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Geld und Recht

Datenklau im Internet: 

Das Smartphone in der Hand, den Blick auf das Display gerichtet sind viele täglich über Stunden damit beschäftigt, im Internet zu surfen.

Stets online und mit vielen anderen vernetzt zu sein ist üblich. Der Schutz der persönlichen Daten sollte es auch sein.
Stets online und mit vielen anderen vernetzt zu sein ist üblich. Der Schutz der persönlichen Daten sollte es auch sein. © pixabay.com © geralt (CC0 Creative Commons)

Ob sie soziale Medien nutzen, Musik streamen oder E-Mails beantworten – das Smartphone ist zu einem kleinen Datentresor geworden. Smartphone-Nutzung ist ein alltäglicher Anblick geworden, sei es auf der Straße, in der U-Bahn, im Bus, auf dem Bahnhof oder im Imbiss um die Ecke. Die wenigsten machen sich darüber Gedanken, dass sie in einem öffentlichen WLAN-Netzwerk und meistens auch zuhause praktisch gläsern agieren. Was sie tun oder lassen ist einsehbar und ein offenes Netzwerk ist besonders anfällig für Angriffe. Das gilt nicht nur unterwegs, sondern auch bei Aktivitäten in den eigenen vier Wänden am PC oder Notebook.

Ungeschützte Internetverbindung öffnet Tür und Tor für Cyberkriminelle

Ein sensibler Angriffspunkt für Datenklau ist eine offene Internetverbindung. Bildlich gesprochen handelt es sich um einen offenen Datenfluss, aus dem sich mit ein wenig technischem Geschick die Daten abfangen und herausfischen lassen. Cyberkriminelle haben es dabei zum Beispiel auf Passwörter und E-Mail-Kontakte abgesehen. Damit lässt sich schon einiges anfangen. Die Daten werden genutzt, um beispielsweise Geld zu ergaunern oder weitere Daten auszuspionieren. Gelingt es Hackern den E-Mail-Account zu knacken, können sie Zugangsdaten zu Onlineshops und anderen Diensten bekommen und auf Kosten anderer großen Schaden anrichten. Beim Identitätsklau gehen Täter besonders perfide vor. Sie können damit nicht nur in Onlineshops nach Lust und Laune einkaufen, sondern auch schlimme Straftaten begehen, die ihnen erst mal nicht angelastet werden können, sondern dem unbescholtenen Bürger, dessen Identität sie gestohlen haben.

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Internetverbindung schützen

Eine offene Datenverbindung lässt sich mit wenigen Handgriffen schützen. Nutzer können sozusagen einen Tunnel rund um ihren Datenfluss errichten. Angreifer prallen an diesem Tunnel ab wie an einem stabilen Kanalrohr und können nicht ohne weiteres in den Datenstrom greifen. Dieser Tunnel heißt VPN-Tunnel, wobei es zahlreiche Anbieter für dieses Sicherheits-Tool gibt. Auf der Website von VPNOverview werden die Angebote der Software-Firmen geprüft und die Ergebnisse in verständlichen Testberichten vorgestellt. Außerdem gibt es eine Top-5-Liste, die die besten Tools darstellt, die aktuell zu haben sind. Mit Blick auf die Aktualität ist es ratsam, sich von Zeit zu Zeit auf die Website einzuwählen – natürlich über eine VPN-Verbindung – und zu prüfen, ob die gewählte Software nach wie vor zu den besten gehört.

Die Anwendung ist in der Praxis ganz einfach: Software aussuchen, App des Anbieters herunterladen und installieren, VPN-Tunnel aktivieren und sicher surfen.

Schutz von Daten und Online-Aktivtäten muss nutzergerecht sein

Obwohl der Schutz so einfach zu haben ist, nutzen ihn viel zu wenige Privatpersonen. Selbst Firmen und sogar staatliche Einrichtungen sind nicht immer optimal geschützt – eine leichtsinnige Nachlässigkeit, die unangenehme Folgen haben kann. Sogar der Deutsche Bundestag musste zugeben, dass die Accounts zahlreicher Abgeordneter gehackt wurden.

Natürlich brauchen Behörden einen anderen Schutz als Firmen oder Privatleute, was auch an den Datenmengen und Datenarten liegt, mit denen sie arbeiten. Beispielsweise verwalten Einwohnermeldeämter und Standesämter sehr sensible Daten ihrer Bürger. Hier werden Geburtsdaten, vollständige Namen, Mail-Adressen, Telefonnummern und anderes mehr gebündelt. Verschafft sich ein Hacker Zugriff darauf, hat er mit einem Schlag unzählige Datensätze vieler Einzelpersonen und kann diese missbräuchlich verwenden.

Privatpersonen brauchen einen angemessenen Schutz, der auf ihre individuellen Aktivitäten ausgerichtet ist. Ein VPN ist stets ratsam, und auch andere Maßnahmen dienen zum Schutz vor Datenklau und Cyber-Kriminalität.

Tipps zum Datenschutz im Internet für Privatpersonen

Im Kursangebot der örtlichen Volkshochschulen wie der in Dresden sind zum Beispiel Kurse zur Internet Sicherheit und verschlüsselten Kommunikation sowie zur Cyberkriminalität zu finden. Wer noch überhaupt keine Berührung mit diesem Themenbereich hatte, sollte diesen Artikel lesen und im Verzeichnis seiner örtlichen Volkshochschule einmal nachsehen, welche Kurse dazu angeboten werden und sich grundlegend informieren. Für die schnelle Soforthilfe ist die folgende Checkliste gedacht. Anhand der Tipps lässt sich die eigene Sicherheit beim Surfen im Netz sofort verbessern.

1. Zugang ohne Administratorrechte anlegen und nutzen

oftmals ist es so, dass der Besitzer eines Computers seinem eigenen Zugang die vollständigen Administratorrechte zuweist. Doch es ist ratsam, beim Surfen im Internet ein Benutzerkonto zu verwenden, dessen Rechte eingeschränkt sind. Auf diese Weise lässt sich verhindern, das schädliche Programme weitreichende Konsequenzen haben, da sie auf die aktuellen Rechte des gehackten Nutzers zugreifen.

2. Clevere Passwörter wählen

Für jede Website und jeden Dienst sollten User ein eigenes Passwort verwenden. Wird nämlich einmal ein Passwort geknackt bedeutet das nicht, dass zugleich auch alle anderen Accounts im Netz geöffnet werden können. Zusätzlich gilt es die Passwörter regelmäßig zu ändern. Ein Tipp, um ein cleveres Passwort zu wählen wäre einen Satz auf die Anfangsbuchstaben zu reduzieren. Ein Beispiel soll zeigen, wie das gemeint ist.

Der Satz lautet: Mein Vater ist 1950 geboren und lebt auf Mallorca! Die Abkürzung lautet entsprechend: MVi1950gulaM!

Wer viele Accounts online zu verwalten hat sollte auf einen prämierten Passwort-Manager zugreifen. Hier bietet sich neben vielen anderen zum Beispiel Sticky Passwort an.

3. Spezielle E-Mail-Adresse anlegen

Mit zwei E-Mail-Adressen zu arbeiten bedeutet sich selbst vor Spam, Phishing Mails und anderem zu schützen. Eine E-Mail-Adresse ist für die wichtige Kommunikation ausschließlich per E-Mail mit anderen reserviert, beispielsweise mit Banken, Versicherungen, Arztpraxen, Steuerberater etc. Die andere Adresse ist für Anmeldungen von Services im Netz gedacht. Dazu gehören Social-Media-Accounts und Zugänge zu Webshops aller Art.

4. Datensparsamkeit praktizieren

Es ist ratsam nur so wenige Daten wie möglich preiszugeben. Wer keine privaten Daten öffentlich macht, reduziert die Missbrauchsmöglichkeiten. Das gilt vor allem auch für die Zusatzdaten bezüglich der Wohnadresse oder Postanschrift. Auch die persönliche Telefonnummer sollte nur angegeben werden, wenn es zwingend erforderlich ist. Viele Online-Formulare bieten diese Felder zur freiwilligen Angabe an.

5. Daten verschlüsselt übertragen

Social Media Accounts und Webmailer bieten ihren Nutzern an, mit einfach verschlüsselten Verbindungen Daten zu übertragen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten für Daten Verschlüsselung zu sorgen, eine wirkungsvolle ist sicherlich das VPN wie oben beschrieben. User sollten die sicherste Variante wählen.

6. Stets up-to-date bleiben

Die eigene Software sollte stets auf dem neuesten Stand sein, weil sie dann den aktuellen Bedrohungen am besten gewachsen ist. Nahezu täglich werden Sicherheitslücken bekannt, die mit sogenannten Patches verschlossen werden. Optimal geschützt ist ein System nur, wenn Betriebssystem und Anwendungsprogramme permanent auf dem neuesten Stand sind. Deshalb ist es ratsam, automatische Updates zuzulassen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Jessica Walther .