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Feuilleton

Heute Kunst gucken kommen!

Malerei, Grafik, Bildhauerei, Fotografie, Multimedia: 38 Künstlerinnen und Künstler gestalten am Sonnabend den 9. SZ-Kunstmarkt im Dresdner Haus der Presse  - der Eintritt ist frei.

Neben vielen weiteren Werken ist auch "Superstella" von Wiebke Herrmann zum SZ-Kunstmarkt ausgestellt.
Neben vielen weiteren Werken ist auch "Superstella" von Wiebke Herrmann zum SZ-Kunstmarkt ausgestellt. © Wiebke Herrmann

Dresden. Kein Stress, mit viel Zeit an Kunstwerken vorbeiflanieren, Bilder und Grafiken anschauen und vielleicht auch ein Stück für zu Hause kaufen. Das macht den SZ-Kunstmarkt im Haus der Presse aus. Dazu kommen ungezwungene Gespräche mit namhaften Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Werke zeigen. 

Der Ehrengast kommt in diesem Jahr aus den Niederlanden. Es ist der Maler und Druckgrafiker Ben Leenen, der 1983 in Maastricht den Verlag „Elephantine Press“ gegründet hat. 38 Künstler haben ihr Kommen angekündigt, darunter auch Tilo Ettl, Wiebke Herrmann und Katrin Lau.

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Große Auswahl, hoher Qualitätsanspruch

Für das Treffen zwischen Künstlern und Kunstliebhabern ist jedes Jahr der erste Mai-Sonnabend reserviert. Der Anspruch der Macher: Die Auswahl der Werke soll hochwertig sein, dabei sind alle Genres vertreten: Malerei, Grafik, Bildhauerei, Fotografie und Multimedia. Die Mischung passt, davon haben sich allein im vergangenen Jahr mehr als 1.600 Besucher der Schau im Foyer im Haus der Presse überzeugt.

Die Kunstschau im Verlagshaus ist nicht nur etwas für Sammler exklusiver Werke mit dicker Geldbörse. Niemand ist zum Kauf verpflichtet und die Lust am Betrachten der Kunstwerke kann vielleicht dazu führen, dass aus einem Laien ein Kunstliebhaber wird, der das für sich schönste Werk gefunden hat. Der Eintritt ist frei.

SZ-Kunstmarkt am Sonnabend, 4. Mai, von 10 bis 18 Uhr im Haus der Presse (Foyer), Ostra-Allee 20. Insgesamt 38 Malerinnen und Fotografen, Bildhauerinnen und Grafiker sind mit ihren Arbeiten vor Ort. Sie sind in Sachsen zu Hause, in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, in den Niederlanden und in Litauen.

www.sz-kunstmarkt.de

© Ronald Bonß

Karen Graf: In dieser Ruhe liegt viel Kraft. Karen Graf malt gern Landschaften, die sie intensiv erlebt hat. Auf der Leinwand verdichten sich Reiseerinnerungen und Beobachtungen vor der Haustür in stiller Art. Alte Gemäuer erzählen der Malerin mehr als jeder Neubau, und mag er noch so spektakulär sein. Die Radebeuler Weinberge, Altkötzschenbroda am Abend, eine Dünenlandschaft mit Windflüchtern auf Hiddensee, die Szenerie am Hafen von Helsinki, ein seltener Moment der Ruhe in Venedig, das Ende der Saison am Meer... Karen Graf verehrt die Natur, alles Lebendige und Gewachsene. Ihre Sorge darum schwingt in ihrer Malerei leise mit, aber Weltuntergangsbilder kämen ihr nicht in den Sinn. „Mir ist es ein Bedürfnis, das Positive im Leben festzuhalten und anderen damit Kraft zu geben. Wenn mir das gelingt, fängt es auch mich auf“, sagt sie. Interieurs und Gebäude fordern sie immer aufs Neue heraus. Auch die eigene Oase auf der Terrasse wird gemalt. Ihr Mann Peter Graf, auch er ist Maler, hat einen grünen Daumen. Sie genießt es, wenn er gärtnert, und lässt es wachsen – innen und außen. 

© Thomas Kretschel

Frank Schauseil: Götter und Krieger, Nomaden und Romantiker, Haifische und seltsame Mischwesen leben in Frank Schauseils Atelier in friedlichem Miteinander. Metall, Holz, Beton, Gips, Marmor sind die Materialien, die der Bildhauer bearbeitet. Steinmetz und Steinbildhauer hat er gelernt, und mit Restaurierungen verdient er seinen Lebensunterhalt. Die Fantasie für seine freien Arbeiten geht nach einer längeren Restaurierungsarbeit gern neue Wege, weshalb sein Werk so außergewöhnlich vielgestaltig anmutet. 

© Antje Guske

Thorsten Groetschel: Stadtmaler? Heimatmaler? Will Thorsten Groetschel nicht sein. Schließlich setzt er weder touristische noch architektonische Highlights schön in Szene. Ihn faszinieren Dinge und Orte, die ihn an Vergangenes erinnern: ein Garagentor, ein Lattenzaun, eine Fernsehantenne auf dem düsteren Haus ... Beklemmende Momente erzeugt er in vermeintlicher Idylle oder im Alltagsgrau, das man sonst übersieht. Heimat ist für den 44-Jährigen mehr ein Zeitgefühl als ein Ort. Foto: Antje Guske

© Thomas Kretschel

Christine Koch: Sie ist siebzig und kerngesund. Ihre Strategie: „Ich bin immer einen unbequemen, aber für mich beglückenden Weg gegangen und habe mich entschieden, Schönes zu machen.“ Wenn die studierte Grafikerin und Fotografin mit ihrer kleinen Nikon in der Tasche rausgeht, entdeckt sie Dinge, die eiligen und gestressten Menschen verborgen bleiben. Auf der Wiese. Im Baum. Am Gartenzaun. An der Häuserwand, sogar am Müllcontainer.

© Sebastian Kahnert

Wiebke Herrmann: Hier ist Bewegung drin: Wer zum Teufel zieht dem Hündchen „Superstella“ am roten Frack? Frauchen? Ein anderer Hund, eine Katze? Das Verhältnis von Mensch und Tier setzt die junge Dresdner Malerin Wiebke Herrmann auch in ihrer vierteiligen Reihe „Wildfang“ ins Bild, für die sie Männner in der Dübener Heide beim Einfangen von Wildpferden beobachtete. Taufrisch im Atelier ist „Der Stoffhändler“ im Hintergrund. Das große Gemälde entstand nach einer Spanien-Reise.