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Debatte über Linksabbieger-Spur

Wochenlang war in Radeberg gebaut worden, doch das Ergebnis treibt vielen Autofahrern nur die Zornesröte ins Gesicht.

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© Jens Fritzsche

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Die Baustellenampel war noch gar nicht richtig weggeräumt, da gab’s schon die ersten Kritiken. Wochenlang war der Kurvenbereich der Dresdener Straße vorm Kaiserhof halbseitig gesperrt gewesen, um hier den sogenannten Fahrbahnteiler zu demontieren, der regelmäßig für Stau gesorgt hatte. Denn in Richtung Dresden teilt sich die Fahrbahn nach der Kurve bekanntlich bis zur folgenden Ampel: eine Spur führt geradeaus zur Brauerei und weiter nach Dresden, eine zweite Spur ist für die Linksabbieger in die Rathenaustraße gedacht. Und dort stauten sich die Autos im Berufsverkehr immer wieder bis in die Kurve hinein, so dass sich die Geradeausfahrer trotz grüner Ampel mit anstellen mussten …

Jetzt, so die Idee aus dem Radeberger Rathaus ans für die Straße zuständige Landesamt für Straßenbau, sollte einfach die Linksabbiegerspur verlängert werden, die Autos mehr Platz bekommen, um diese Staus künftig zu vermeiden. Aber das Ergebnis, so sind sich zahlreiche SZ-Leser einig, sei einfach nur zum Kopfschütteln. Denn die Linskabbieger-Spur ist vielleicht nur gut eine Autolänge gewachsen. „Das reicht gerade mal für einen Smart“, schreibt Martin Petters auf der SZ-Facebook-Seite. „Einzig zum Ausweichen ist es gut, wenn sich Rettungsfahrzeuge von hinten nähern“, findet er zumindest mit Blick auf den demontierten Fahrbahnteiler, der nun durch Fahrbahnmarkierungen ersetzt worden ist. Auch Yvonne Koch wundert sich bei Facebook: „Das ist doch genauso wie vorher – einzig die Tatsache, dass eine Grünfläche verschwunden ist; ist wieder typisch Radeberg“, ist die Radebergerin richtig sauer. „Jetzt sieht es hässlicher aus, aber in der Stadt muss da keiner mehr das Unkraut bekämpfen – eine Schande für unsere Steuergelder, nur weil es keiner pflegt…“ Und Ralf Sawilla verweist auf ein weiteres Problem: „Hoffentlich haben sie da auch die Ampelschaltung mit angepasst!“

Warum kein Kreisverkehr?

Die erste echte Bewährungsprobe muss die „verlängerte“ Linksabbieger-Spur dabei am Montagmorgen bestehen. Dann sind nach dem Sommerferienende wieder mehr Autos als bisher unterwegs. Und dann muss sich zeigen, ob die Hoffnung auf eine staufreie Kaiserhof-Kurve aufgeht.

Nicht wenige Radeberger wundern sich außerdem, warum nicht gleich die immer wieder mal durch die Bierstadt kreisende Idee umgesetzt wurde, hier einen Kreisverkehr einzurichten, der ein Einbiegen in die Innenstadt aus allen Richtungen möglich machen würde. Aber dafür, so heißt es dazu regelmäßig aus der Stadtverwaltung, reiche derzeit der Platz einfach nicht aus. Sollte irgendwann eine neue Brücke über die Röder gebaut werden, die gleich an die Kurve anschließt, könnte über die Kreisverkehrs-Idee intensiver nachgedacht werden, so die Verantwortlichen.