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„Das prägt in beide Richtungen“

Christian Hirte (CDU), der neue Ostbeauftragte der Bundesregierung, attestiert den Ostdeutschen eine besondere Wahrnehmung des Staates.

© Swen Pförtner/dpa

Berlin. Der neue Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), attestiert den Ostdeutschen eine besondere Wahrnehmung des Staates.

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„Sie sind mit einem Staat sozialisiert worden, der allgegenwärtig und für alles verantwortlich war. Das prägt in beide Richtungen“, sagte Hirte dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. Ostdeutsche seien staatlichen Bevormundungen gegenüber besonders kritisch und hätten gleichzeitig besonders hohe Erwartungen an den Staat.

Hinzu komme, dass der Osten nach dem Fall der Mauer gewaltige gesellschaftliche Umbrüche erlebt habe: Jobverlust, Unsicherheit in sozialen Bindungen, sagte der Thüringer CDU-Politiker weiter: „Niemand im Westen kann sich vorstellen, wie das ist, wenn um einen herum alles zusammenbricht, es keinerlei Gewissheit aus Erfahrung gibt und Sorgen um die Zukunft. Selbst der harte Strukturwandel im Ruhrgebiet ist dagegen eine harmlose Veranstaltung.“

Dass die Abwehr der Ostdeutschen gegenüber Flüchtlingen größer als im Westen sei, habe auch etwas mit ihrer tiefsitzenden „Angst davor zu tun, dass die eigene Lage wieder schlechter wird“, erklärte Hirte. 1990 habe ihnen der Staat versprochen, dass alles besser werde - „und erlebt haben sie den faktischen Komplettzusammenbruch der Wirtschaft“. Diese Erinnerungen machten die Ostdeutschen viel skeptischer, „ob der Staat die Flüchtlingskrise bewältigen kann und lässt alte Sorgen aufleben, dass sie selbst die Konsequenzen zu tragen haben, wenn es schiefgeht“. (epd)

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