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Das waren die Görlitzer Gerberhäuser

Am Ostufer der Neiße in Görlitz und später Zgorzelec standen einst die Gerberhäuser. Das lässt sich heute nur noch erahnen.

© Hans Schulz

Von Hans Schulz

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Görlitz/Zgorzelec. Kaum noch jemand wird sich an die Gerberhäuser an der Neiße erinnern. Dabei waren sie einst eine markante Bebauung bis direkt an das Wasser heran. Tatsächlich war es der Handwerksstand der Gerber, der diese einfach Bauten in einer Kombination von Wohnen und Arbeiten nutzte und die bei jedem Hochwasser der Neiße als erste betroffen waren, immer wieder aber notdürftig erneuert wurden.

Auf dem Foto sind die Häuser um 1950 zu sehen. © Hans Schulz
Blickt man vom Westufer über die Neiße, kann man nur noch erahnen, wo sich diese Häuserzeile einst entlangzog. © Hans Schulz

Die meisten Gerberhäuser waren am östlichen Ufer zu finden. „Diese Häuser sind Kinder der Rabenberggasse“, schrieben die „Niederschlesischen Heimatblätter“ 1930.

Rabenberggasse hieß die spätere Prager Straße (heute Daszynskiegostraße) bis 1850. Die Häuser zogen sich bis zur Talstraße hin (heute Strugastraße) und bildeten eine geschlossene Linie auf der heute freien Seite der damals sehr engen Straße.

Blickt man vom Westufer über die Neiße wie auf dem dritten Bild, kann man nur noch erahnen, wo sich diese Häuserzeile einst entlangzog, zumal sich auch die jetzt frei, damals im Hintergrund stehenden Häuser nach Rekonstruktionen und Sanierungen erheblich verändert haben.

Die alten Gerberhäuser verfielen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zunehmend, wurden nicht mehr bewohnt, und in den 1950er Jahren Schritt für Schritt abgerissen.