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Niesky

Dauerbrenner wollen den Sieg

Ronny und Ronny aus Nieder-Neundorf sind zum zehnten Mal beim Neiße-Rennen dabei. Und haben noch viel vor.

Am Sonntag geht es für „Ronny und Ronny“ wieder los. Die beiden Nieder-Neundorfer stehen seit dem ersten Wettkampf in den Startlisten des Neiße Adventure Races in Rothenburg.
Am Sonntag geht es für „Ronny und Ronny“ wieder los. Die beiden Nieder-Neundorfer stehen seit dem ersten Wettkampf in den Startlisten des Neiße Adventure Races in Rothenburg. © André Schulze

In Strömen geregnet hat es noch nie beim Neiße Adventure Race in Rothenburg. Ab und zu sei es mal frisch gewesen. Insgesamt aber habe das Wettkampfwetter bisher immer gestimmt, meinen Ronny und Ronny. Der eine, Pochert, ist 52 Jahre alt und stammt aus Nieder-Neundorf. Der andere, Dönnicke, ist sechs Jahre jünger. Beide sind Nachbarn und seit dem ersten Outdoorwettkampf an und auf der Neiße stets dabei. „Als wir zum ersten Mal von der Veranstaltung hörten, wollten wir unbedingt mitmachen“, erinnert sich Ronny, der Ältere. „Wir sind schon seit vielen Jahren gemeinsam unterwegs, laufen zusammen, fahren Rad. Da kam uns eine solch neue Herausforderung gerade recht.“ Zudem konnte Ronny, der Jüngere, schon auf Erfahrungen von anderen großen Sportveranstaltungen zurückgreifen. „Ich war schon mal beim Marathon dabei und bin beim Zittauer Gebirgslauf und Wandertreff mitgelaufen. Ich fand die Idee richtig geil. Uns konnte ja nichts Besseres passieren, als eine solche Veranstaltung fast vor der Haustür zu haben.“

Wenn die beiden Ronnys heute beim Fototermin ganz relaxt auf dem Schlauchbootrand sitzen, so war das beim ersten Start vor zehn Jahren noch ganz anders. „Laufen konnten wir. Aber paddeln und den Hindernisparcours bewältigen – da wussten wir nicht, was uns blüht“, erzählt Ronny Pochert. Von Freunden bekamen sie Riesenski geschenkt, um sich darauf auszuprobieren.Außerdem ging es vor dem Wettkampf querfeldein durchs Gelände. „Für uns war klar: Besser gut vorbereitet sein, als dem Feld hinterherzuhecheln.“ Das mussten die beiden Nieder-Neundorfer nicht. Zum Auftakt hätten sie beim Original Trail gleich einen hervorragenden dritten Platz belegt, hätte nicht ein Teilnehmer aus der Vierer-Crew zwischenzeitlich schlapp gemacht und sich erst nach kurzer Pause wieder ins Team eingereiht. Sonst aber lagen die beiden Ronnys mit ihrer Mannschaft „Run4Fun“ immer auf den Rängen zwei bis fünf. Nur mit einem Sieg wollte es bisher noch nicht klappen. Den streben sie in diesem Jahr an. „Gut vorbereitet sind wir“, sagt Ronny Dönnicke. Allerdings schränkt sein Namensvetter ein: „Auch wenn wir viel unterwegs sind, bleiben wir doch Hobbysportler. Sobald ein Team von der Polizeihochschule mitmacht, haben auch wir nichts mehr zu bestellen. Dann geht‘s nur noch um den Titel ‚Best of the Rest‘.“

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Gezieltes Training auf diesen Outdoorhöhepunkt gibt es aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre inzwischen nicht mehr. Das Paddeln ist den beiden in Fleisch und Blut übergegangen. „Manche behaupten, wir hätten einen Zusatzmotor im Boot“, sagen Ronny und Ronny und können darüber nur lachen. Und beim Hindernisparcours gibt es immer wieder neue Schwierigkeiten zu meistern. So sind sie „ganz normal“ wöchentlich zwei- bis dreimal zehn bis 15 Kilometer unterwegs, fahren außerdem mit dem Rad.

Zusätzliche Kraft holen sich die beiden Nieder-Neundorfer Jahr für Jahr aus einer anderen, sehr verlässlichen Quelle: „Das ist unser Fanclub. Unsere Angehörigen und Freunde stehen nicht nur am Start und Ziel, sondern an jedem relevanten Punkt entlang der Strecke. Da geht die Post ab. Da bekomme ich sogar beim Erzählen noch Gänsehaut“, schwärmt Ronny Dönnicke von der Unterstützung.

Trotz aller Anstrengungen und dem Ziel, endlich den Titel abzuräumen, steht der Spaß auch bei der zehnten Teilnahme an vorderster Stelle. „Wenn wir den nicht hätten, bräuchten wir nicht mehr mitzumachen“, stellt Ronny Pochert klar. Obwohl: „Wenn ich an die Zeit nach dem Wettkampf denke, hat das dann nur noch bedingt mit Spaß zu tun“, lacht er und winkt gleichzeitig ab. „Vielleicht liegt es ja am Alter. Aber die Beine sind am Tag danach kaputt.“ Bei seinem Kompagnon sieht das noch ein Stückchen schärfer aus: „Eigentlich bin ich dann komplett platt. Schulter, Oberarme – man merkt schon, dass es anstrengend war.“ Wie oft sie sich noch beim Neiße Adventure Race abstrampeln wollen, lassen sie offen. „Darüber unterhalten wir uns jedes Jahr neu. Solange die Gesundheit mitspielt, ist das ja kein Problem. Zumindest Rücken und Knie müssen halten. Dass es im Wettkampf öfter mal zwickt, ist eigentlich normal. Dazu sind wir ja ein Team und pushen uns gegenseitig, so gut es nur geht.“

Für die Organisation des Neiße Adventure Race haben die Dauerbrenner nur lobende Worte: „Die Veranstaltung ist immer besser geworden. 2018 gab es eigentlich nichts, was man hätte aussetzen können“, sagt Ronny Dönnicke. Inzwischen habe sich die Veranstaltung als echtes Outdoor-Event etabliert – mit einem immer wiederkehrenden Kern und neuen Ideen. Er rät den Machern, Wettbewerbe wie den Original Trail nicht zu sehr zu verändern. „Immer neue Schwierigkeiten könnten abschreckend sein. Es sind immer noch Hobbysportler, die hier mitmachen. Die wollen Erfolgserlebnisse und freuen sich, wenn sie die Herausforderungen bewältigen können.“ Neueinsteigern raten die beiden Ronnys, vor dem ersten Wettkampf im Gelände zu laufen und auf der Neiße auch mal Boot zu fahren. Zugleich motivieren die Nieder-Neundorfer das Publikum: „Als Zuschauer an der Strecke stehen und anfeuern hilft den Teilnehmern sehr, ihren inneren Schweinehund zu überwinden.“

So läuft das Neiße Adventure Race:

Gestartet wird am 5. Mai in den Kategorien Light Trail (10 Uhr), Single Cross Trail (10.30 Uhr), Original Trail Frauen/Mix (12.30 Uhr) und Original Trail Männer (14 Uhr), jeweils vom Neißehafen aus.

Erstmals im Programm ist zudem eine deutsch-polnische Wanderung von der Görlitzer Altstadtbrücke aus (7 Uhr) bis zum Neißehafen Rothenburg.

www.neisse-adventure-race.de

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