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Das Soll nur fast erreicht

Das Gymnasium Wilsdruff hat bisher nur 55 Anmeldungen. Das Verfahren ist aber noch nicht vorbei.

© Visualisierung: Iproplan

Von Hauke Heuer

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In der Ausstellung der OSTRALE Biennale O19 setzen sich verschiedene Künstler mit dem Thema Afrika auseinander. 

Wilsdruff. Die magische Zahl 60 geistert seit Wochen durch die Köpfe der Wilsdruffer und der Verantwortlichen im Rathaus. Eben so viele Anmeldungen braucht das neue Gymnasium, um vom Landesamt für Schule und Bildung genehmigt zu werden. Nachdem die Eltern Anfang März ihre Kinder an der neuen Schule anmelden konnten, war die Spannung auf das Ergebnis hoch, hängt davon doch eines der größten Projekte der Stadt ab.

Jetzt ist klar, dass zunächst zu wenige Anmeldungen eingegangen sind. Wie das Landesamt für Schule und Bildung mitteilt, gibt es bisher lediglich 55 Schüler, die in Wilsdruff die Schulbank drücken wollen. Neun der Schüler haben keine Bildungsempfehlung für das Gymnasium bekommen. Dass diese Schüler trotzdem ein Gymnasium besuchen, ist prinzipiell möglich. Denkbar wäre aber auch, dass die Zahl der Anmeldungen noch sinkt, weil einige Eltern ihre Kinder doch lieber auf die Oberschule schicken.

In der Wilsdruffer Stadtverwaltung sieht man die geringe Resonanz dennoch nicht als Problem. Denn tatsächlich ist das Auswahlverfahren noch nicht abgeschlossen. Wie Bürgermeister Ralf Rother (CDU) mitteilt, wolle man erst einmal abwarten, bis Zweitwünsche berücksichtigt worden sind. Auch das Landesamt für Schule und Bildung kündigt an, dass Entscheidungen bezüglich Klassenbildung und Schulaufnahme erst in dieser Woche getroffen werden.

Für die Eltern der künftigen Schüler scheint die Gefahr, dass die Schule nicht zustande kommt, allerdings sehr real zu sein. Nach SZ-Informationen fanden in dieser Woche noch schnell von den Eltern organisierte Nachmeldungen statt. So wurden andere Eltern wohl dazu bewogen, ihre Unterlagen, die bereits an anderen Schulen lagen, wieder einzusammeln und sich außer der Reihe verspätet anzumelden.

Nicht nur die niedrige Schülerzahl, auch ein Rechtsstreit könnte das neue Wilsdruffer Gymnasium gefährden. Der Landkreis Meißen geht nach einer Niederlage in der ersten Instanz in Berufung und will vor dem Oberverwaltungsgericht erneut gegen die Genehmigung für die Schule klagen. Meißen befürchtet, durch das neue Gymnasium, insbesondere in Nossen, Schüler zu verlieren.

Derweil sind die Arbeiten an dem Gebäude in vollem Gange. Im Sommer soll der Innenausbau beginnen. Die ersten Schüler werden im kommenden Schuljahr zunächst an einem Interimsstandort in Kleinnaundorf unterrichtet. Im Schuljahr 2019/20 wird das neue Gebäude bezogen. Der Neubau kostet rund fünf Millionen Euro. Darüber hinaus wird auf dem Campus eine Sporthalle errichtet.

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