sind in größerem Umfang Bäume umgestürzt beziehungsweise abgeknickt. Die Leisniger bitten Unternehmen um Angebote, damit wahrscheinlich ab Anfang Februar das Bruchholz aus dem Wald geschafft werden kann.

Roßwein setzt zuerst auf eine fachliche Einschätzung und Begutachtung durch Revierförster Dirk Tenzler – besonders dort, wo sich ansonsten die Kinder der Waldgruppe tummeln. „Dann werden wir sehen, ob wir die Bäume selbst beräumen können oder dafür eine Firma benötigen. Die meisten werden jetzt straff zu tun haben“, so Veit Lindner. Der Hauptweg, der zur Hartenbergbaude führt, ist frei. Die Waldkinder bleiben derzeit im Haupthaus.