merken

Das ist echte Integration

Huang van Hoan hat Wort gehalten. Nach einem Gemüseladen eröffnete er mit seiner Frau ein Restaurant. – Jürgen Müller über Vietnamesen in Lommatzsch.

© Claudia Hübschmann

Lommatzsch ist seit Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes um einen Farbtupfer reicher. Das gelbe Haus an der Meißner Straße sticht heraus neben alten, verfallenden Gebäuden. Hier öffnete ein vietnamesisches Restaurant. Zum Eröffnungstag war das neue Lokal jedenfalls rappelvoll in der Stadt, die nicht gerade als gastronomisch überversorgt gilt, in der Gastronomie aber auch einen schweren Stand hat wie die vergebliche, jahrelange Suche nach einem Pächter für das Schützenhaus-Restaurant zeigt.

Ab auf den Grill

Warme Sommernächte, schönes Wetter. Zeit zum Grillen! Doch worauf muss man achten und was schmeckt am besten auf dem Grill?

Während Deutsche ihre Läden schließen und jammern, krempeln die Vietnamesen die Ärmel hoch. Der Erfolg scheint ihnen Recht zu geben. Vor allem aber sind sie ein Beispiel für gute Integration. Sie verdienen ihr Geld selbst. Sowas kommt gut an. Keiner aus der großen Familie hat nach eigener Aussage schon einmal irgendeine Diskriminierung erlebt. Und das liegt nicht nur daran, dass Vietnamesen hierzulande seit jeher einen guten Ruf genießen.

Die Vertragsarbeiter in der DDR, die nach der Wende fallengelassen wurden wie heiße Kartoffeln, galten als fleißig, zuverlässig, bescheiden. Sie sprechen fließend Deutsch, vietnamesische Kinder gehören in der Schule oft zu den Besten. Sie beweisen, dass Integration möglich ist, wenn man es nur will. Das Verhältnis zwischen Vietnamesen und Deutschen zeigt, dass die Sachsen durchaus nicht rassistisch und fremdenfeindlich sind, wie sie vor allem in überregionalen Medien klischeehaft dargestellt werden. Auch bei der Integration gilt ein altes, deutsches Sprichwort: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“

E-Mail an Jürgen Müller