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„Das ist nicht gut für den Tourismus“

Der Görlitzer Oberbürgermeister findet klare Worte für die Polizeistatistik, die die Stadt als gefährlich eingestuft hat.

© Pawel Sosnowski

Von Daniela Pfeiffer

Görlitz. Die Nachricht, die Görlitzer Altstadt gehöre mit zu den gefährlichsten Orten Sachsens, hat auch im Rathaus Bestürzung ausgelöst. Nachdem das Innenministerium diese Woche Görlitz auf eine solche Gefährdungsliste gesetzt hat und das auf Angaben der Görlitzer Polizeidirektion basierte, suchte die Stadtspitze gestern direkt das Gespräch mit dem Chef der Polizeidirektion. Wie OB Siegfried Deinege gestern am Rande eines Pressegespräches sagte, habe er ihm verdeutlicht, dass die polizeiliche Wortwahl hier durchaus Görlitzer Hotels und Touristen verschreckt habe und dass das Ganze zu sehr pauschalisiert worden sei.

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Deshalb ist es Deinege umso wichtiger, zu betonen, dass Görlitz etwa bei Straftaten mit Personenschäden sehr weit unten auf der Skala stehe. „Ich will nicht kleinreden, dass es viele Fahrrad- oder Ladendiebstähle gibt. Das bewegt die Leute natürlich. Aber Görlitz ist nicht gefährlich.“ Da sollte die Polizei doch andere Begriffe bemühen, so der Oberbürgermeister. Die Diskussion, die ausgelöst wurde, sei nicht gut für den Tourismus. „Das werden wir wieder gerade rücken“, versprach Deinege.

Was die Diebstähle betrifft, so seien Stadt und Polizei gemeinsam bemüht, das rigoros zu bekämpfen. Der OB will persönlich in der nächsten Zeit mehr Präsenz in der Stadt zeigen und sich selbst ein Bild von der Lage machen. Bereits am Mittwochabend habe er um 17, 19 und 21 Uhr Runden in der Stadt gedreht und bis auf einige Trinker eine ruhige, friedliche Stadt beobachten können. „Ich bekomme ja viel Post zu den verschiedenen Problemen, dazu hole ich mir nun meine eigene Meinung ein. Man wird mich demnächst öfter sehen.“

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Die Polizei selbst war bereits am Mittwoch mit vielen Anfragen zu dem Thema konfrontiert. Immerhin war die bislang völlig unauffällige Görlitzer Altstadt plötzlich als einziger gefährlicher Ort in der ganzen Oberlausitz in der Statistik aufgetaucht. Die Polizei hatte für die Zuarbeit ans Innenministerium aktuelle Zahlen zugrunde gelegt und darüber hinaus das Gebiet der Görlitzer Altstadt weit ausgedehnt. Dadurch spielten auch Straftaten mit hinein, die beispielsweise auf dem Marienplatz stattfanden.