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Bautzen

Das Licht-Kreuz bleibt im Petridom

Nach drei Monaten ging ein bemerkenswertes Kunstprojekt zu Ende. Der Initiator zieht eine überwiegend positive Bilanz.

Das Lichtkreuz im Petridom wurde nach dem Gottesdienst am Pfingstsonntag abgenommen. Doch Künstler Ludger Hinse nimmt es nicht mit nach Hause. Es bleibt in Bautzen. Carmen Schumann © Steffen Unger

Bautzen. In dem Vierteljahr zwischen Aschermittwoch und Pfingstsonntag hat der Künstler Ludger Hinse in Bautzen viel gelernt, Gutes und weniger Gutes, wie er sagt. Im Rahmen des Kunstprojektes „Licht bewegt“ hatte der Künstler aus Recklinghausen an dreizehn wichtigen Orten der Stadt und des Umlandes Lichtkreuze und weitere Arbeiten ausgestellt. Ein umfangreiches Begleitprogramm umfasste insgesamt 82 Veranstaltungen, darunter Vorträge und Theateraufführungen.

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Das Interesse sei themenbedingt unterschiedlich gewesen, sagte Ludger Hinse am Dienstag nach Pfingsten. Besonders gefreut habe ihn, dass sich der Führung über den Taucherfriedhof nach anfangs 40 Teilnehmern weitere Besucher angeschlossen hatten. Beim Abschlussgottesdienst am Pfingstsonntag im Petridom wurde das dort installierte Lichtkreuz abgenommen. Eigentlich wollte Ludger Hinse es nun wieder mit nach Hause nehmen. Doch während seines Aufenthaltes in der Spreestadt hätten sich viel Bautzener an ihn gewandt, die sich wünschten, dass zumindest ein Kreuz hier bleiben soll.

Ökumenisches Projekt

Am Dienstag konnte nun der katholische Dompfarrer Veit Scapan verkünden, dass das Kreuz im Petridom bleiben wird. Die Kirchenvorstände der katholischen und der evangelischen Kirchgemeinde St. Petri hätten sich dafür ausgesprochen. Das ganze Projekt war ja ökumenisch ausgerichtet. Dem Vorbereitungskomitee hatten paritätisch je drei Gemeindemitglieder plus die jeweiligen Dompfarrer Veit Scapan und Christian Tiede angehört.

Wie Veit Scapan am Dienstag sagte, sei das in der Mitte des Domes angebrachte Lichtkreuz ein sehr starkes Symbol für die Ökumene gewesen. Und Ludger Hinse fügte hinzu, dass er schon in vielen wichtigen Kirchen ausgestellt hatte, aber noch nie in einem simultanen Gotteshaus. Veit Scapan sagte, er sei sehr froh, dass die beiden Kirchgemeinden den Mut hatten, das Projekt zu stemmen. Damit sei ein Weg in Angriff genommen worden, der gedanklich weitergehen wird. Die Arbeitsgruppe wird sich in den nächsten Wochen weiterhin treffen und sich damit befassen, eine Dokumentation über das Kunstprojekt zu erstellen. Ludger Hinse freut sich schon auf die Fertigstellung. Denn dann wird er wieder in Bautzen sein, voraussichtlich im Herbst.

Soziale Gerechtigkeit brennt vielen auf den Nägeln

Ludger Hinse sagte, vor seiner Reise nach Bautzen hätten viele seiner Mitbürger Vorbehalte gegen Bautzen geäußert. Die Außenwirkung der Stadt sei, gelinde gesagt „heftig“. Doch er habe viele Gespräche in Bautzen geführt. Zwar sei er geschockt gewesen über die Wahlergebnisse der AfD. Doch im Dialog mit den Bautzenern habe er erkannt, dass das Thema soziale Gerechtigkeit vielen hier auf den Nägeln brennt. Nach 30 Jahren dürfe es keine ungleichen Renten und Gehälter mehr geben, befindet der Künstler, der auch gute Kontakte zu Politikern hat. Seine Erkenntnisse werde er den Politikern übermitteln.