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Das Zabeltitzer Palais ist fertig

Nach knapp anderthalb Jahren ist die Sanierung von Großenhains Perle abgeschlossen. Gefeiert wird das allerdings später.

© Anne Hübschmann

Von Susanne Plecher

Zabeltitz. Am Freitag hat die Großenhainer Firma Richter noch einmal ihre Reinigungsprofis durch die herrschaftlichen Räume geschickt. Am heutigen Samstag wird das Palais wieder für alle offen sein. Es ist so weit. Der lange erwartete und von manchen Verantwortlichen wohl gleichermaßen herbeigesehnte wie gefürchtete Tag wird allerdings nicht so gefeiert, wie man es angesichts der schwierigen Planungs- und Bauphase erwarten könnte. Nämlich gar nicht.

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Die Zabeltitz-Info wird geöffnet sein und das Kulturschloss macht das Palais-Café pünktlich zur Saisoneröffnung wieder auf. Dort werde es laufen „wie immer“, wie eine Mitarbeiterin sagte.

Vielleicht braucht die Partyvorbereitung einfach etwas mehr Zeit. Vielleicht ist das Budget aufgrund der massiv erhöhten Baukosten implodiert. Vielleicht ist die Aufgabendichte der Mitarbeiter einfach zu hoch, um noch ein Event zu stemmen. Trotzdem darf verwundern, dass der erste Tag nach Abschluss der fast anderthalbjährigen Sanierungsarbeiten sang- und klanglos ablaufen soll. Gefeiert, so Stadtbaudirektor Tilo Hönicke, wird später. Die Stadt beruft sich auf den Denkmalstag. Am 11. September soll die landkreisweite Eröffnungsveranstaltung in den frisch sanierten Räumen stattfinden, die Untere Denkmalschutzbehörde hatte den Vorschlag unterbreitet. Die nötige Würde ist dem Ort ja eigen.

Dem Stadtrat wird auf einer Sommersitzung schon eher genau gezeigt, was am Bauwerk alles erneuert und verändert wurde. Und die Bevölkerung, sagt Hönicke einladend, könne jederzeit eine der Veranstaltungen besuchen, die das Kulturschloss anbiete, oder sich in der Zabeltitz-Information umsehen oder die Angebote des Palais-Cafés nutzen. „Wir haben als Stadt dafür viel Geld in die Hand genommen. Das Ergebnis zeigt, dass es sich gelohnt hat. Jetzt müssen die Großenhainer das Angebot nur noch annehmen“, wirbt Hönicke.

Immerhin ist das Palais unvorhergesehener Maßen zum Millionenobjekt geworden. 1,1 Millionen Euro haben die umfangreichen Arbeiten gekostet. Als die Stadt im Oktober 2014 die ersten Baufirmen beauftragte, war sie noch von 445000 Euro ausgegangen. Auflagen des Denkmalschutzes und des Brandschutzes trieben die Kosten in die Höhe – und die Planungszeit in die Länge. Die Baugenehmigung wurde erst am 22. Januar 2015 erteilt. Zu dem Zeitpunkt waren die angesetzten Gesamtkosten auf 785000 Euro in die Höhe geschnellt. Den finanziellen Paukenschlag brachte aber der Februar dieses Jahres.

Da war klar, dass es eine erneute Verschiebung des Fertigstellungstermins geben würde - und eine erneute Kostenerhöhung. Denn während der Sanierung mussten die Bauleute feststellen, dass es eklatante Mängel in der Bausubstanz, der Elektroinstallationen und der bereits bestehenden Brandschutzanlagen gab. Davon konnte vorher niemand ausgehen, denn der Vorbesitzer, die Bahn, hatte keine Unterlagen weitergegeben.

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Nun ist’s vollbracht. Das Haus ist schick. Das Café wurde vergrößert, eine Küche eingebaut, die Toiletten- und Sanitäranlagen umgebaut. Die Treppen, Fensterrahmen und Türen sind frisch gestrichen, die Wände ebenso, manche Leuchtkörper ersetzt. Es gibt eine Bar und den zweiten Fluchtweg im Fall eines Brandes, über den lange debattiert wurde. Er ist im Haus eingerichtet worden – und verschandelt nicht als externe Fluchttreppe die Außenansicht.