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Der Abriss geht weiter

Das nächste Bröckelhaus in Sebnitz fällt. Dieses Mal könnte es richtig teuer werden.

© Steffen Unger

Von Dirk Schulze

Sebnitz. Am alten Sitz des VEB Kunstblume in Sebnitz macht der Bagger jeden Tag sichtbare Fortschritte. Gut die Hälfte der zum Abbruch freigegebenen Gebäudeteile ist schon weg. Nur wenige Meter entfernt von der einst riesigen Blumenfabrik steht auf der Weberstraße ein eher unscheinbarer Zweigeschosser. Auch hier soll auf Beschluss des Stadtrats noch in diesem Jahr ein Abrisstrupp anrücken. Die Arbeiten könnten im Verhältnis gesehen aber ungleich teurer werden.

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Für den alten Fabrikkomplex des VEB Kunstblume stehen bisher inklusive bewilligter Nachträge gut 230 000 Euro für Abbruch und Entsorgung zu Buche. Das kleinere Wohnhaus Weberstraße 12 loszuwerden, soll ungefähr halb so viel kosten – laut Schätzung rund 113 000 Euro. Und das, obwohl das Haus nur ein Bruchteil so groß ist wie die alte Blumenfabrik. Das Gebäude sei vorab von einem Planungsbüro begutachtet worden, erklärte Bauamtsleiter Carsten Engel auf Nachfrage von Linken-Stadtrat Rainer Böhme in der Stadtratssitzung. Es sei nicht auszuschließen, dass das Ganze sogar noch teurer werde.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass es sich um ein Doppelhaus handelt. Die eine Hälfte ist saniert und bewohnt. Sie soll natürlich unangetastet bleiben. Nur der seit über 20 Jahren leerstehende und dementsprechend marode Teil kommt weg. Um die gut erhaltene Substanz nicht zu gefährden, müssen die beiden Haushälften sauber voneinander getrennt werden. Beim ungleich größeren VEB Kunstblume hatte genau das Mehrkosten verursacht. Ein Termin für den Abriss der Weberstraße 12 steht noch nicht fest. Die Kosten bleiben nur zum Teil an der Stadt hängen. Bis zu 90 Prozent werden über Fördermittel aus dem Landesbrachenprogramm finanziert. Steuergelder sind es allesamt.

Ein Eigentümer kann für den Zustand der Ruine nicht mehr belangt werden. Die Immobilie gilt seit 2014 als herrenlos, die Stadt Sebnitz hat sie bereits mit dem Ziel des baldigen Abrisses übernommen. Der Denkmalschutz hatte in diesem Fall keine Einwände und hob den Schutzstatus auf.