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Das Rätsel um den faltbaren Strandkorb

Bei einer Haushaltsauflösung fällt einem Paar ein ungewöhnlicher Strandkorb in die Hände. Nun steht fest, woher er stammt.

Woher stammt dieser faltbare Strandkorb? Das wollte ein Paar aus Rostock wissen und startete einen Aufruf.
Woher stammt dieser faltbare Strandkorb? Das wollte ein Paar aus Rostock wissen und startete einen Aufruf. © dpa/Stefan Sauer

Ahlbeck. Das Rätseln um den faltbaren DDR-Strandkorb, der auf der Insel Usedom aufgetaucht ist, hat ein Ende: Er stammt aus einem Handwerksbetrieb in Schmalkalden in Thüringen. Selbst Strandkorbhersteller in Heringsdorf kannten den vor 50 Jahren produzierten "Strandkorb light" nicht, der zusammengefaltet in einen Trabi passte. Erfinder des tragbaren Strandmöbels war der Tischler Walter Weyrauch, wie dessen Sohn Ralf Weyrauch in Schmalkalden am Donnerstag sagte. Zuvor hatte die "Südthüringer Zeitung" berichtet.

Wie sich der heute 72-jährige Ralf Weyrauch erinnert, wurden die Strandkörbe von 1965 bis etwa 1973 hergestellt. Die Idee dazu sei seinem Vater gekommen, nachdem Anfang der 1960-er Jahre die Produktion von Kufen für Rodelschlitten auf Schichtpressstoff umgestellt wurde. "Er hat versucht, aus den Reststücken etwas zu machen", sagte Weyrauch.

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Sein Vater, der 1992 starb, sei sehr kreativ gewesen, er habe mehrere Patente besessen. "Die Ideen sind ihm nur so zugeflogen", sagte Weyrauch. Mit der Produktion des Strandkorbs sei es vorbei gewesen, als die Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) in einen Volkseigenen Betrieb umgewandelt und später einem Kombinat angegliedert wurde. Da sei er ausgestiegen, sagte Weyrauch. Heute führt sein Sohn die Tischlerei weiter.

Der Zeitung zufolge wurde der Strandkorb "Duett" für 250 DDR-Mark in den Versandhauskatalogen Leipzig und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) angeboten. Das berichtete auch der Nordkurier (Online). Eine Leserin aus Torgelow (Vorpommern-Greifswald) schrieb, der Strandkorb, den ihre Familie in den 1960er-Jahren für den Garten kaufte, stehe jetzt im Schwarzwald. Ihre ältere Tochter habe sich ein Strandzimmer eingerichtet, um ein wenig Heimat von der Ostsee bei sich zu haben.

Der in einem Sack aus Zeltleinwand verpackte Strandkorb war einem Paar aus Parkentin bei Rostock bei einer Haushaltsauflösung in die Hände gefallen. Sie brachten ihren Fund zum Strandkorbhersteller Korbwerk. Die Veröffentlichung von Fotos brachte nun die Auflösung des Rätsels. (dpa)