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DDR-Kunst in der Volksbank

Werke des Görlitzer Künstlers Karl-Heinz Völker sind jetzt am Marienplatz zu sehen.

© nikolaischmidt.de

Von Matthias Klaus

Görlitz. Kühe und Kartoffeln – sie sind jetzt im Gebäude der Volksbank-Raiffeisenbank in Görlitz zu begutachten. Nicht in ganz echt natürlich, sondern gemalt. Der Görlitzer Karl-Heinz Völker, Grafiker und Maler, erster Kunstpreisträger der Stadt 1970, schuf die Bilder, die nun in der ersten Etage der Volksbank ausgestellt sind. Sie stammen aus dem Depot des Kulturhistorischen Museums. „Wir sind erst im Zuge unserer DDR-Ausstellung auf die Werke aufmerksam geworden“, sagt Kurator Kai Wenzel.

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Karl-Heinz Völker hatte die Bilder als Auftragswerke gemalt, 2004 kamen sie in den Bestand des Museums. 1979 entstanden sie, tragen ganz profane Namen: „Nutzpflanzen und Nutztiere“. Gedacht waren sie als Verzierung der Schalterhalle der früheren Landwirtschaftsbank. Dass die Bilder nun wieder einem größeren Publikum gezeigt werden, daran ist der Sohn Karl-Heinz Völkers „schuld“. „Er kam ins Museum, entdeckte die Werke“, schildert Kai Wenzel. Der Görlitzer Volksbank-Chef Sven Fiedler freut sich auf die neue bunte Ausstellung in seinen Räumlichkeiten. „Wir sind dem Museum sehr dankbar, dass es uns das Angebot gemacht hat, die Bilder auszustellen“, sagt er. Eine Herausforderung sei es gewesen, einen geeigneten Platz für das eher ungewöhnliche Format der Werke zu finden. „Wir sind deswegen vom Erdgeschoss aus durch das gesamte Haus gelaufen“, erzählt Sven Fiedler. In der ersten Etage haben die Bilder ihren Platz gefunden. „Hier sind die Werke zum einen für die Besucher der Volksbank zugänglich, zum anderen sind sie aber auch auf eine gewisse Art geschützt“, sagt der Bank-Chef. Er sieht die Volksbank in einer Tradition. „Schließlich sind wir ja als Bank für die Landwirtschaft gegründet worden“, sagt er.

Museumskurator Kai Wenzel wiederum ist sehr zufrieden darüber, dass die Bilder als Leihgabe so einen prominenten Ausstellungsort gefunden haben, hier, wo sie ja auch ursprünglich gezeigt wurde.. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Werke aus unserem Depot so eine öffentliche Nutzung erfahren“, sagt Kai Wenzel. Die Bilder Karl-Heinz Völkers sind außerhalb der Ausstellung im Kaisertrutz die einzigen, die von der DDR-Ausstellung sichtbar sind. Welchen Wert, rein materiell, sie haben, dazu möchte der Kurator nichts sagen. „Einen gewissen aber schon“, schmunzelt er.