merken

Meißen

Gesundheitsforum zur Frauenheilkunde 

Ursachen, Diagnostik und Therapie bei Defekte des weiblichen Beckenbodens sind die Themen am 15. Mai.

Dr. med. Ina Boos ist Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Elblandklinikum Meißen.
Dr. med. Ina Boos ist Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Elblandklinikum Meißen. © Elblandkliniken

Meißen. Bindegewebeschwäche, schwere körperliche Arbeit, Übergewicht, chronische Verstopfung, chronischer Husten, Geburten und viele weitere Faktoren können den weiblichen Beckenboden im Laufe des Lebens schädigen. Die Gebärmutter-/Scheidensenkung sowie Inkontinenz sind die Folgen des geschwächten Beckenbodens, die die Lebensqualität einer Frau sehr stark beeinträchtigen können.

Neben vielen operativen Möglichkeiten steht auch die minimal-invasive Therapie im Mittelpunkt. Seit der Erfindung der Schlüssellochchirurgie (MIC) können viele Eingriffe ohne großen Bauchschnitt wesentlich schonender, effektiver und damit auch schmerzfreier durchgeführt werden.

Die Stadt Apotheken Dresden sind für Sie da

Die Stadt Apotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

Dr. med. Ina Boos ist Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Elblandklinikum Meißen. Beim SZ-Gesundheitsforum am 15. Mai können Interessierte Informationen zum Thema „Der weibliche Beckenboden, seine Defekte und mögliche minimalinvasive Therapien“ erhalten und ihre Fragen stellen.

Frau Dr. Boos, was gehört zu den häufigsten Defekten des weiblichen Beckenbodens?

Der Beckenboden ist ein sehr kompliziertes Wunderwerk. Die Scheide wird in 3 Räume (Kompartimente) unterteilt. Die Senkung des vorderen Kompartiments (Blase, Harnröhre) ist der häufigste Defekt des Beckenbodens, gefolgt von der Senkung des mittleren Kompartiments (Gebärmuttersenkung, Senkung des Scheidenblindsackes nach Entfernung der Gebärmutter, Vorfall der Dünndarmanteile aus dem Bauchraum in das kleine Becken).

Wann setzen Sie bei deren Behandlung auf die Operationsverfahren der minimal invasiven Chirurgie?

Die Senkung kann einzelne oder alle Kompartimente zusammen betreffen. Im Falle z. B. eines Lateraldefektes des vorderen Kompartiments (Abriss der seitlichen Aufhängestrukturen der Scheide an der Beckenwand) kann die operative Korrektur mittels minimal-invasiver Chirurgie bei sehr guten Sichtverhältnissen präzise durchgeführt werden. In gleicher Sitzung kann eine Inkontinenzoperation durchgeführt werden, welche in engem Zusammenhang mit der Befestigung der Scheide an der Beckenwand steht. Die Goldstandard-Therapie für die Korrektur des mittleren Kompartiments sind die sogenannten Sakro- oder Pectopexien. Die Fixation der Gebärmutter oder des Scheidenblindsackes kann durch die minimal-invasive Chirurgie gut visualisiert und die Senkung behoben werden.

Wo liegen ihre Vorteile, wo ihre Grenzen?

Mithilfe minimal-invasiver Chirurgie können viele Defekte des weiblichen Beckenbodens in gleicher Sitzung korrigiert werden. Der Vorteil der Laparoskopie ist hauptsächlich in der geringen Invasivität (Verzicht auf großen Bauchschnitt) zu sehen. Außerdem geben die Patienten postoperativ weniger Schmerzen an, sind schneller mobil. Aufgrund der Kamera hat der Operateur eine gute Übersicht über das Operationsfeld. Das OP-Bild wird vergrößert auf den Bildschirm übertragen, was eine exakte Präparation des Gewebes und gezielte minimal-invasive Defektkorrektur erlaubt. Sie ermöglicht den Verzicht auf Fremdmaterial oder dessen minimalen Einsatz. Grundsätzlich kann der laparoskopische Eingriff umfassend eingesetzt werden, allerdings kann die offene Operation in manchen Fällen das bessere Verfahren sein, z. B. wenn der Patient schon mehrmals voroperiert ist oder eine schwere Herz-Kreislauferkrankung vorliegt. Gemeinsam mit Patienten, Narkoseärzten und Internisten suchen wir nach der besten Therapieoption.

Die Fragen stellte Kristin Koschnick.

Termin des nächsten SZ-Gesundheitsforums zum Thema: „Der weibliche Beckenboden, seine Defekte und mögliche minimalinvasive Therapien“ ist am Mittwoch, 15. Mai ab 18 Uhr im Elblandklinikum Meißen, Nassauweg 7, Konferenzraum 4. Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten bitten wir um Anmeldung unter Tel.  03521 41045520 oder  0351 837475670. Der Eintritt ist frei.