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Das lange Warten auf die Sporthalle

Die Planungen für die neue Sporthalle wurden überarbeitet. Die Halle selbst ist von den Änderungen kaum betroffen.

© Claudia Hübschmann

Von Jürgen Müller

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Diera-Zehren. Seit Jahren warten die Zehrener Freizeitsportler auf Ersatz für ihre Sporthalle. In dieser stand mehrfach meterhoch das Wasser der Elbe. Dann wurde entschieden, die Halle nicht wieder zu sanieren. Ersatz soll her, ein Neubau in Schieritz entstehen. Doch der lässt auf sich warten. Mehrfach wurde schon ein möglicher Baubeginn avisiert, zuletzt für den Herbst vergangenen Jahres, doch immer wieder verschoben. Bürgermeisterin Carola Balk (parteilos) will sich jetzt nicht mehr auf einen Termin für den ersten Spatenstich festlegen. Derzeit läuft das Baugenehmigungsverfahren.

Architekt Andreas Dinger vom Ingenieurbüro Bauconzept Lichtenstein rechnet damit, dass die Baugenehmigung im Februar, spätestens im März vorliegt. Dann könnten die Arbeiten ausgeschrieben werden. Baubeginn könnte dann im Frühsommer dieses Jahres sein. Es wird mit einer Bauzeit von rund einem Jahr gerechnet. „Bis zum Winter sollte der Rohbau stehen, so dass dann der Innenausbau in der kalten Jahreszeit durchgeführt werden kann“, so der Architekt. Zur Gemeinderatsitzung stellte er Änderungen an der Planung vor. Diese betreffen aber weniger die Halle selbst. Dort wurde lediglich der Aufbau der Böden geändert, weil die Kegelbahn höher liegt als die Spielfläche.

Entstehen soll eine 400 Quadratmeter große Einfeldhalle. Sie wird damit deutlich kleiner als die Zehrener, die eine Größe von rund 600 Quadratmeter hatte. Für bestimmte Sportarten wie Fußball ist sie damit nicht geeignet. In der Halle selbst können Sportarten wie Handball, Volleyball oder Badminton gespielt werden. Für Handball ist allerdings nur Trainingsbetrieb in der sieben Meter hohen Halle möglich. Neben Toiletten, Umkleideräumen für 22 Personen und Nasszellen entsteht auch ein Seminarraum. In die Halle soll eine Kegelbahn integriert werden. Dafür soll die Kegelanlage in Niederlommatzsch abgerissen werden. Auch diese war mehrfach vom Hochwasser überflutet worden.

Geändert wurde das Entwässerungskonzept. So ist jetzt eine Verrohrung für das Regenwasser geplant. Diese wird vom Reithof in Richtung Straße führen, das Wasser wird dann in den Ketzerbach abgeleitet. Damit wird die Überflutungsgefahr bei Hochwasser vermindert. Einen weiteren positiven Nebeneffekt haben die Planänderungen: „Wir haben mit der Energieversorgung Sachsen Ost gesprochen. Wenn die Erde einmal aufgerissen ist, will sie gleich die jetzigen Elektro-Freileitungen in die Erde verlegen“, sagt der Architekt. So werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, genaugenommen sogar drei. Denn auch Rohre für das Breitband, also das schnelle Internet, werden ebenfalls mit verlegt. Entstehen sollen an der Halle außerdem 26  öffentliche Parkplätze, die auch von den Anwohnern genutzt werden könnten, so der Architekt. Die Parkplätze reichen nach Ansicht vieler Anwohner jedoch nicht aus. Proteste gegen den Hallenbau gibt es in Schieritz aber auch aus anderen Gründen: Die Anwohner fürchten nicht nur Lärm und Abgase, sondern auch zugeparkte Grundstückseinfahrten. Schon jetzt hätten sie Probleme, dass sie bei Fußballspielen auf dem benachbarten Sportplatz oft nicht aus ihren Grundstücken herausfahren könnten, weil diese mit Autos versperrt seien.

Bürgermeisterin Carola Balk, die den Standort Schieritz nicht für den günstigsten hielt, sich aber den Wünschen der Zehrener und der Entscheidung des Gemeinderates beugte, hat Verständnis für die Sorgen der Anwohner. „Wir haben mit ihnen gesprochen, teilweise konnten Lösungen gefunden werden, teilweise nicht. Ich kann verstehen, dass man nicht erfreut ist, wenn es einen Eingriff in die Lebenssituation, in die Lebensqualität gibt. Das ist aber generell so, wenn es bauliche Veränderungen vor der Haustür gibt. Der Standort hatte eine große Lobby, die Halle ist von vielen gewünscht worden. Der Gemeinderat hat sich dem Wunsch entsprechend für Schieritz entschieden. Das muss man akzeptieren, das ist Demokratie“, sagt sie.

Andere warten hingegen sehnsüchtig auf die neue Halle: „Wir hoffen, dass der Bau der Halle so schnell wie möglich beginnt, um wieder gute Trainingsmöglichkeiten zu haben“, sagt Ute Döring, die Chefin der Zehrener Sportgruppe „Montags-Mädels“. Für andere kommt der Hallenbau indes zu spät. Die Alte-Herren-Mannschaft der Zehrener Fußballer löste sich mangels Trainingsmöglichkeit im Winter auf.

Insgesamt werden für die neue Halle Kosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro veranschlagt. Davon werden eine Million Euro aus dem Hochwasserfonds für Schäden an der Zehrener Sporthalle gezahlt. 600 000 Euro kommen aus der Sportförderung von der Sächsischen Aufbaubank. 700 000 Euro stammen aus Spenden. 200 000 Euro muss die Gemeinde als Eigenanteil aufbringen.