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DDR-Wohnwagen kamen aus Herwigsdorf

Die Wohnmobilbranche boomt, sagt Caravanhändler Zinke aus Ebersbach. Früher wurden sogar Wohnwagen in der Nähe von Löbau gebaut. Für die DDR-Bürger waren sie aber nicht bestimmt.   

Von Romy Altmann-Kuehr
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Wohnwagen der Marke Intercamp wurden in Herwigsdorf zusammengebaut.
Wohnwagen der Marke Intercamp wurden in Herwigsdorf zusammengebaut. © Wikimedia/Oostblokblik/CC BY-SA 4.0

Jost Zinke, der in Ebersbach mit Wohnmobilen handelt und sie vermietet, verzeichnet noch immer einen Aufwärtstrend in der Branche. Inzwischen überwiegt sogar der Verkauf gegenüber der Vermietung, sagt er. Warum, erklärte Andreas Wallbillich, Pressesprecher der Landesmesse Stuttgart GmbH, die auch die Messe Touristik & Caravaning in Leipzig organisiert, in einem Interview mit der SZ: "Der Markt für Camping und Caravaning in Deutschland boomt." In den vergangenen Jahren würden sich die Zahlen der Neuzulassungen von Wohnwagen und Reisemobilen auf Rekordniveau bewegen, so Wallbillich. Ein Blick in die Zahlen des Caravaning-Industrie-Verbands bestätigt das: Zwischen Mai 2017 und April 2018 wurden in Deutschland 15 Prozent mehr Wohnwagen (23.287) und 20 Prozent mehr Reisemobile (43.691) als im bereits sehr starken Vorjahreszeitraum neu zugelassen.

Auch die DDR-Bürger waren schon begeisterte Camper. Es gab etliche Marken, die Wohnwagen anboten. Eine kam sogar aus dem Raum Löbau. Der Fahrzeugbau Georgewitz-Bellwitz hatte einen Ableger in Herwigsdorf. In der Fabrik im Rosenbacher Ortsteil am Stadtweg wurden die Wohnwagen der Marke Intercamp gefertigt. Von 1975 bis Ende der 1980er Jahre wurden sie hier gebaut. Die Wohnwagen waren für den Export bestimmt und wurden vorrangig hergestellt, um sie ins nichtsozialistische Ausland zu verkaufen. Auch in der DDR selbst wurden zwar Intercamps verkauft, allerdings in einfacheren Ausführungen - ohne Kühlschrank, mit einfacherer oder ohne Heizung, mit einer Spüle aus Plaste statt aus Edelstahl. Außerdem wurden die Wohnwagen den DDR-Bürgern zu relativ hohen Preisen verkauft. 

Wie Rosenbachs Bürgermeister Roland Höhne berichtet, stehen die ehemaligen Werkhallen am Stadtweg noch und werden auch wieder genutzt. Der Ifa-Club ist hier ansässig, in dem sich Fans alter Ost-Autos wie Trabi & Co zusammengefunden haben. In anderen Gebäudeteilen haben sich Handwerksfirmen niedergelassen. Der Ifa-Club feierte in den vergangenen Jahren auch Hoffeste auf dem Gelände, wo sich die Anhänger der Kult-Autos aus früheren Zeiten trafen. 

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