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DDR-Spezialität kehrt zurück

Das Bistro am Bautzener Reichenturm ist jetzt eine Broiler-Bar. Über den Tresen gehen aber nicht nur Brathähnchen.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

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Bautzen. Broiler geht immer. Das war schon zu DDR-Zeiten so und hat sich bis heute nicht geändert, auch wenn das Gericht jetzt im offiziellen Sprachgebrauch Brathähnchen heißt. Liebhaber des leckeren Geflügels sollen ab Mitte Februar wieder auf ihre Kosten kommen. Das kleine Bistro am Reichenturm, das zuletzt „Picknick“ hieß und vom Restaurant Burghof geführt wurde, nennt sich jetzt „Broiler-Bar am Reichenturm“ und läuft in der Regie des erfahrenen Gastronomen Frank Leo.

Das 2015 eröffnete Bistro „Picknick“ hatte zuletzt nur noch zu den Höhepunkten im Stadtleben, also der Romantica, dem Weihnachtsmarkt und dem Stadtfest „Bautzener Frühling“ geöffnet. Die Broiler-Bar wird nun wieder täglich außer sonntags geöffnet sein. Am 12. Februar will Frank Leo erstmals die Türen aufschließen. Er hatte beim letzten Wenzelsmarkt drei Wochen im Picknick ausgeholfen und kam dadurch auf die Idee, es zu übernehmen.

Die Bratwurst fehlt – aus gutem Grund

Die Broiler, die sich auf einem speziellen Grill drehen, können die Kunden im Ganzen, halbiert oder geviertelt kaufen. Doch auf dem Standard-Speiseplan werden noch viele weitere Gerichte aus Geflügelfleisch stehen, so zum Beispiel Hühnerfrikassee oder Hähnchen-Nuggets. Neben dem Standardangebot wird es wechselnde Tagesgerichte geben. Nur die Nummer 1 eines jeden Bistros, die Bratwurst, ist nicht vorgesehen. Schließlich sei die an jeder Straßenecke zu haben, so Frank Leo. Alle Gerichte gibt es zum Mitnehmen. Sie können aber auch vor Ort verzehrt werden. Vor dem Bistro wird Frank Leo zwei Stehtische und einen weiteren Tisch mit maximal sechs Sitzplätzen aufstellen.

Suche nach historischen Fotos

Mit der Eröffnung seiner Broiler-Bar möchte Frank Leo an eine Tradition anknüpfen. Eine Broiler-Bar hatte es nämlich schon einmal in den 1970er- und 1980er-Jahren an der Ecke Reichenstraße/Kurze Gasse gegeben, dort, wo sich heute ein Schuhgeschäft befindet. Frank Leo erinnert sich gerne an seine Jugend, als er sich dort einen Broiler zum Mitnehmen holte. Er hat sich sogar Bilder besorgt, die die frühere Broiler-Bar zeigen. Falls jemand noch Bildmaterial besitzen sollte, würde er sich sehr freuen, wenn die Besitzer der Fotos sich bei ihm in der Broiler-Bar melden. Denn er möchte im Eingangsbereich mit einer kleinen Bilderecke an die Vergangenheit erinnern. Vielleicht findet sich ja sogar noch jemand, der dort mal gearbeitet hat. Als Reminiszenz an die alten DDR-Broiler-Zeiten hat er sich sogar eine Kasse besorgt, wie sie damals üblich war.

Gastronom mit Leib und Seele

Frank Leo freut sich auf seine neue Aufgabe, denn er ist Gastronom mit Leib und Seele. Seit 2011 führt der gelernte Facharbeiter für Fleischerzeugnisse das Gartenrestaurant „Morgensonne“. Vor der Wende hatte er noch zusätzlich den Beruf des Kochs erlernt und unter anderem die Restaurants „Wassermann“ in Malschwitz und „Sächsischer Jäger“ in Großdubrau geleitet.

Viele Theaterbesucher kennen Frank Leo aber auch als Mitarbeiter bei der Theater-Gastronomie, wo er ab 1992 tätig war. Manchmal zieht er auch eine blau-rote Uniform an und ist dann einer der „Langen Kerls“. Frank Leo ist außerdem einer der Kleindarsteller beim Sommertheater, wo er seit Jahren in unterschiedliche Rollen schlüpft. Auch bei der dritten Auflage der Abenteuer der Olsenbande wird er wieder mit dabei sein.