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Sport

DDR-Schwimm-Olympiasiegerin gestorben

Dreimal triumphierte Andrea Pollack bei den Spielen in Montreal und Moskau. Vor 21 Jahren hatte sie Doping zugegeben. Jetzt starb die 57-Jährige in Berlin.

Andrea Pinske bei ihrem Gerichtstermin im ersten großen Prozess um das systematische Doping im DDR-Sport im April 1998. © dpa

Berlin. Die dreimalige Schwimm-Olympiasiegerin Andrea Pollack ist tot. Die gebürtige Schwerinerin starb im Alter von 57 Jahren, gab der Olympiastützpunkt Berlin auf seiner Internetseite bekannt. Dort arbeitete Andrea Pinske, wie sie inzwischen hieß, fast 40 Jahre als Physiotherapeutin. Nach Informationen der Bild erlag sie einem Krebsleiden.

"Mit ihren Erfahrungen und menschlichen Werten verstand sie die Gedanken und Emotionen von Leistungssportlern und hatte so eine enge Verbindung zu den Athleten", hieß es in einem bereits am Donnerstag verbreiteten Nachruf auf die frühere Leistungsschwimmerin des Olympiastützpunktes: "Mit ihrem Wirken und ihren tiefen menschlichen Werten hat Polli uns alle geprägt. Das bleibt uns auch nach dem schmerzlichen Verlust."

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Als gebürtige Pollack hatte sie bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal Gold über 200 m Schmetterling und mit der 4x100-m-Lagenstaffel der damaligen DDR gewonnen. Vier Jahre später wiederholte sie in Moskau den Olympia-Triumph mit der Staffel. Pollacks Erfolge wurden jedoch von einer positiven internen Dopingprobe und ihrer Doping-Beichte nach der politischen Wende überschattet.

Denn nach ihrer aktiven Zeit hatte Andrea Pinske 1998 im ersten großen Prozess um das systematische Doping im DDR-Sport als Zeugin ausgesagt. Die damals 37-Jährige erklärte vor Gericht, sie habe regelmäßig verschiedene Tabletten geschluckt und auch Spritzen erhalten. Doch Diskussionen darum habe es nie gegeben. 

"Es waren eben Vitamine. Und die gehörten einfach zum Training dazu", sagte die Schmetterlings-Spezialistin in dem Prozess. In ihrer Paradedisziplin hatte sie 1978 Weltrekorde über 100 und 200 Meter aufgestellt.  (dpa, sid)