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Meißen

Das ist bösartig und dumm

Jürgen Müller über Reaktionen auf eine umstrittene Spende.

SZ-Redakteur Jürgen Müller
SZ-Redakteur Jürgen Müller © Claudia Hübschmann

Darf der Betreiber einer privaten und dazu noch notleidenden Firma die Spende eines Mannes annehmen, der einer rechtsextremen Partei angehört? Natürlich darf er das. Selbstverständlich kann eine solche Spende auch abgelehnt werden. 

Ob die Spende angenommen wird oder nicht, ist eine moralische Frage. Im Fall Näther liegt die Sache aber anders. Der Betreiber des Tierparkes Hebelei hat hier eine Spende angenommen, ohne auch nur im Entferntesten zu ahnen, dass der Spender ein NPD-Funktionär ist. Das ehrt ihn und zeigt, dass er mit diesen Leuten nichts am Hut hat, sich in der Szene nicht auskennt. Vorher zu prüfen, wer der Spender, der sich als Familie aus Dresden vorstellte, ist, kam ihm verständlicherweise nicht in den Sinn und wäre auch gar nicht möglich. Denn dies wäre Gesinnungsschnüffelei.

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Dass jetzt ein paar Berufsempörte aufschreien, ohne die genauen Hintergründe zu kennen, zeigt die Aufgeregtheit, die derzeit in der Gesellschaft herrscht, und die Oberflächlichkeit, mit der manche agieren. Näther Nähe zur NPD zu unterstellen, ist bösartig und dumm.

Schlimm ist nicht, dass ein NPD-Mann für einen Tierpark spendet. Das perfide an der Sache aber ist, dass die Spende nun von der NPD instrumentalisiert und dadurch der engagierte Tierparkchef, der eher der anderen Seite des politischen Spektrums zuzuordnen ist, in ein völlig falsches Licht gerückt wird. Dies zeigt, dass die Absicht des Spenders keine lautere war. Wer dem Tierpark uneigennützig helfen will, der spendet und hängt dies nicht an die große Glocke, nutzt es nicht für eigene politische Zwecke.

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Näther hat nun zwar etwas spät, aber völlig richtig reagiert, ist in die Öffentlichkeit gegangen, um den Rechten nicht die Deutungshoheit zu überlassen und um klarzustellen, was klarzustellen ist. Verschweigen und Unter-der Decke-Halten führt nur zu Gerüchten. Konsequent wäre es aber, wenn er den glaubhaften Worten nun auch Taten folgen lassen würde und die Spende, die einen Wert von rund 210 Euro hatte, an den NPD-Mann zurückzahlen würde.

E-Mail an Jürgen Müller. 

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