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Das Hakenkreuz-Haus von Dresden

Arbeiten an einem Einfamilienhaus im Stadtteil Dresden-Zschieren legten auf der Fassade verborgenen Führerkult frei. 

© Tino Plunert

Im Giebel ein Hakenkreuz und unter den Fenstern der Gruß an den Führer: Die Erbauer eines Einfamilienhauses an der Struppener Straße huldigten in der Nazi-Zeit auf der Fassade ausgiebig ihrem politischen Idol, ließen ihre nationalsozialistische Euphorie später aber hinter Schindeln wieder verschwinden. Nach dem Tod des alten Besitzers wechselten die Eigentümer. 

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Eine Frage der Ehre

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Bauarbeiten an dem sanierungsbedürftigem Haus brachten jetzt die Relikte aus Deutschlands düstersten Epoche für kurze Zeit wieder ans Licht. Auf der Rückseite des Hauses erinnerten die Fassaden-Malereien an die Olympischen Spiele 1936 in Berlin, dort standen mehrere Namen verewigt sowie das Datum. Allerdings erinnerten die Olympischen Ringe mehr an die Kringel einer Automarke. Da der olympische Fackellauf seinerzeit durch Dresden führte, besteht die Theorie, dass die Hausbewohner das Ereignis auf damals zeitgemäße Weise zelebrierten.

Die kleine Sensation von dem skurrilen Haus sprach sich in der Nachbarschaft schnell herum, die Hakenkreuze und Parolen zogen viele Schaulustige an und ließen auch die Polizei vorfahren. Die Beamten bereiteten dem historischen Spuk dann allerdings ein jähes Ende. Sie kontaktierten die neue Eigentümerin und die Frau mobilisierte daraufhin gleich ihre Maler, die mit schwarzer Farbe die Symbole übermalten, wie die Polizei mitteilte.

Trotzdem leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein. (SZ/stb)