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Döbeln

Den Schulstart entspannt erleben

Mit der Einschulung endet für Kinder der unbeschwerte Alltag. Schulische Verpflichtungen bedeuten eine große Umstellung.

Dr. Ulla Lieser, kommissarische Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Helios Klinik .
Dr. Ulla Lieser, kommissarische Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Helios Klinik . © Thomas Oberländer, Helios Klini

Leisnig. Wenn am Montag der Schulalltag beginnt, heißt es auch für die Erstklässler: still sitzen und zuhören. Damit der Start in die Schulzeit Freude statt Sorgen bereitet, gibt die kommissarische Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Helios Klinik Leisnig, Dr. Ulla Lieser, Tipps und Empfehlungen für einen entspannten Schulstart.

Motorische Fähigkeiten trainieren

In der Schule sind Kinder zum ersten Mal wirklich auf sich allein gestellt. Ein gutes Körpergefühl hilft ihnen, sich in der neuen Umgebung selbstbewusst zurechtzufinden und bei Spielen, Lernaufgaben oder gemeinsamen Aktivitäten mit ihren Klassenkameraden mitzuhalten. 

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Doch nicht nur die Körperbeherrschung, auch die Feinmotorik des Nachwuchses können Eltern stärken. Ulla Lieser empfiehlt: „Kleine Übungen wie das selbstständige Zähne putzen, Servietten falten oder Schleifen binden, helfen den Kindern, ihre Hand-Augen-Koordination zu schulen und bereiten sie auf das Schreiben in der Schule vor. 

Außerdem haben Kinder Spaß daran, eigenständig herauszufinden, wie Dinge funktionieren und erleben kleine Erfolge, wenn sie Alltagssituationen ohne die Hilfe ihrer Eltern meistern.“

Ausgleich schaffen

Vielen Kindern fällt es schwer, über eine längere Zeit ruhig sitzenzubleiben. Sind sie nicht ausgelastet, fällt es ihnen schwer, sich zu konzentrieren und sie suchen sich Beschäftigungen abseits des Unterrichts. 

„Eltern können ihr Kind dabei unterstützen, den neuen Alltag besser anzunehmen und seine Energie richtig einzusetzen, indem sie am Nachmittag ein bis zwei Stunden für gemeinsame Aktivitäten, am besten an der frischen Luft, einplanen“, so Ulla Lieser. 

Außerdem könnten Kinder durch Hüpfspiele, Radfahren, Seilspringen oder Balancieren ihre Ganzkörper-Koordination und ihren Geschicklichkeitssinn schulen.

Routinen etablieren

Feste Routinen helfen, sich an neue Situationen besser und schneller zu gewöhnen. Die Ärztin bestätigt: „Ein geregelter Tagesablauf gibt Kindern Halt und Struktur. Und da besonders Erstklässler am Vormittag viele neue Eindrücke sammeln und sich in der Schule konzentrieren müssen, sollten Eltern darauf achten, dass sie am Nachmittag und am Abend zur Ruhe kommen und den Tag verarbeiten können.“ 

Hilfreich seien eine feste Uhrzeit für das gemeinsame Abendbrot und eine Gute Nacht-Routine ohne Fernseher, Tablet oder Spielekonsole.

Positiv über Schule sprechen

Alle kennen den Spruch: „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.“ Im Zusammenhang mit der Einschulung sollten man diesen Satz lieber vermeiden, rät Ulla Lieser. Kinder sind von Natur aus neugierig und haben Spaß daran, neue Sachen auszuprobieren und zu lernen. 

Der Spaß und die Freude sollten bei allem „Alltagsernst“ erhalten bleiben. Im Sinne des psychologischen Phänomens der sich selbst erfüllende Prophezeiung – nach dem Motto: Wenn man nur lang genug davon spricht, erfüllt sich diese – sollte sich die Familie zuerst auf das Positive konzentrieren und darüber sprechen, was schön an der Schule war und ist. Danach dürfe gern auch konstruktive Kritik angebracht werden.

Aus Misserfolgen lernen

Schnell stellt sich Enttäuschung ein, wenn Schulkinder nicht wie erwartet abschneiden. Nicht nur, dass sie selber traurig sind und sich schämen, auch Eltern neigen dazu, ihrer Enttäuschung Ausdruck zu verleihen. Gerade vor dem Übergang auf eine weiterführende Schule wächst der Druck auf die Grundschüler so manchmal ins Unermessliche.

Dabei vergessen Eltern oft, dass auch Niederlagen zum Leben gehören. „Eine schlechte Note stellt keinen Beinbruch dar und kann passieren“, meint die Medizinerin. Der adäquate Umgang mit Misserfolgen zähle zu den wertvollsten kindlichen Erfahrungen.

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Sowohl Mütter und Väter als auch Kinder müssten eine gesunde Einstellung zu Leistungen aufbauen und regelmäßig die eigenen Erwartungen überprüfen. Niemand könne überall perfekt sein. „Darum sollten die Eltern Stärken fördern und ihre Kinder ermutigen, niemals aufzugeben“, sagt Ulla Lieser.

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