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Dresden

Der Angeklagte schweigt weiter

Im Prozess um den Mord an zwei kleinen Mädchen sind noch nicht alle Fragen beantwortet.

Der Fall wird zurzeit im Dresdner Landgericht verhandelt.
Der Fall wird zurzeit im Dresdner Landgericht verhandelt. © Fabian Schröder

Aus dem Gerichtssaal

Man könnte meinen, der Fall ist klar. Auf Mord aus besonderer Grausamkeit, aus Heimtücke und niederen Beweggründen kann es nur lebenslänglich geben. Doch das Landgericht Dresden hat am Donnerstag im Prozess gegen den 56-jährigen Mosambikaner Eduardo A. die Mordkommission mit Nachermittlungen beauftragt.

A. soll im Juli 2018 seine beiden Töchter brutal getötet haben. Die beiden drei und sechs Jahre alten Mädchen waren an jenem Nachmittag bei ihrem Vater. Alle 14 Tage durfte er nach der Trennung von der Familie das Umgangsrecht ausüben. Seit Ende März läuft der Prozess vor der Schwurgerichtskammer.  Auch wenn die Beweislast erdrückend ist, hat sich Eduardo A. in dem Prozess noch nicht geäußert, weder zur Tat, noch zu seinem Leben.  „Vor allem seine Jugend ist für uns wie eine black box“, sagte Staatsanwalt Till von Borries.

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Anfang der 80er-Jahre kam A. als Vertragsarbeiter in die damalige DDR, nach der Wende machte er eine Ausbildung zum Krankenpflegehelfer und hat in dem Beruf lange gearbeitet. Vergangene Woche wurde bekannt, dass A. zwei Kinder mit einer deutschen Frau haben soll. Das berichtete seine Noch-Ehefrau, Mutter der beiden toten Mädchen, als Zeugin. A. hatte die 35-jährige Mosambikanerin im Januar 2011 geheiratet, 2014 habe er sie nach Deutschland geholt, wo bald die zweite Tochter zur Welt gekommen sei. Interessant ist, dass auch die Ehefrau nichts über die Kindheit und Jugend ihres Mannes aussagen konnte. Sie berichtete von einer Ehe, die nicht mehr funktioniert habe, von A.s Alkoholproblemen und dass er ihr 2000 Euro gestohlen habe – Geld, mit dem sie mit ihren Kindern offenbar zurück nach Mosambik wollte. Sechs Stunden wurde die Zeugin vernommen. Ein Gerichtssprecher begündete die für die Zeugin belastende Befragung damit, dass man der Frau ein erneutes Erscheinen habe ersparen wollen. 

Danach hatte das Gericht noch offene Fragen. So sollen die Beamten nun klären, wie oft A. in der Vergangenheit nach Mosambik gereist war und was er am Tattag neben vielen Flaschen Bier noch eingekauft hat. Aus den Angaben könne der Todeszeitpunkt der Kinder eingegrenzt werden, sagte der Vorsitzende Richter Herbert Pröls. Der Prozess wird fortgesetzt.