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Das waren noch Zeiten...

Wenn eine Schule 120 Jahre alt wird, gibt es eine Menge wunderbarer Geschichten. Und die müssen dringend erzählt werden.

Von Martha Engel

Grünlichtenberg. Das dachten sich auch Kirchenvorstandsmitglied der Grünlichtenberger Kirche Michael Kreskowsky und Elke Schlieder, Schulleiterin der ortsansässigen Grundschule, bei einer Abendveranstaltung in der vergangenen Schulfestwoche. Während des Vortrages in der Kirche war das Festobjekt hell erleuchtet durch das Kirchenfenster gegenüber zu sehen.

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Die Bänke in der warmen Kirche, die in ein schummriges Licht getaucht war, füllten sich rasch mit ehemaligen Schülern und Lehrern, sowie neugierigen Gästen, die neben dem ein oder anderen Gläschen Sekt und leckeren Kleinigkeiten gespannt den Geschichten von Kreskowsky lauschten, der mit Witz und Charme von der guten alten Zeit erzählte. Ein zustimmendes Raunen ging immer dann durch die Kirche, wenn man auf alten Fotografien den frechen Nachbarsjungen oder einen alten Lehrer erkannte. Auch mit zahlreichen Bildern des alten Schulgebäudes erinnert Kreskowsky an eine Zeit, als der Lehrer noch von Bauernhof zu Bauernhof zog, die Schüler dort vor den Augen der Eltern unterrichtete, er nicht nur Lehrer, sondern auch Kantor in der ortsansässigen Kirche war und später sogar über der Schule wohnte. Bis zu 142 Schüler aus den benachbarten Orten wurden damals von einem einzigen Lehrer unterrichtet. Natürlich reichten bald die Kapazitäten nicht mehr aus und so wurde im Jahr 1897 ein neues Schulgebäude eröffnet. Neben vielen Jahren des Bauens und Umbauens gab es aber immer wieder schöne Momente, wie das Schulfest, bei dem das ganze Dorf und die Kirche mitfeierten.

„Die Schule ist aus der Kirche geboren und ich finde es schön zu sehen, wie sich die Dorfgeschichte noch heute mit der Kirche verbinden lässt“, freut sich Reinald Richber, der seit acht Jahren in der Gemeinde Pfarrer ist. Er sowie die Veranstalter sind mit dem Ausgang des Abends mehr als zufrieden. Michael Kreskowsky ist sichtlich gerührt bei all dem Zuspruch, den er nach seiner Rede erhält. „Ich finde es wunderbar, wie viele Menschen gekommen sind um an diesem Abend etwas ganz besonderes zu feiern“, erzählt er stolz. Auch für Ralf Jakob ist es ein Wiedersehen mit der alten Schule und dem ein oder anderen Lehrer. An diesem Abend ist er mit seinem Vater da, der ebenfalls in der Grünlichtenberger Schule war. „Meine Klasse war damals die letzte Klasse, die den Umbau der Schule miterlebte und bei dem wir auch als Schüler mithalfen.“

An den Umbau 1986 kann sich auch der ehemalige Direktor Klaus Tast noch erinnern, der von 1975 bis 1992 die Schule leitete. In seiner Festrede, die er anlässlich des Geburtstages geschrieben hat berichtet er, dass er in der Zeit des Umbaus nicht nur die Stelle des Direktors inne hatte, sondern auch die des unfreiwilligen Bauleiters. Mit seiner Frau Marianne Tast, die bis 1965 Schülerin an der Schule war, feierte er an diesem Abend zahlreiche glückliche Erinnerungen. Für die Schule wünscht sich der Direktor im Ruhestand vor allem eine gesicherte und friedliche Zukunft.