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Das wird ein enges Ding

An der westdeutschen Ostseeküste waren bei den Duellen zwischen Holstein Kiel und Dynamo Dresden Tore rar gesät. Am Sonntag könnte sich das ändern.

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© Robert Michael

Von Cornelius de Haas

Dresden. Zwar hat Dynamo Ende Oktober 2015 den bislang letzten Auftritt im Holstein Stadion siegreich gestalten können (2:1), das sollte aber keine falschen Hoffnungen wecken. Zum einen waren die Dresdner bei vier der bislang sechs Auftritte in Kiel – wenn auch stets knapp – unterlegen, zum anderen segeln die Störche seit ihrem Aufstieg in die 2. Liga in unerwarteter Höhenluft. Platz zwei nach zwölf Spieltagen hätten selbst die kühnsten Optimisten nicht für möglich gehalten. Längst ist die Mannschaft von Markus Anfang in der neuen Liga angekommen und punktet stabil, egal ob zu Hause oder auswärts.

Erst zweimal gingen die Kieler in dieser Saison als Verlierer vom Platz. Zuletzt am 19. September, als sie vor heimischer Kulisse dem FC St. Pauli mit 0:1 unterlagen. Die Euphorie in der Ostseestadt ist derart groß, dass die Fußballer es sogar geschafft haben, den in der Krise steckenden Weltklasse-Handballern des THW Kiel auf der Beliebtheitsskala – zumindest temporär – hinter sich zu lassen.

Wesentliche Eckpfeiler des Erfolges sind Marvin Ducksch und Dominik Drexler. Während der erste mit neun Treffern die Torschützenliste der Liga anführt, listet das Sportmagazin Kicker den zweiten als mit Abstand notenbesten Spieler. Sechs weitere Akteure weisen einen besseren Schnitt als 3,0 aus. Die mannschaftliche Geschlossenheit dürfte als ein weiterer Grund des Höhenflugs sein. Nicht auszuschließen, dass am Ende der Saison die erste Bundesliga das erste Team aus Schleswig-Holstein willkommen heißen kann.

Ein alter Bekannter gehört nach wie vor zum Kader der Norddeutschen: Luca Dürholtz. Doch wie schon bei Dynamo kommt der Mittelfeldwirbler, der einst von Real Madrids Nachwuchsspäher gelockt wurde, nicht richtig zum Zug. Seit seinem Wechsel im Sommer 2016 kam er in 17 Spielen auf 605 Einsatzminuten. In der laufenden Saison gehörte er noch nie zum Zweitliga-Spieltagskader. Lediglich in der zweiten Mannschaft wurde der 24-Jährige bislang dreimal eingesetzt.

In den bislang sechs Spielen in Kiel fielen insgesamt elf Tore. Es spricht einiges dafür, dass sich das am Sonntag ändert, wenn der beste Angriff auf die – nach Gegentoren – fünftschlechteste Abwehr der Liga trifft.

Dynamos Bilanz gegen Holstein: 12 Spiele, 5 Siege, 2 Unentschieden, 5 Niederlagen. 17:11 Tore.