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Das versteckte Baugebiet

Noch werden die Grundstücke an der Moritzburger Straße neu geordnet. Hier können rund 200 Wohnungen entstehen.

Von Kathrin Kupka-Hahn

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Sie liegt etwas verborgen, die Brache an der Moritzburger Straße. Sie erstreckt sich bis zum Konkordienplatz und bietet, seitdem im vergangenen Jahr Bäume, Sträucher und Wildwuchs entfernt wurden, richtig viel Platz. Ein neues Wohnquartier will die Stadt hier entwickeln. Erste Schritte sind bereits getan. Der Bebauungsplan existiert, und die geplante Straße sowie die beiden Wege haben auch schon ihre Namen erhalten. Sie sollen Rosa-Steinhart-Straße, Hedwig-Langner-Weg und Neudorfer Weg heißen.

Dabei ist die Idee, diese Brache zum Wohnviertel zu entwickeln, nicht neu. Das bestätigt Johannes Eikerling. Der Architekt und Stadtplaner betreut das Sanierungsgebiet Pieschen, zu dem die Fläche an der Moritzburger Straße gehört. „Schon vor dem Ersten Weltkrieg gab es um 1900 konkrete Pläne, wie sich der Stadtteil als Vorstadt weiterentwickeln soll“, sagt er und zeigt einen historischen Stadtplan. Einige Vorhaben von damals wurden umgesetzt. Später, zu DDR-Zeiten, existierten Vorstellungen, den Dresdner Nordwesten zu einem Plattenbaugebiet umzugestalten. Die politische Wende verhinderte dies. Bereits 1991 wurde ein Teil Pieschens als Sanierungsgebiet eingestuft. Seit 1992 betreut die Planungs- und Sanierungsträgergesellschaft mbH (PSG) Dresden-Pieschen, die ihren Sitz in der Markusstraße hat, dessen Entwicklung. Sie soll bis 2017 abgeschlossen sein.

So auch die für das neue Wohnquartier zwischen Moritzburger Straße und Konkordienplatz. „Wir befinden uns zurzeit im Umlegungsverfahren“, erklärt Johannes Eikerling. Denn das zwischen fünf bis sechs Hektar große Areal ist in mehr als 50 Flurstücke aufgeteilt. „Ein Großteil ist Privateigentum. Nur wenige Grundstücke gehören der Stadt“, sagt er. Einige sind noch nicht einmal erschlossen und somit für viele Eigentümer unbrauchbar. Um das zu ändern, wird die Fläche neu geordnet – Grundstücke werden zusammengelegt und je nach Straßen- und Wegeverlauf wieder aufgeteilt. Keine leichte Aufgabe. Schließlich müssen alle Eigentümerinteressen berücksichtigt werden. Auch die der Stadt.

Die konnte glücklicherweise im Vorfeld alle für den Straßen- und Wegebau erforderlichen Grundstücke erwerben. Die Bauarbeiten für die Straße, die beiden Wege und die öffentlichen Freiflächen in dem künftigen Wohngebiet sollen im September starten und zum Jahresende abgeschlossen sein. Das teilt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) mit. Das Ergebnis soll eine Straße sein, die Autofahrer, Fußgänger, Radler und spielende Kinder nutzen dürfen. Erreicht wird das dadurch, dass sich die Fahrbahn um Bäume und Grünflächen schlängelt. Autofahrer kommen nicht schneller als 20 Kilometer pro Stunde voran. Parkplätze sind am Straßenrand nicht vorgesehen. Vielmehr soll es Fahrradbügel und Bänke geben. Rund 1,7 Millionen Euro kostet der Bau der Straße. Da sie im Sanierungsgebiet liegt, kann die Stadt einen Teil der Baukosten über Fördermittel finanzieren. Einzige Voraussetzung ist, dass sie bis 2017 fertig ist. Aber nicht nur Straßen werden in diesem Jahr neu gebaut. Auch die bestehende Kleingartensparte Concordia wird neu geordnet und bekommt ein neues Vereinshaus. Die Arbeiten dafür sollen im Mai beginnen.

Wann die ersten Häuser in dem Quartier entstehen, können weder der Stadtplaner noch der Baubürgermeister einschätzen. „Das hängt auch von dem Druck auf dem Wohnungsmarkt ab“, sagt Eikerling. Konkrete Bauanträge oder Bauvoranfragen liegen laut Marx noch nicht vor. Denn zunächst müssen die Grundstücke im Innern des Quartiers neu geordnet sowie die Straße und Wege gebaut werden. Möglich ist in dem neuen Wohngebiet jedoch vieles.

Entlang der äußeren Straßen – Leipziger, Moritzburger und Konkordienstraße – sollen die noch vorhandenen Baulücken geschlossen werden. Je nach Standort können dort Häuser mit bis zu fünf Geschossen entstehen. Im Inneren des Quartiers sind Bauten mit zwei bis drei Geschossen vorgesehen. Damit sich das Areal auch als richtiges Stadtviertel entwickeln kann, sollen sich in den Häusern auch Gewerbetreibende, Einzelhändler, Praxen und Gastronomen ansiedeln.

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