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"Danke für die Anteilnahme"

Nach dem Tod von DDR-Musikstar Bernd Warkus meldet sich sein Sohn zu Wort und kündigt ein besonderes Projekt an.

Traten auch zusammen auf: Der Meißner Xylofon-Virtuose Bernd Warkus und sein Sohn René.
Traten auch zusammen auf: Der Meißner Xylofon-Virtuose Bernd Warkus und sein Sohn René. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Meißen. Er sei immer noch überwältigt von dem bewegenden Abschied für seinen Vater, sagt René Warkus. Er spüre das tiefe Bedürfnis, allen Meißnern zu danken, die daran mitgewirkt haben.  

Obwohl bereits längere Zeit schwer krank, war der Xylofon-Virtuose Bernd Warkus am 24. Juli überraschend verstorben. Dies stellte alle Beteiligten vor eine große Herausforderung. In großer Eile galt es, die nötigen Papiere zu besorgen, alles für den Abschied zu organisieren und eine würdige Feier vorzubereiten

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Zahlreiche Helfer sorgten für eine würdige Urnenbeisetzung von Bernd Warkus in Meißen.
Zahlreiche Helfer sorgten für eine würdige Urnenbeisetzung von Bernd Warkus in Meißen. © Claudia Hübschmann

"Es haben sehr viele Menschen daran mitgewirkt", sagt René Warkus. Die Stadt beteiligte sich mit Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) und dem Chef des Krematoriums Jörg Schaldach. Sopro-Geschäftsführerin Christine Hauke und ihre Mannschaft sorgten in Rothes Haus für einen angemessenen Rahmen. Im Hintergrund halfen Bauunternehmer Ingolf Brumm und Familie, Stadtrat Andreas Graff (Die Linke) und Familie sowie Nachlass-Pfleger Jürgen Sohrmann. 

Zahlreiche DDR-Prominente wie die Sänger Hans-Jürgen Beyer und Gerd Christian, Bandleader Wilfried Peetz und Country-Sängerin Linda Feller erwiesen dem Ausnahme-Musiker die letzte Ehre. Pfarrer Konrad Herold fasste das bewegte Leben des Meißners mit eindrücklichen Worten zusammen.

Für all die Anteilnahme, praktische und emotionale Hilfe könne er nur vielmals Danke sagen, so René Warkus. Vielleicht ergebe sich noch die Möglichkeit, aus Anlass des 60-jährigen Bühnen-Jubiläums seines Vaters im Dezember etwas zurückzugeben, so der Musiker und Zirkus-Mitarbeiter. An den Details werde noch gearbeitet. Zudem gilt es, die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie abzuwarten.

Das Xylofon rehabilitiert

Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern hatte der Tod von Bernd Warkus ein starkes Echo ausgelöst. So schrieb beispielsweise die in Magdeburg erscheinende Tageszeitung Volksstimme: "Staßfurt verliert einen bekannten Sohn." Wie es in dem Artikel weiter heißt, habe Warkus aus einer Musikerfamilie gestammt. Bereits in dritter Generation spielte er auf dem Vier-Reiher-Varietéxylophon. Seinen ersten Auftritt hatte er nach Angaben der Volksstimme 1961 im Salzlandtheater in Staßfurt. 

Ihm sei es Zeit seines Lebens darum gegangen, dem von anderen Kollegen mitunter etwas abschätzig beurteilten Xylofon zu der ihm gebührenden Anerkennung zu verhelfen, so Bernd Warkus nur wenig Wochen vor seinem Tod bei einem Pressegespräch in Meißen. Seine Strategie sei es gewesen, dieses Ziel durch eigens für dieses Instrument arrangierte klassische Stücke zu erreichen. In den 1970er und 1980er Jahren sei ihm mit vielen Auftritten im Berliner Friedrichstadtpalast und im DDR-Fernsehen eine Rehabilitation des Xylofons gelungen. Im Laufe seiner Karriere absolvierte der "Hexer auf dem Xylofon" fast 2.000 Auftritte auf vier Kontinenten

Ein Herz für den Zirkus

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Sein Sohn tritt zumindest teilweise in die Fußstapfen des Vaters. Er setzt die Familientradition als Xylofon-Vituose in vierter Generation fort. Zudem schlägt sein Herz für den Zirkus. René Warkus ist der Mann der Zirkusdirektorin Mariana Warkus, welche aus der bekannten Zirkusfamilie Hein stammt. Vor über zehn Jahren gründeten ihre Eltern einen Projektzirkus, der Kinder und Jugendliche mit der Manege vertraut machen soll. Die ausgebildete Akrobatin führt das Unternehmen in diesem Sinne weiter.

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