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Dem Winter blüht etwas

Die Temperaturen lassen die Heizkosten in den Gewächshäusern sinken. Aber die Befürchtungen steigen.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Catharina Karlshaus

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Landkreis Meißen. Das Schöne am Frühling ist, dass er immer gerade dann kommt, wenn man ihn am dringendsten braucht. Mit dem Winter scheint das indes leider nicht so zu funktionieren. Klirrende Kälte, länger anhaltender Schneefall, der nicht nur für Rodelbahnen sorgt, sondern ganz nebenbei der Natur ihre wohlverdiente Atempause schenkt. Alles Fehlanzeige! Bei Temperaturen bis zu 13 Grad drängelt sich der Frühling geradezu vor – und mit ihm alle Pflanzen, die jetzt eigentlich noch gar nicht da sein sollten. „In den Gärten blühen schon die ersten Schneeglöckchen! Wenn das so weitergeht, kann das noch sehr problematisch werden“, befürchtet Anke Hübner.

Nicht minder hübsch ist die Frühlingseinpflanzung von Anke Hübner in deren Schönfelder Gärtnerei.
Nicht minder hübsch ist die Frühlingseinpflanzung von Anke Hübner in deren Schönfelder Gärtnerei. © Klaus-Dieter Brühl
Ranunkeln, Freesien, Primeln, Hyazinthen: der Frühling in den Gärtnereien und Gewächshäusern hat viele Facetten.
Ranunkeln, Freesien, Primeln, Hyazinthen: der Frühling in den Gärtnereien und Gewächshäusern hat viele Facetten. © Klaus-Dieter Brühl
Ranunkeln, Freesien, Primeln, Hyazinthen: der Frühling in den Gärtnereien und Gewächshäusern hat viele Facetten.
Ranunkeln, Freesien, Primeln, Hyazinthen: der Frühling in den Gärtnereien und Gewächshäusern hat viele Facetten. © Klaus-Dieter Brühl
Zu früh: Die Obstbäume in Lampertswalde treiben aus.
Zu früh: Die Obstbäume in Lampertswalde treiben aus. © privat

Die 37-Jährige, die von ihrem Vater den gärtnerischen Betrieb nebst Geschäft in Schönfeld übernommen hat, beobachtet mit einiger Sorge die momentanen Wetterprognosen. Dass es das mit dem Winter noch nicht gewesen sein kann, darin sind sich wohl alle Meteorologen einig. Allerdings: „Für die Blütenbildung der Tulpen beispielsweise wäre es jetzt optimal, wenn wir drei bis vier Grad hätten. Leichten Frost und tagsüber bissel Sonnenschein“, wünscht sich Anke Hübner.

Tatsächlich haben die warmen Januarwochen einige Blumenzwiebeln aufgeweckt, die erst zum Beginn des Frühlings ihre neugierigen Stängel aus der Erde stecken sollten. Narzissen mit ihren schmalen Blättern etwa und Krokusse ragen vielerorts bereits aus der Erde. Was aber, wenn sich Frau Holle und Gefolge nun doch noch dazu entschließen, ihren winterlichen Job zu machen? „Wenn die Pflanzen bis dahin nicht weiter gewachsen sind, würde nichts passieren. Bleibe es jedoch noch länger warm und der Kälteeinbruch käme erst später, könnte es leider wirklich einen Schaden in der Blüte geben.“

Gedanken, die sich ein paar Kilometer entfernt auch Jana Rennert-Vetter macht. Die Wetterkapriolen gehen schließlich auch an der zwei Hektar großen Anbaufläche in Lampertswalde nicht vorüber. „Wir hatten uns gerade noch nicht vom Herbststurm erholt, da hat Friederike an unseren Koniferen und Obstgehölzen großen Schaden hinterlassen“, bekennt die 40-Jährige. Die Temperaturschwankungen, der zunehmende Wind und der fließende Übergang der gar nicht mehr deutlich ausgeprägten Jahreszeiten machten dem Pflanzenwachstum zu schaffen. Gesünder wäre es nicht nur für ihre Nordmanntannen, wenn jetzt winterliche Bedingungen mit Schnee und Frost herrschten.

Und viel zu früh stünden überdies die Obstbäume in den Startlöchern. „Sie haben bereits Knospen ausgebildet und das bereitet uns wie auch schon im letzten Jahr große Sorgen. Etliche Sorten von Pflaumen, Nektarinen, Aprikosen und Kirschen sind schon zu weit. Kommt es nun noch zu heftigen Frösten, ist wieder mit immensen Ernteausfällen zu rechnen“, erklärt Jana Rennert-Vetter. Die erfahrene Gärtnerin, welche den von ihren Urgroßeltern 1911 gegründeten Betrieb fortführt, sei sich natürlich darüber im Klaren, dass man es jetzt nur so nehmen könne wie es ist.

Die Kunden ihres gerade im Umbau begriffenen Ladens jedenfalls hätten ganz schnell vermocht, den Schalter umzudrehen. Aufgrund des fehlenden Schnees wollten sie jetzt auch keine glitzernde Winterdekoration mehr. Gefragt seien Primeln, Ranunkeln und Freesien in allen Farben. „Es gab sogar schon eine Anfrage zur frühlingshaften Bepflanzung eines Grabes. Da haben wir dann aber doch gesagt, man möge sich noch gedulden. Denn vielleicht kommt der Winter ja doch noch“, sagt Jana Rennert-Vetter und lacht.