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Das Holiday Inn flaggt um

Aus grün wird blau: Bald gehört Bautzens größtes Hotel zur Best-Western-Gruppe. Das soll die Auslastung verbessern. Und bringt Vorteile für die Besucher.

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Von Christoph Scharf

Noch prangt der große grüne Schriftzug über dem Eingang des Hotels am Wendischen Graben. Doch die Tage des Holiday Inn sind gezählt: Ab dem 1. April gehört Bautzens größtes Hotel zur Best-Western-Gruppe – mit 4.000 Häusern weltweit die Hotelkette Nr. 1.

Alexander Kindermann von der Berliner Eigentümergemeinschaft HGG hat sich den Wechsel nicht leicht gemacht. „Schließlich kostet das auch eine ganze Stange Geld.“ Von der Leuchtreklame über die Prospekte bis hin zum gravierten Besteck muss alles ausgetauscht werden, was den alten Namen trägt. Allerdings zieht sich die Kette Holiday Inn aus kleineren und mittleren Städten zurück – und die Eigentümer versprechen sich vom Branchenriesen Best Western eine deutlich bessere Vermarktung.

„Die Auslastung hat sich in den letzten drei Jahren zwar richtig gut entwickelt“, sagt Hoteldirektor Holger Thieme. „Es gibt aber noch Potential.“ Mit reichlich 50Prozent Auslastung steht das Haus vergleichsweise gut da. Denn durch die vielen Hotels, die nach der Wende in den Neuen Bundesländern gebaut wurden, ist die Konkurrenz groß. Durch den neuen, starken Partner sollte sich die Zahl der leeren Betten aber weiter verringern. Denn nur unter dem Dach einer großen Kette können Hotels auf dem internationalen Markt mitspielen. Schließlich werden Buchungen über weltweite Reservierungssysteme immer wichtiger.

Außerdem wissen dann auch Kunden etwa aus den Niederlanden oder Österreich, was sie im Bautzener Hotel erwartet. „Best Western setzt höhere Qualitätsstandards als Holiday Inn, die auch strikt kontrolliert werden“, sagt Alexander Kindermann. Deshalb müssen die Eigentümer bis zum Stichtag 1.April noch eine ganze Menge investieren. So erhalten die Zimmer nun Flachbildfernseher und neues Bettenzubehör, Best Western setzt außerdem Hotelsafes voraus. Auch wenn es bei der Einstufung als Vier-Sterne-Haus bleibt: „Die Gäste können mit einem Plus an Komfort rechnen“, sagt Holger Thieme.

Für den Hoteldirektor und seine Mitarbeiter soll sich dagegen wenig ändern. Durch den Markenwechsel wird niemand entlassen – für sie ändert sich nur der Name des Hotels, das einst als Quartier für die Bauarbeiter der Talsperre errichtet wurde. Als der Stausee fertig war, wurde das Haus in ein Hotel mit dem Namen „Lubin“ umgewandelt. Den trägt heute nur noch das Restaurant, das auch weiterhin so heißen soll. Der Name des Hotels wechselte allerdings schon mehrfach: Anfang der Neunziger in „Hotel Stadt Bautzen“, im Jahr 1998 dann in Holiday Inn.

Trotz des Namenswechsels ist die Zukunft des Hotels am Wendischen Graben gesichert, sagt Alexander Kindermann. „Wir sind seit 20Jahren hier, investieren kräftig – und bleiben dem Standort auch weiterhin treu!“ Zur Eigentümergemeinschaft HGG gehört auch die Stadthalle Krone. Auch ihre Auslastung könnte durch die neue Hotelkette steigen, etwa durch mehr Tagungen. Großdiscos soll es allerdings keine mehr geben – mit Rücksicht auf die Hotelgäste.

Preiserhöhungen sind mit dem Markenwechsel nicht geplant. „Das regelt alles der Markt.“