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Das Lampenfieber überwunden

Beim Talentwettbewerb von Kreissparkasse und Steinhaus siegte in der Kategorie „Mund & Wort“ eine junge Frau, die gar nicht damit gerechnet hatte.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Bautzen. Ein Gedicht zu schreiben, ist das eine. Damit auch noch auf eine Bühne zu gehen, das andere. Anfangs hatte Annika Michelle Zimmermann arge Bedenken, sich mit ihrem Gedicht zum Thema „Frieden ist ...“ am Talentwettbewerb „Lampenfieber“ der Kreissparkasse Bautzen und des Steinhauses zu beteiligen. Als sie den Aufruf dazu im März gelesen hatte, setzte sie sich spontan hin und schrieb innerhalb von zwei Nächten ihre Gedanken zum vorgegebenen Thema nieder.

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Doch damit auf die große Bühne des Bautzener Theaters zu gehen, der Gedanke verursachte ihr großes Lampenfieber. Mutter Heike Zimmermann musste ihr ganzes Überredungstalent aufbringen, um ihre zweitjüngste Tochter zu überzeugen. Außerdem hatte Mama Zimmermann, die Deutsch-Lehrerin an einer Förderschule in Dresden ist, das Gedicht ihren Kollegen gezeigt, und die seien alle begeistert gewesen.

Vom Erfolg vollkommen überrascht

Also überwand Annika ihr Lampenfieber und trug am Sonnabend beim Talentwettbewerbs-Finale ihr Gedicht sehr ausdrucksvoll vor. Schon in der Pause konnte sie lobende Worte von Zuhörern entgegennehmen. Doch dass sie schließlich als Siegerin in der Kategorie „Mund & Wort“ hervorgehen würde, hätte sich die 16-Jährige nicht träumen lassen. „Ich hatte nicht einmal mit einer Platzierung unter den ersten Dreien gerechnet“, sagt die Zehntklässlerin, die das Schiller-Gymnasium besucht. Zusätzlich zum Siegerpokal bekam sie eine Einladung zum Creative Camp, das im Oktober stattfindet. Jeweils fünf ausgewählte Teilnehmer aus jeder Kategorie werden dann eine Woche lang an einem gemeinsamen Projekt arbeiten.

Erstmals mit dem Schreiben von Gedichten befasst hatte sich die junge Frau aus Sohland im vergangenen Jahr, als sie an einer Poetry-Slam-Veranstaltung in Dresden teilnahm. „Wir lernten dort verschiedene Techniken kennen, und auch, wie man seine Gefühle mit dem Gedicht rüberbringt“, sagt Annika. Damals hatte sie sich noch nicht getraut, das Geschriebene vor versammelter Mannschaft vorzutragen.

Talentwettbewerb gibt Schub

Doch der Erfolg beim Talentwettbewerb gibt ihrem Selbstvertrauen einen richtigen Schub. „Jetzt höre ich nicht mehr damit auf“, sagt sie. Mit Sprache zu arbeiten mache ihr Spaß. Der Sprachunterricht in Deutsch, Englisch und Latein sowie die künstlerischen Fächer gehören deshalb zu ihren bevorzugten Themen in der Schule.

Wenn sie nächstes Jahr in die elfte Klasse kommt, wird Annika den Leistungskurs Deutsch belegen. Latein hatte sie seinerzeit deshalb gewählt, weil sie Medizin studieren wollte. Doch jetzt überlegt sie, vielleicht doch Schauspiel zu studieren. Und sie hat auch schon einen Plan B, falls das nicht klappen sollte. Dann möchte sie im Rettungswesen arbeiten. Doch zunächst wird sie auf ein gutes Abitur hinarbeiten. In ihrer Freizeit ist sie gut ausgelastet. Sie singt im Schulchor mit und nimmt einmal in der Woche Gesangsunterricht bei Manuela Sieber in der Kreismusikschule. In der evangelischen Jugend hat sie die Jugendleitercard gemacht.

In der Kategorie „Mund & Wort“ belegte den zweiten Platz die Förderschule G mit ihrem Video „Irgendwie anders“, den dritten Platz Lilly Roitsch und Clemens Bobke.

In der Kategorie „Hand & Fuß“ belegte Rotenda Fattah den ersten Platz mit Breakdance. Zweitplatzierte wurde Maria Giesbrecht mit einem Solotanz. Den dritten Platz belegte die Gruppe Mosaika mit modernem Tanz.