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Das Hotel mit eigener Kräuterfrau

In Kreischa hat eine Herberge nach Umbau wiedereröffnet – mit besonderem Konzept.

Caterina Venus war früher Verwaltungsleiterin der Bavaria-Kinderklinik. Nun ist sie frischgebackene Hotel-Chefin. © Foto: Karl-Ludwig Oberthür

Die Bäume vorm ehemaligen Eingang an der Alten Straße sind gewichen. An ihrer Stelle recken sich Lavendel und Pur-pursalbei der Frühlingssonne entgegen. Auch am neuen Haupteingang, der sich nun auf der zur Rosenstraße gewandten Gebäudeseite befindet, ziert ein steinernes Kräuterbeet in Spiralform den Weg. Und so haben die Kräuter nicht nur zur Namensgebung des Hotels beigetragen, sie sind auch das zentrale Thema des Hauses. Anfang des Jahres hat es eröffnet.

1992 erbaut, befand sich das Hotel, das lange „Kreischaer Hof“ hieß, lange in den Händen von Familie Werner. Sie betreibt gleich nebenan einen Fachhandel für industrielle Elektronik. Doch 2015 entschieden sich die Werners, den Hotelbetrieb aufzugeben und das Hotel der Bavaria-Klinik anzubieten. „Da die Bavaria ständig Raumbedarf hat, nahm sie das Angebot sofort an und kaufte das Hotel“, berichtet Caterina Venus, vormalige Verwaltungsleiterin der Bavaria-Kinderklinik und nun frisch gebackene Hotel-Chefin. Doch erst einmal stand das Gebäude ein Jahr leer.

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„Wir haben lange überlegt, wie wir das Objekt am besten nutzen können“, erzählt die 43-Jährige. Als Wohnheim für Auszubildende, als Seminar- und Tagungsstätte – Möglichkeiten boten sich viele. Doch am Ende entschied man, den Hotelbetrieb beizubehalten. Dieser steht nicht nur Angehörigen von Patienten der Bavaria-Klinik zur Verfügung, sondern allen Gästen, die sich in ruhiger Umgebung erholen wollen.

Ab Sommer 2017 wurde mit dem umfangreichen Umbau und der Sanierung begonnen. Der Grundriss und die Anzahl der Zimmer sind aber beibehalten worden, sodass sich heute knapp 100 Gäste in 46 Einzel-, Doppel- und Familienzimmern erholen können. Die Preise beginnen bei 75, 93 und 110 Euro.

Jedes der 46 Zimmer hat nicht nur eine Nummer, sondern ist nach einem bestimmten Kraut benannt. © Foto: Karl-Ludwig Oberthür

Die Idee, Kräuter zum grünen Mittelpunkt des Hauses zu machen, sei ihr auf einer Hamburg-Reise gekommen, erzählt Caterina Venus. Nicht nur dem Pferdesport, sondern auch der nachhaltigen Landwirtschaft sehr verbunden, hatte sie in der Buchhandlung des Hamburger Hauptbahnhofs ein Buch über Kräuter und deren vielfältige Verwendungsmöglichkeiten erstanden und auf der Rückreise im Zug quasi verschlungen. Und so waren Thema und Name für das Hotel in Kreischa gefunden.

Auch in der Frühstücks-Küche dreht sich alles um Kräuter. Die Brötchen kommen vom hauseigenen Bäckermeister. © Foto: Karl-Ludwig Oberthür

Jedes Gästezimmer hat neben seiner Nummer auch ein Kraut zugeordnet bekommen. Der ersten Etage stand die Welt der Heilkräuter, der zweiten die der Würzkräuter und der dritten Etage die der Duftkräuter Namenspate. So ist das Zimmer 110 zum Beispiel dem Mutterwurz gewidmet. Dieser ist ein Verwandter des Bärwurz und eignet sich zum Brennen aromatischer Schnäpse. Aufgegossen als Tee, wirkt der Mutterwurz beruhigend.

Bei allen Fragen rund um das Thema Kräuter wird Caterina Venus tatkräftig von der hauseigenen Kräuterfrau unterstützt, die nicht nur mit viel Liebe und Fachwissen die Außenanlagen gestaltet und mit ihren Kräutersträußchen die Zimmer verschönert, sondern die demnächst ihr Wissen auch rund um die Kraft seltener und fast vergessener Gewächse in Seminaren an Gäste und Interessierte weitergeben wird.

Auch in der Frühstücks-Küche dreht sich alles um Kräuter. Hier dürfen die Angestellten nach Herzenslust mit den Wunderwerken der Natur experimentieren, alte Rezepte wieder aufleben lassen oder ganz und gar neue kreieren.

Neben einem traditionellen Frühstück, zusammengestellt aus frischen, regionalen und mit verschiedenen Kräutern verfeinerten Produkten, können die Gäste zum Beispiel auch mit einem Traubenkernsüppchen oder einem Maronenmehlsüppchen in den Tag starten. Dazu werden ofenfrische Backwaren in Bioqualität von einem Bäckermeister gereicht, der sich in der hoteleigenen Backstube eingemietet hat.

In einer Zeit, wo es im Supermarkt beinahe rund um die Uhr und zu jeder Jahreszeit alles gibt, ist es Caterina Venus ein Anliegen, ihren Gästen den natürlichen Kreislauf wieder näher zu bringen. „Heute gibt es Kinder, die nicht wissen, was saisonales Obst ist“, sagt sie. „Uns liegt es am Herzen, die Menschen wieder ein Stück weit zurück zur Natur zu führen.“ Dazu, so erklärt sie, gehört auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung aus naturbelassenen Nahrungsmitteln. „Unsere Gäste sollen den Aufenthalt mit allen Sinnen erleben und genießen und wenn sie dann noch etwas für sich und ihre Gesundheit von uns mit nach Hause nehmen, haben wir unsere Mission erfüllt.“

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/freital und www.sächsische.de/dippoldiswalde vorbei.

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