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Das Problem mit den Leihgeschäften

Bei einem anderen Verein Spielpraxis sammeln und dann wieder zurück: Bei Dynamo gibt es nur eine Erfolgsgeschichte.

Toni Leistner ist jetzt in England Kapitän eines Zweitligisten. © Foto: Mike Worbs

Philipp Lahm, Toni Kroos oder David Alaba haben gezeigt: Es kann funktionieren. Sie wurden zu anderen Klubs ausgeliehen und nach ihrer Rückkehr Stammspieler. Ein Leihgeschäft kann eine Erfolgsgeschichte für alle Seiten werden. Gerade wer als junger Profi den Sprung in die erste Elf nicht schafft, sammelt in einer anderen Mannschaft Spielpraxis.

Auch Dynamo hat derzeit zwei Profis verliehen. Peniel Mlapa wurde in der Sommerpause an den niederländischen Erstligisten VVV-Venlo abgegeben, Sascha Horvath nach der Winterpause an den FC Wacker Innsbruck. Bei den Österreichern kam er zuletzt zu zwei Kurzeinsätzen. Die Dresdner Verantwortlichen erhoffen sich davon, dass die Spieler sich besser entwickeln als das in Dresden möglich gewesen wäre, wo sie entweder auf der Bank oder Tribüne gesessen hätten. Auf ging der Plan bisher aber selten, zuletzt bei Toni Leistner.

In der Saison 2012/2013 spielte der gebürtige Dresdner unter Trainer Ralf Loose keine Rolle und wurde im Winter zum Halleschen FC verliehen. Ein halbes Jahr kickte Leistner beim Drittligisten, wurde zur festen Stütze und war maßgeblich am Klassenerhalt beteiligt. Im Sommer 2013 kehrte er zurück, bekam aber auch unter dem neuen Trainer Peter Pacult keine Einsatzzeit. Erst in der Rückrunde wurde der damals 23-Jährige zum Stammspieler, den Abstieg konnte auch er nicht verhindern, zählte jedoch zu den wenigen Lichtblicken. Deshalb versuchte Sportdirektor Ralf Minge, Leistner doch zum Bleiben zu überreden. Allerdings wollte er nicht in die 3. Liga und wechselte deshalb zum 1. FC Union Berlin. Derzeit spielt er in der zweiten englischen Liga bei den Queens Park Rangers – und ist Kapitän.

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Bei Tekerci hat es nicht geklappt

Sonst waren die Verleihgeschäfte der Schwarz-Gelben nicht besonders erfolgreich. In der vergangenen Saison wurden Marc Wachs und Justin Löwe ausgeliehen. Wachs, der 2016 von der zweiten Mannschaft von Mainz 05 gekommen war, ging zum Drittligisten VfL Osnabrück, Löwe zum Regionaligisten FC Oberlausitz Neugersdorf. Wachs spielt nun bei Wehen Wiesbaden, Löwe steht im Dynamo-Kader, wurde aber erst einmal eingesetzt.

Negativbeispiele gibt es einige, etwa Sinan Tekerci. Nach dem Abstieg 2014 wechselte der damals 20-Jährige von der U23 des 1. FC Nürnberg nach Dresden. In seinem ersten Jahr war er unter Trainer Stefan Böger noch Stammspieler. In 31 Drittligapartien konnte er fünf Tore und drei Vorlagen verbuchen. In der Saison 2015/2016 spielte er unter Bögers Nachfolger Uwe Neuhaus keine Rolle mehr.

„Wir kennen seine Fähigkeiten und haben großes Vertrauen darin, dass Sinan diese unter Beweis stellen wird, wenn er regelmäßig spielt“, sagte Minge damals. Tekerci wurde zu Preußen Münster verliehen. Die Türen stünden ihm aber weiterhin offen, so Minge. Es kam es anders, Tekerci machte kein Spiel mehr für Dynamo, steht jetzt beim Regionalligisten SV Elversberg unter Vertrag. (te)