Merken

Das große Räumen

Die Eckert Schule zieht aus der ehemaligen Poliklinik aus. Dort sollen bald Asylbewerber leben.

Teilen
Folgen
© Dietmar Thomas

Von Jens Hoyer

Döbeln. Gestern hat das große Räumen bei der Eckert Schule begonnen. Vor der ehemaligen Poliklinik an der Mastener Straße fuhr der Umzugs-Laster vor. Die Schule zieht aus und Asylbewerber ziehen bald ein – das Haus wird gerade als Notunterkunft eingerichtet (wir berichteten). Das eine hat aber mit dem anderen nichts zu tun. Der Mietvertrag für die Räume in zwei Etagen des Hauses war von vornherein befristet und der Verbleib am alten Standort sei auch grundsätzlich keine Option gewesen, sagte Leiterin Kerstin Seifert. Der Platz habe für die immer größer werdende Schülerzahl nicht mehr ausgereicht.

Die Eckert Schule bieten Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Erwachsene an und auch Sprachkurse für Migranten an. Rund 150 Erwachsene werden in der Schule unterrichtet. Im Oktober vergangenen Jahres war die Eckert Schule zur Mastener Straße umgezogen, weil die damaligen Räume am Obermarkt zu klein wurden. Jetzt war es wieder so weit.

Die Eckert Schule ist in das Haus von VMKB an der Rößchengrundstraße eingezogen, wo sie sich den Platz mit dem Bildungsträger SBH teilt. Am Montag waren in den künftigen Schulräumen noch die Fußbodenleger und Maler zugange. Bis zum 23. Dezember soll alles so weit eingerichtet sein, dass im neuen Jahr der Unterricht wieder beginnen kann. Zumindest die Klassenräume und Toiletten für die Schüler sind in Funktion. Die Büros seien noch nicht so wichtig, so die Leiterin. Der Schule stehen neun Räume für den Unterricht plus Aufenthaltsräume zur Verfügung.

Eine Übungsfirma

Anfang nächsten Jahres will die Eckert Schule noch ein paar Räume zusätzlich beziehen. Die sind auch nötig, denn nach dem Konzept werden die großen Klassen im Laufe der Ausbildungskurse in kleineren „Vertiefungsmodulen“ unterrichtet. Die kleinen Gruppen brauchen eigene Räume. Für die Ausbildung Büromanagement hat die Schule eine „Übungsfirma“. In der werden die Büroabläufe wie im richtigen Berufsleben simuliert. Und für die Ausbildung „Pflegeassistenz im Alltag“ will die Schule ein Pflegekabinett einrichten, wo die nötigen Handgriffe am Krankenbett geübt werden können. „Alltagsbetreuung ist mit der Änderung des Pflegegesetzes im Kommen. Diese Ausbildung ist stark nachgefragt“, so die Leiterin. Schon innerhalb von sechs Wochen könnten die Lehrgangsteilnehmer in den Arbeitsmarkt integriert werden, sagte die Maßnahmeleiterin Elke Baumgart. Die Eckert Schule vergibt ein eigenes Zertifikat über die Weiterbildung.

Führerschein finanziert

Die Schule will sich auch um Jugendliche kümmern, die keinen Berufsabschluss haben. Sie „trainieren“ Langzeitarbeitslose für den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben. Manche Teilnehmer brauchten nur etwas Unterstützung, so die Leiterin. Oder einen Führerschein. Die Fahrerlaubnis können sich die Teilnehmer von beruflichen Weiterbildungen „verdienen. „Der Führerschein wird von der Eckert Schule finanziert“, so Kerstin Seifert. „Gerade in Döbeln haben wir gemerkt, dass die Anbindung der Gewerbegebiete durch den örtlichen Nahverkehr schlecht ist. Wenn die Leute im Drei-Schicht-System arbeiten, kommen sie ohne Auto nicht zur Arbeit“.

Im kommenden Jahr soll bei der Eckert Schule unter dem Namen „Rückenwind“ ein Angebot für Leute mit Migrationshintergrund starten. Die Teilnehmer werden auf das Sprachniveau gebracht, dass sie für einen Integrationskurs benötigen, bei dem sie lernen, wie sie im Alltag mit Behördengängen, Arztbesuchen und dem deutschen Rechtssystem zurechtkommen.