merken

Das Nachbeben in der SPD-Fraktion

Die Abwahl des langjährigen SPD-Stadtrates Thomas Blümel bewegt auch viele SZ-Leser. Manche sehen das eigentliche Problem bei der Partei.

© Robert Michael

Von Juliane Richter

Gesund und Fit

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Dass Thomas Blümel nach 14 Jahren nicht erneut in den Dresdner Stadtrat gewählt werden soll, hat nicht nur bei den anderen Ratsfraktionen für Aufsehen gesorgt. Auch zahlreiche Leser der Sächsischen Zeitung machen sich ihre Gedanken über die missglückte Kandidatur des Sport- und Finanzexperten und äußern sich auf sz-online.

So kommentiert ein Leser, der sich Frank nennt: „Ja und? Da wurde jemand innerparteilich nicht wiedergewählt, weil die Mehrheit der Parteimitglieder jemand anderen besser findet. Das nennt man innerparteiliche Demokratie. Dass das einige so schlimm finden, sagt mehr über deren Demokratieverständnis aus als über die SPD.“

Ein Parteimitglied, das bei der entscheidenden Wahl am Wochenende anwesend war, versucht eine ebenso simple Erklärung für das Aus des 53-Jährigen zu finden: „Ich bin kein SPD Parteiprofi, sondern ein normales, unbedeutendes Parteimitglied. Nach der Vorstellungsrunde musste ich einschätzen, dass die anderen Kandidaten sich einfach besser dargestellt haben.“ Die kurzen Reden der anderen Kandidaten seien schlichtweg besser gewesen.

Leser Rob ergreift dagegen Partei für den bekannten Lokalpolitiker. „Ja, es geht hier um Kommunalpolitik. Und da war Thomas Blümel bislang einer der profiliertesten Mandatsträger der Dresdner SPD, einer, wegen dem die Partei noch die eine oder andere Stimme zusätzlich gewinnen konnte. Nun wohl bald nicht mehr...“ Die neu aufgestellten Kandidaten bewertet Leser Horst folgendermaßen: „Die SPD schärft in Sachsen ihr soziales Profil. Ich find es gut, aber als Mitglied gewinnen sie mich damit noch lange nicht zurück.“ Andere Leser schließen vom jetzigen Geschehen nicht nur auf die Arbeit der Fraktion, sondern auf die der Partei. Auch auf Bundesebene. „Solange sich in Berlin die SPD nicht von der Union löst, wird es auch in Sachsen nicht aufwärtsgehen“, meint Manfred Hengst.

Mancher sieht die SPD-Fraktion durch diese Entscheidung gar kurz vor dem endgültigen Aus. „Die Rest-SPD wird von den Linken aufgesogen und mittelfristig verschwinden. Die noch einigermaßen klar denkenden Restmitglieder werden sich Organisationen anschließen, die für eine Politik jenseits des Unrealistischen stehen. Also die Freien Wähler oder die FDP. Das klingt ja auch schon in den Äußerungen der Protagonisten an“, mutmaßt ein Leser.