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Döbeln

Das Wunschziel heißt Regionalmeisterschaft

Jörg Soujon trainiert seit zwei Monaten Fußball-Kreisoberligist Roßweiner SV. In dieser Zeit hat er einige Erkenntnisse gewonnen.

Eins von sieben Testspielen bestritt der Roßweiner SV gegen Oberligaaufsteiger FC Grimma. Dabei unterlagen Neuzugang Max Zimmermann (2. v. re.), Stanley Steenbeck (re.) und die Mittelsachsen dem hohen Favoriten zur Stadioneröffnung mit nur 1:2. © Dietmar Thomas

Roßwein. Seine Spielwiese ist eigentlich die Landesklasse. In der war der Döbelner Jörg Soujon 14 Jahre beim Hausdorfer SV beziehungsweise HFC Colditz aktiv. Erst als Spieler, später als Mannschaftsverantwortlicher, Trainer und auch Sponsor. Bis der Verein dem aus Ostrau stammenden ehemaligen Landesligastürmer des Döbelner SC im Jahr 2017 überraschend den Stuhl vor die Tür setzte. 

Zwei Jahre machte der 45-Jährige Pause, legte seine Prioritäten in der Freizeit vor allem auf die Familie. Ohne vom Fußball ganz loslassen zu können. Oft wurde er vor der heimischen Döbelner Haustür im Heinz-Gruner-Sportpark gesehen. Und auch anderswo schaute Jörg Soujon vorbei, wo Fußball gespielt wurde. 

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Eine ausgedehnte Fahrradtour ist fabelhaft – wenn sie gut vorbereitet ist.

Nun ist er zurück auf der Trainerbank und will mit Landesklasseabsteiger Roßweiner SV in der Kreisoberliga neu durchstarten. Der Döbelner Anzeiger sprach vor dem Saisonbeginn mit dem polarisierenden Fußballenthusiasten.

Jörg Soujon, nach 14 Jahren in Hausdorf haben Sie sich zwei Jahre Auszeit genommen. Was hat den Ausschlag gegeben, bei Landesklasseabsteiger Roßweiner SV anzuheuern?

Es war schon ein Bitten und Drängeln des Vereins vorhanden, nachdem Gerd Hentzschel aufgegeben hatte, um den Spielern schnellstmöglich einen neuen Trainer zu präsentieren. Hauptanreiz war allerdings, dass ich nur fünf, sechs Leute persönlich kannte, den Rest aber nicht. So konnte ich ganz unvoreingenommen an die Aufgabe herangehen, um vielleicht etwas zu verändern und meine Spielphilosophie zu verwirklichen.

Knapp zwei Monate sind Sie im Amt, inwieweit sind erste Ansätze erkennbar, dass Ihnen das gelingt?

Die Mannschaft ist wissbegierig und zieht voll mit. Die Spieler nehmen sich der neuen Ideen an und versuchen sich weiterzuentwickeln.

Wie ist die Vorbereitung verlaufen?

Die Trainingsbeteiligung war super. Bis auf ein Training, wo fast alle Urlaub hatten, waren wir immer 16 bis 20 Mann. Und der richtige Konkurrenzkampf wird erst beginnen. Denn ab dieser Woche erwarte ich noch mehr Leute zum Training.

Es gibt nach dem Abstieg also keinen Abwärtstrend in der Motivation?

Absolut nicht. Es ist eine super Truppe, die gewachsen ist. Einen solchen Zusammenhalt habe ich in den Jahren vorher nicht erlebt. Deshalb ist, glaube ich, auch kaum jemand aus der Mannschaft gegangen.

Normalerweise gehen Trainer in Ligen, die sie kennen. Inwieweit ist das bei Ihnen in der Kreisoberliga der Fall?

Ich kenne die Liga schon, und dieses Jahr durch die Abstiege von Roßwein, Döbeln und Naunhof sowieso. Borna hat lange Landesklasse gespielt und Leisnig oder Ostrau kenne ich ja auch. Dennoch muss ich mir erst mal anschauen, wie hier Fußball gespielt wird. Aber man kennt sich insgesamt doch schon seit Jahren. Ein Grund, dorthin zu gehen, war aber auch die Tatsache, dass in Roßwein etwas passiert. Ich denke da an den Sozialtrakt und die Plätze, die in dieser Woche noch hergerichtet werden.

Insgesamt haben Sie mit Ihrer Mannschaft sieben Testspiele absolviert, ist das in der kurzen Zeit nicht etwas viel?

Eigentlich wären es sogar neun gewesen. In Spielen lernen die Spieler einfach mehr, weil sie mehr motiviert sind als im Training. Trainiert haben wir aber ja dennoch.

Jörg Soujon sitzt nach zwei Jahren Auszeit wieder auf der Trainerbank. Diesmal beim Roßweiner SV.  © Dietmar Thomas

Welche sportlichen Erkenntnisse haben Sie in dieser Zeit gewonnen?

Es wird von der Truppe schon versucht, viele Sachen spielerisch zu lösen. Ich denke, dass die Kerle fit sind. Auch das Spiel gegen den Ball ist schon sehr gut, gerade gegen stärkere Gegner. Mit Ball gibt es noch ein paar Defizite. Daran müssen wir arbeiten. Aber insgesamt bin ich zufrieden.

Bislang hatte Ihre Mannschaft ein recht hohes Durchschnittsalter, wird sich das ändern?

Die älteren Spieler hängen sich nach wie vor rein. Aber man erkennt plötzlich, dass auch talentierte Jugendspieler da sind, die die Zukunft des Vereins sind und voll integriert werden müssen. Da ist durchaus etwas im Kommen.

Wie lautet die Zielstellung für die kommende Saison?

Das ist schwer zu beantworten, weil die Kreisoberliga in diesem Jahr qualitativ besser sein wird als zuvor. Unter den ersten Fünf will ich uns aber auf alle Fälle sehen. Titelanwärter ist, denke ich, Borna, dahinter aber gleich Frohburg.

Und wo soll es perspektivisch hingehen?

Erst mal wollen wir die jungen Leute, mit viel Spaß, erfolgreich in den Männerbereich integrieren. Um die Grundlage zu legen, dass, wenn die älteren Spieler irgendwann nicht mehr da sind, in Roßwein weiter erfolgreich Fußball gespielt wird. Es gilt jetzt, sich in der Liga zu festigen.

Mit dem Döbelner SC, VfB Leisnig und dem SV Ostrau 90 kommt auch viel Konkurrenz aus der Region?

Mein größter Wunsch wäre es, diese Mannschaften hinter uns zu lassen. Aber das dürfte sehr schwer werden. Vor allem Leisnig und Ostrau haben sich sehr gut verstärkt. Diese beiden Mannschaften und wir werden die regionale Meisterschaft wohl unter uns ausmachen. Die Döbelner dagegen sehe ich als Wundertüte, für diese junge Truppe wird es schwer. Auf alle Fälle werden die Derbys viele Zuschauer anziehen und das ist gut für die Region.

Sein Auftaktspiel bestreitet der Roßweiner SV beim TSV Burkartshain. Mit welchem Ziel läuft Ihre Mannschaft auf?

Drei Punkte, da gibt es keine zwei Meinungen. Das Auftaktspiel muss gewonnen werden, um ordentlich in die Saison zu starten. Danach kommt Borna und dann wird man sehen, wo wir stehen.

Gespräch: Dirk Westphal

Aufgebot Rossweiner SV

Tor: Torsten Jentzsch. Abwehr: Kay Lehmann, Steffen Peter, Tom Seydel, Max Zimmermann, Toni Messner, David Renner, Steffen Zerge. Mittelfeld: Wim Burkhardt, Moritz Höhne, Roy Lißner, Sascha Nartzschke, Matthias Polefka, Lukas Haferlandt, Stephan Krondorf, Nick Mihalek, Nico Peschel, Stanley Steenbeck.

Angriff: Benjamin Brambor, Richard Schwitzky, Ronny Marbach. Trainer: Jörg Soujon. Co-Trainer: Helge Möws. Torwart-Trainer: René Müller.

Zugänge: Ronny Marbach (SV Marbach), Roy Lißner, Max Zimmermann (beide Döbelner SC). 

Abgänge: Christian Kropp (Mochau), Christopher Wiesner (SV Medizin Hochweitzschen), Till Kurze (SG Zschaitz/Ostrau II), Jens Arnold (Roßweiner SV AH), Sebastian Kaulich (SV Medizin Hochweitzschen).

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