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Das verflixte siebente Jahr

Das indische Restaurant von Nishan Multani ist bei Gästen aus nah und fern beliebt. Doch die letzte Zeit war nicht einfach.

© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

Meißen. Eine richtige Feier wollen Nishan Singh Multani, seine Frau Maria und die aktuell zwei Mitarbeiter nicht veranstalten. Auch wenn es das in Meißen und Umgebung beliebte indische Restaurant Punjabi Haveli, besser bekannt als Fuchshöhl, am Hohlweg jetzt seit genau sieben Jahren gibt.

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„Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt wieder Routine in die Arbeitsabläufe bekommen und alles seinen Gang geht. Vor ein paar Monaten war das so nicht zu erwarten. Das ist für uns Grund genug zur Freude“, sagt Bedienung Maria, die mit ihrem Mann und Restaurant-Koch, Nishan, in der Meißner Altstadt wohnt. Maria Multani möchte nicht nachtreten oder zu viel verraten, sagt nur so viel: „Wir hatten im letzten Jahr gleich mehrmals das Problem, dass wir neue Service-Kräfte für das Restaurant gefunden hatten, diese aber Rückzieher gemacht haben, bevor sie überhaupt angestellt wurden.“

Dass man anstatt zu fünft oder sechst zu viert das Pensum schaffen muss, sei auf Dauer kräftezehrend. Zumal seit zwei Jahren im ersten Obergeschoss 40 Plätze zu den bestehenden 55 dazugekommen sind, wo Besucher in einem gemütlichen Raum – dem sogenannten Rikscha-Palace – speisen können. Wegen der anstrengenden Zeit spricht auch Nishan von einem verflixten siebenten Jahr. Schon mit 15 kam er nach Deutschland, lernte bei seinem Onkel, der in Riesa ein indisches Restaurant führte. 2009 bot sich dann die Chance, die Gaststätte in Meißen zu bekommen. Die hat Multani genutzt.

Auch wenn 2015 so seine Tücken hatte, habe sich alles doch gut entwickelt. „Ich beklage mich nicht, stehe jeden Tag 18 Stunden in der Küche oder kümmere mich um die Pension im Haus“, erklärt der Chefkoch. Drei Ferienwohnungen haben die Multanis vor gut zweieinhalb Jahren von der Vorbesitzerin übernommen. Da bleibt nicht viel Zeit zum Durchschnaufen.

„Deshalb wollen wir nach wie vor eine feste Bedienung einstellen. Wer Lust hat, kann sich gerne melden“, sagt Nishan Multani. Zwar sei er wegen der Erfahrungen des letzten Jahres vorsichtig geworden. „Aber wenn es menschlich passt und derjenige sich reinhängt, würden wir uns über Unterstützung sehr freuen.“

Bis es soweit ist, wird in der Fuchshöhl weiter alles frisch gekocht, ohne Konservierungsmittel und Zusatzstoffe. Ob italienische Antipasti, Nudeln und Pizza oder typisch indische Gerichte mit Curry, Reis und Gewürzen – die Palette an Speisen ist lang und oft überraschend. „Am liebsten essen die Leute Lamm- oder Huhn mit Bio-Chili, trinken dazu original indisches Bier oder indischen Tee“, erzählt Nishan Multani.

Es seien vor allem Stammgäste, die das Restaurant am Laufen halten. „Manche kommen fast jeden Tag, andere alle zwei Wochen. Wir haben aber auch Gäste aus Leipzig, Dresden und sogar aus den alten Bundesländern“, erklärt Multani. Auch viele Araber und Chinesen gehören zum festen Kundenstamm.

Wer die indischen Köstlichkeiten lieber zu Hause isst, der kann auch vom Catering-oder Partyservice Gebrauch machen. „Ab einem Mindestbestellwert von zehn Euro liefern wir in der ganzen Stadt an. Das ist für uns ein wichtiger Zweig unserer Arbeit, der gut nachgefragt wird“, so Maria Multani. Das verflixte siebente Jahr lassen sie und ihr Mann nun hinter sich. „Das haben wir überstanden, jetzt blicken wir nach vorn und hoffen auf baldige Verstärkung für unser Team.“