merken

Demos gegen Neonazi-Aufmarsch

Dresdner wehren sich gegen Rechtsextremisten, die am Samstagmittag durch die Stadt laufen wollen. Rund ein Dutzend Gegenaktionen richten sich gegen den rechten Aufmarsch und sollen ein gemeinsames Zeichen setzen.

© Maik Ehrlich

Von Alexander Schneider und Thilo Alexe

Gegen ein Treffen von Neonazis aus der freien Kameradschaftsszene in Dresden hat sich breiter Widerstand formiert. Rund ein Dutzend Gegenaktionen von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und dem Ausländerrat sind bei der Stadt für den heutigen Sonnabend angemeldet worden. So rufen etwa DGB und SPD ab 10 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Schlesischen Platz vor dem Bahnhof Neustadt auf. Gegen 11.30 Uhr spricht dort Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU).

Anzeige
Selbstbestimmt leben im Alter
Selbstbestimmt leben im Alter

Hochwertige Ausstattung mit großzügiger Gartenanlage sowie ein ausgewogener Grundservice erwartet Sie in den Blasewitzer KARASVILLEN.

Weitere Versammlungen der Neonazigegner sind bereits am Vormittag am Puschkinplatz und dem Trachenberger Platz geplant. In die Pieschener St.-Markus- Kirche laden Christen um 10 Uhr zum Friedensgebet. Ziel des Dresdner Forums gegen Rechts ist es, einen Marsch der Rechtsextremisten voraussichtlich vom Stadtteil Pieschen zum Goldenen Reiter in der Neustadt zu verhindern. „Wo wir sind, ist kein Platz für Nazis“ lautet das Motto.

Sicherheitskreise rechnen mit mehr als 1.000 Neonazis, die aus Deutschland, vereinzelt aber auch aus dem Ausland anreisen. Das Forum gegen Rechts erwartet im äußersten Fall bis zu 1.500 Teilnehmer beim sogenannten Tag der Deutschen Zukunft. Dort wollen die meist parteiungebundenen Neonazis, wie es in einem Aufruf heißt, „ein Zeichen setzen gegen die Überfremdung unserer deutschen Heimat“. Bislang fand die Aktion einmal jährlich ausschließlich in Norddeutschland statt, zuletzt in Wolfsburg. Ab Mittag soll der Aufmarsch in der Nähe des Trachenberger Platzes zur Leipziger Straße und weiter Richtung Innenstadt starten.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Etwa 2.000 Beamte wurde aus dem ganzen Bundesgebiet zusammengezogen. Sie wollen gewaltfreie Aktionen gegen den Aufmarsch in der Nähe Rechtsextremisten zulassen. „Da wir einen friedlichen Protest in Hör- und Sichtweite ermöglichen wollen, verbieten sich großräumige Absperrungen der Polizei entlang der angemeldeten Aufzugsstrecke“, sagte Polizeiführer Horst Kretzschmar, der den Großeinsatz leitet.

Dennoch kommt es zu Einschränkungen für Anwohner, Passanten und Autofahrer. Nach den bisherigen Planungen sind davon neben Pieschen die Leipziger Vorstadt und die Innere Neustadt betroffen. In diesen Stadtteilen sei den ganzen Tag über mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Weiterführende Artikel

Dresden bereitet sich auf Neonazi-Aufmarsch vor

Dresden bereitet sich auf Neonazi-Aufmarsch vor

Voraussichtlich 1.000 Rechtsextremisten kommen zu Pfingsten nach Dresden. Gut 2.000 Polizeibeamte sollen am Sonnabend Zusammenstöße zwischen den Neonazis und Gegendemonstranten verhindern.

Die Polizei kündigt für den Kernbereich des Einsatzes Absperrungen und Kontrollen an. Zahlreiche Kommunikationsteams wollen mit ihrer Gesprächsbereitschaft vor Ort Konflikten vorbeugen. Darüber hinaus informiert die Polizei am Sonnabend von 10 bis 20 Uhr über ein Kontakttelefon.

Weitere Informationen

Kontakttelefon der Polizei: 0351 483 3000
Die Demos im SZ-Liveticker unter ticker.sz-online.de