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Das ist der Stand zu Bombardier

Bombardier hat am Freitag hinter geschlossenen Türen verhandelt. Der Sparkurs des Unternehmens bleibt ungewiss, auch was den Standort Görlitz betrifft.

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© nikolaischmidt.de

Görlitz. Die Unsicherheit rund um den Görlitzer Waggonbau hält vermutlich bis in die nächste Woche an. Entgegen den Erwartungen der Gewerkschaft IG Metall gibt es am heutigen Freitag keine Klarheit über den Sparkurs beim kanadischen Zugbauer Bombardier.

Einem Bericht des „Handelsblatt“ zufolge will der Konzern in Deutschland deutlich mehr Stellen abbauen als bisher bekannt. In den sächsischen Werken in Görlitz und Bautzen sowie im brandenburgischen Hennigsdorf bei Berlin seien 2 500 Jobs in Gefahr.

Ein Unternehmenssprecher wollte dies zunächst nicht kommentieren. Laut Zeitung sollte der Aufsichtsrat am Freitag über den Sanierungsplan informiert werden. Beim Wirtschaftsministerium in Potsdam, das um das Werk in Hennigsdorf bangt, geht man davon aus, dass die Pläne in der zweiten Hälfte der nächsten Woche auf den Tisch gelegt werden. Dann plant die Gewerkschaft auch neue Protestaktionen in Görlitz und Bautzen.

Bombardier mit seinen Sparten Flugzeuge und Züge hatte im Oktober angekündigt, bis Ende 2018 in Produktion und Verwaltung weltweit rund 7 500 Stellen zu streichen, davon etwa 5 000 im Bahnsektor. Ob deutsche Werke betroffen sein sollen, ließ die Unternehmensführung offen. Im Frühjahr hatte das Unternehmen bereits begonnen, 1 430 von damals knapp 10 000 Arbeitsplätzen in Deutschland abzubauen.

Dabei war das Görlitzer Werk, das zusammen mit Bautzen das Schienen-Fahrzeugzentrum Sachsen bildet, besonders betroffen. Hier sollen 200 reguläre Jobs und bis zu 700 Stellen für Leiharbeiter wegfallen. Dieser Arbeitsplatzabbau wird durch ein großzügiges Abfindungsprogramm begleitet, das in Görlitz auf besonders rege Nachfrage stieß. So sind gegenwärtig auch nur noch 1 900 Beschäftigte beim Görlitzer Waggonbau tätig. In Bautzen sind 1 100 Mitarbeiter derzeit angestellt, in Hennigsdorf zu Jahresbeginn noch 2 500.

Der Konzern erwartet vom weltweiten Stellenabbau, der Spezialisierung der Standorte und klar definierten Kompetenzzentren für Design, Entwicklung und Produktion bis Ende 2018 Kosteneinsparungen von rund 275 Millionen Euro. (mit dpa)