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Deutschland & Welt

Das war Europas wärmster Winter

Rekordwerte sind angesichts des Klimawandels keine Seltenheit. Die Temperaturen in diesem Winter lassen aber auch Experten aufhorchen.

So sah der Winter in der Oberlausitz aus. Von Kottmarhüser geht der Blick in Richtung Eibau.
So sah der Winter in der Oberlausitz aus. Von Kottmarhüser geht der Blick in Richtung Eibau. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

London. Dieser Winter war in Europa mit Abstand der wärmste seit dem Beginn der Aufzeichnungen. Das teilte der europäische Copernicus-Klimawandeldienst (Copernicus Climate Change Service, C3S) am Mittwoch in London mit. 

Demnach lag die Temperatur von Dezember 2019 bis Februar 2020 im Schnitt um 3,4 Grad Celsius über den durchschnittlich gemessenen Werten aus den Jahren 1981 bis 2010 - und fast 1,4 Grad über dem bislang wärmsten Winter 2015/16. Besonders im Norden und Osten des Kontinents war die Temperatur höher als gewöhnlich. Dasselbe gilt für Sibirien und Zentralasien.

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In Deutschland lag dieser Winter knapp vier Grad über dem Vergleichswert und war damit nach Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der zweitwärmste seit dessen Messbeginn im Jahr 1881. Nur der Winter 2005/06 war wärmer. In den Bundesländern Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war es demnach sogar der wärmste Winter. 

Nicht nur der Klimawandel ist schuld

Zurückzuführen sei das nicht allein auf die globale Erderwärmung, betonte C3S-Direktor Carlo Buontempo der Mitteilung zufolge. Jahreszeitliche Temperaturen seien, besonders außerhalb der Tropen, von Jahr zu Jahr großen Schwankungen unterworfen. 

Trotzdem sei ein Verstärkungseffekt anzunehmen, so Buontempo. "Obwohl das für sich genommen ein wirklich extremes Ereignis war, ist es wahrscheinlich, dass diese Art von Vorkommnissen durch den globalen Erwärmungstrend extremer gemacht wurden."

Der vorige Februar war demnach der zweitwärmste bislang gemessene Februar sowohl in Europa als auch weltweit und lag nur knapp - um fast 0,1 Grad Celsius - unter dem Rekordhalter im Jahr 2016. Besonders mild war es nach Angaben von Copernicus in einer Region von Südfinnland über die Ukraine bis nach Russland.

Auch in der Westantarktis wurden hohe Werte gemessen. Kühler als gewöhnlich war es dagegen in Alaska, Grönland und im äußersten Osten Russlands. Der Januar 2020 war weltweit der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Schnee  gab es meist nur im Gebirge. wie hier auf dem Fichtelberg in Oberwiesenthal.
Schnee  gab es meist nur im Gebirge. wie hier auf dem Fichtelberg in Oberwiesenthal. © Jens Büttner/dpa

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Der Klimawandeldienst der EU erstellt monatlich Berichte über die Lufttemperatur, das Meereis und den Wasserkreislauf. Dabei wird auf Daten von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen rund um den Globus zurückgegriffen. (dpa)

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