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Das große Ziel zum Greifen nah

Bei der Bahnrad-WM in Apeldoorn kann Kristina Vogel zur erfolgreichsten Sprinterin der Geschichte aufsteigen.

© dpa

Von Ruben Stark

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Einst hatte sich Kristina Vogel ein gewaltiges Ziel gesteckt: Sie wollte die erfolgreichste Bahnrad-Sprinterin in der WM-Geschichte werden. Nun stehen in Apeldoorn die nächsten Titelkämpfe an – und die 27-Jährige vor der Verwirklichung ihres Traumes. Neunmal war Vogel bereits Weltmeisterin. In den nächsten Tagen kann sie die elffache Titelträgerin Anna Meares aus Australien überflügeln. In den Niederlanden braucht es ab Mittwoch aber eine perfekte Ausbeute – dreimal Gold.

Diese Aussicht ist ein Anreiz für ihre Starts im Teamsprint, Sprint und Keirin, aber nichts, weswegen die zweimalige Olympiasiegerin nervös wird. „Ich könnte, aber ich mache mir da keinen Druck“, sagt Vogel, die sich grundsätzlich drei Medaillen vorgenommen hat, aber: „Ich bin auch keine Maschine.“ Sie weiß, dass es ihr die Gegnerinnen von Jahr zu Jahr schwerer machen. Die ständige Rolle der Gejagten erfordert ein hohes Maß an mentaler Stabilität. Auch in dieser Saison war Vogel eine Klasse für sich. Die Erfurterin gewann alle neun Weltcup-Rennen, bei denen sie startete. Seit dem WM-Halbfinale 2016 ist Vogel in ihrer Paradedisziplin Sprint unbesiegt. „Die Fallhöhe steigt immer mehr“, stellt die 1,60 Meter große Sportlerin fest.

An ihrer Verfassung soll es aber nicht scheitern. Mit der ist sie genauso zufrieden wie mit der Zusammenarbeit mit ihrem neuen Heimtrainer Anner Miedema. Nach dem Weggang ihres langjährigen Coaches Tim Zühlke nach China ist zwar noch immer etwas Anpassungszeit nötig, aber „es ging mit Tim auch nicht von jetzt auf gleich“.

Ihrer Konkurrenz hat die lebensfrohe Thüringerin so oder so noch einiges voraus: Sie hat so ziemlich jede Rennsituation schon erlebt, die man sich vorstellen kann. Zu ihrem unvergessenen Olympiasieg 2016 in Rio de Janeiro fuhr Vogel gar ohne Sattel: „Die Geschichte erzähle ich immer noch. Die hat dem Bahnradsport doch Bekanntheit gebracht“, freut sie sich.

Auf dem neu verlegten Holzoval in Apeldoorn setzt Vogel besonders auf ihre „Raffinesse. Ich hoffe, dass ich von meiner taktischen Erfahrung profitieren kann.“ Schließlich will sie auch in der eigenen Mannschaft zeigen, „wer die Ältere ist“. Denn da wächst genauso Konkurrenz heran. Besonders die 20-jährige Erfurterin Pauline Grabosch drängt nach. Sie soll wie Vogel und deren Dauerpartnerin aus Kaiserslautern, Miriam Welte, auch schon im Teamsprint zum Zug kommen.

„Pauline hat auch Ambitionen auf Medaillen, und sie wird perspektivisch schneller werden Richtung Tokio“, betont Vogel. Sorgen macht sich die Erfolgsgarantin aber auch deswegen nicht. Mit Blick auf Olympia 2020 „entstehen Möglichkeiten, die wir lange nicht hatten“, wie sie vielmehr sagt.

Im Moment ist sie ohnehin noch der große Trumpf. „Wenn der Vogel fliegt, ist vielleicht noch mehr drin als 2017“, sagt Sportdirektor Patrick Moster. Vor einem Jahr in Hongkong holte Vogel zweimal WM-Gold. (sid)