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Bauen und Wohnen

Das perfekte Ankleidezimmer

Mehr als nur ein Raum für Schränke.

Ganz so luxuriös muss es im eigenen Ankleidezimmer zwar nicht zugehen. Dennoch profitiert die eigene Lebensqualität auch von einem spartanischeren Raum für alles, was unter „Kleidung und Accessoires“ fällt.
Ganz so luxuriös muss es im eigenen Ankleidezimmer zwar nicht zugehen. Dennoch profitiert die eigene Lebensqualität auch von einem spartanischeren Raum für alles, was unter „Kleidung und Accessoires“ fällt. © © unsplash.com / Андрей Постовой

Nach der „reinen Lehre“ sollte das Schlafzimmer nur einem einzigen Zweck dienen: dem Schlaf. In der Realität hingegen ist es bei den allermeisten Menschen ein Kombinationsraum. Neben dem Bett finden sich hier natürlich die Kleiderschränke, Schmuckschatullen, Fernseher. Bei manchem gehört auch noch die Bügel-Ausrüstung dazu, weil in anderen Räumen dafür kein Platz ist.

Damit wird der Schlafraum nicht nur überladen. Er wird auch immer weniger seinem ureigensten Zweck gerecht. Aus den Schränken dringen die Gerüche von Waschmitteln, das Bügeleisen treibt die Luftfeuchtigkeit hoch. Und wenn sich zu viele Möbel hier befinden, macht sich wegen der drangvollen Enge auch die geistige Entspannung nicht so schnell breit, wie man es sich wünschen könnte.

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Ein Ankleidezimmer räumt einen Großteil dieser Probleme buchstäblich aus dem Zimmer. Doch damit es perfekt ist, muss einiges beachtet werden. Was, das zeigt dieser Ratgeber.

Eigener Raum oder Trockenbau?

Wo liegt das ideale Ankleidezimmer? Die Antwort darauf lässt sich in vielen amerikanischen Filmen und Serien finden: An einer Schnittstelle zwischen Schlaf- und Badezimmer, sodass man die Ankleide von beiden Räumen aus betreten kann.

Leider ist das jedoch bei vielen deutschen Grundrissen kaum nachträglich zu bewerkstelligen – wer demnächst bauen möchte, sollte es sich aber auf die Wunschliste setzen. In bestehenden Gebäuden wird sich meist nur die Erreichbarkeit aus dem Schlafzimmer realisieren lassen.

Dabei gelten folgende Optionen:

· Die mit Abstand beste Variante wäre es, dass das Ankleidezimmer ein vollwertiger Raum ist, der direkt über eine Tür vom Schlafzimmer aus erreichbar ist – vielleicht auch, nachdem Zimmer getauscht werden. Das ist deshalb die beste Variante, weil es einen vollwertigen großen Raum mit Tageslicht zur Verfügung stellt.

· Sofern das gar keine Option ist, kann, zumindest in etwas größeren Schlafzimmern, ein „Raum im Raum“ hergestellt werden. Dazu wird einfach ein Ankleidezimmer/begehbarer Kleiderschrank über eine unkomplizierte Trockenbau-Lösung „angebaut“; teilweise kann das sogar in Mietobjekten – nach Rücksprache mit dem Vermieter – geschehen.

Wann immer möglich sollte man jedoch ersteres anpeilen. Die zweite Lösung bringt zwar auch Ordnung ins Schlafzimmer. Sie nimmt jedoch Fläche weg und ist deshalb bei kleineren Zimmern kaum praktikabel machbar.

Teppich oder nichts

Man mag in seiner Wohnung Dielenböden oder sonstige Beläge haben. Im Ankleidezimmer sollte man jedoch, falls dort keine Fußbodenheizung installiert ist, auf einen vollständigen Teppich setzen.

Egal ob man sich nach dem Duschen die Socken anzieht oder sich in Ruhe vor einem Spiegel zurechtmachen will: Dabei will man einen inhärent warmen, weichen Untergrund unter den Füßen haben. Da es sich hier auch nicht um einen stark strapazierten Boden handelt, darf man sogar auf Hochflor setzen.

Tageslicht ist ein Muss

Man wird in diesem Zimmer nicht umhinkommen, eine detaillierte Deckenbeleuchtung zu installieren – dazu später mehr.

Doch für vieles zwischen Schminken und dem Überprüfen von stimmigen Kleider-Farbkombinationen ist „echtes“ Tageslicht – nicht das, was die Hersteller von LED-Leuchtmitteln als solches definieren, immer noch die beste Variante. Bedeutet, der Raum sollte nach Möglichkeit ein Fenster haben.

Daraus resultiert allerdings ein weiteres (lösbares) Problem: Je nachdem, wohin dieses Fenster weist, wird es vielleicht Privatsphäre-Probleme geben – im Ankleidezimmer wird man schließlich per Definition nicht immer vollständig bekleidet sein. Die Lösung dafür nennt sich Milchglasfolie. Sie lässt sich simpel auf jedem Fenster installieren, auch rückstandslos entfernen. Und egal welche Lichtverhältnisse herrschen, Blicke werden konsequent geblockt, höchstens Schemen sind zu erkennen. Plus: Dabei wird der Lichteinfall kaum reduziert.

Schränke oder Regale?

Prinzipiell ist es in diesem Raum egal, in welcher Form man Stauraum herstellt. Also über Regalbretter, Kleiderstangen usw. oder in Form von Schränken, die man hineinstellt. Allerdings sollte die Antwort darauf nicht nur eine Frage des Budgets sein, sondern weitere Details beinhalten:

· Staub ist auch in diesem Raum, in dem man sich seltener/kürzer aufhält, unvermeidbar, lässt sich nur durch Lüften effektiv reduzieren. Schränke schützen den Inhalt inhärent gut.

· Insbesondere bei (ungedämmten) Außenwänden müssen die Schränke zwangsweise einige Zentimeter von der Wand entfernt stehen, damit dahinter Luft zirkulieren kann – sonst kann es Schimmelprobleme geben. Das ist vor allem bei kleineren Räumen kritisch, bei denen viel Wandfläche von den Schränken eingenommen wird

· Schränke geben das Layout kaum veränderbar vor. Schlecht, wenn man mehr aufhängen möchte oder auch generell lieber seine Sachen faltet statt hängt.

· Für eine Staufläche X nehmen Schränke mehr Raum ein als eine vergleichbare Menge von Regalbrettern oder Kleiderstangen.

Letzten Endes kommt es auf den persönlichen Geschmack an. Allerdings gibt es einen gewissen Vorteil für die offenen, vielleicht selbstgebauten Regalbretter/Kleiderstangen. Sie sind simpler, sind weniger raumfüllend und designbestimmend. Außerdem können Sie durch das Anbringen einer Deckenschiene samt eines bis zum Boden reichenden Vorhangs ähnlich staubsicher gemacht werden wie ein Schrank.

Allerdings: Egal welche Lösung man präferiert, man sollte von Anfang an großzügig „auf Zuwachs“ bauen und jeder Art von Kleidung ein eigenes Abteil zugestehen – das gilt nicht nur für Schuhe.

Licht, Licht, Licht

Die meisten Menschen dürften beim Blick in den Schlafzimmer-Kleiderschrank schon bemerkt haben, dass es darin ziemlich düster ist – nicht zuletzt, weil die offenen Türen und man selbst einiges an Licht abblocken.

Im Ankleidezimmer sollte man deshalb „Nägel mit Köpfen“ machen. Bedeutet:

· Die Deckenleuchte hat mehrere verstellbare Strahler.

· Falls Schränke gewählt werden, sollte es genügend Strahler geben, sodass einer in jedes Schrankabteil hineinleuchten kann.

· Weitere Lichtstrahlen sollten auf den oder die Spiegel fallen.

Teilweise kann man alternativ auch mit günstigen LED-Lichtschläuchen arbeiten, die an der Unterseite von Regalbrettern entlanglaufen, sodass die Bekleidung gleichmäßig ausgeleuchtet wird.

Saisonware nicht vergessen

Wir alle haben in unserem Kleider-Portfolio Dinge, die nur sehr selten genutzt werden. Das können unterschiedliche Handtaschen sein, Wintersportbekleidung, Kleider für höchste Anlässe. Für sie sollte es in diesem Raum eine Zone geben: Die obersten Ebenen. Wahlweise auf den Schränken oder den obersten Regalbrettern.

Hier allerdings sollte man am besten durch Vakuum-Beutel oder ähnliche Maßnahmen eine besondere Staubsicherheit herstellen. Andernfalls müssen diese Stücke vor jeder Benutzung gereinigt werden.

Clevere Spiegel und ein Ankleidetisch

Dass in diesem Zimmer mindestens ein bodenlanger Spiegel vorhanden sein sollte, dürfte sich von selbst verstehen. Allerdings: Warum bloß einer? Denn nicht nur, dass mehrere Spiegel den Raum optisch vergrößern. Geschickt angebracht ermöglichen Sie es einem auch, sich nur durch Wenden des Kopfes von allen Seiten zu betrachten.

Allerdings sollte eine solche Spiegelmenge nicht dazu führen, dass der Platz für ein wichtiges Utensil verlorengeht: Der klassische Ankleidetisch mit bequemem Stuhl, eigenem Spiegel und Lagermöglichkeiten für Ohrringe und sonstigen Schmuck.

Nicht nur, dass man sich dadurch entspannt im Sitzen fertigmachen kann. Man hat auch gleich eine zentrale und optisch schöne „Anlaufstation“ für all jene Kleinigkeiten und Accessoires, die jedes Outfit erst abrunden. 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur M. Braune.

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