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Bauen und Wohnen

Der Ausbau des Internets in Deutschland

Fast jeder Mensch nutzt es, doch vielerorts ist es nicht in ausreichender Geschwindigkeit verfügbar.

© Pixabay

Die Rede ist vom Internet. Höchste Zeit, zu fragen: Wie steht Deutschland im weltweiten Vergleich in Sachen Internetgeschwindigkeit da? Und welche Pläne gibt es für den Internetausbau?

Ob E-Mails verschicken, Business-Meetings via Videokonferenz, den nächsten Urlaub buchen oder das Streamen des neuesten Blockbusters: Für viele Menschen ist ein Leben ohne Internet heutzutage kaum mehr denkbar. Doch wenn es um schnelles Internet geht, wird Deutschland seinem Ruf als wirtschaftsstarkes Land nicht gerecht. Bei der Internetgeschwindigkeit liegt Deutschland im weltweiten Vergleich gerade mal auf Platz 31. Der erste Platz geht an Singapur, wo Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 199,6 Mbit/s erreicht werden. Während Singapur im Vergleich zu 2017 nochmal zulegte, driftete Deutschland weiter ab.

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Fragt man Torsten Gerpott, Professor für Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, sieht er die Schuld vor allem bei der Bundesregierung. Während Fördermittel für den Internetausbau in anderen Ländern relativ früh bewilligt wurden, rief Deutschland erst 2015 ein Förderprogramm mit vier Milliarden Euro auf den Plan. Doch in einigen Regionen gibt es auch gute Nachrichten. So will etwa der Energieversorger Enso unterversorgte Gebiete im Landkreis Löbau mit Breitbandinternet versorgen.

Momentan tut sich beim Internetausbau einiges. Schon längst nicht mehr gehört der Telekommunikationsriese Telekom zu den alleinigen Optionen für einen Internetanschluss. Das Businesscenter Vodafone etwa bietet deutschlandweit Mobilfunk, LTE, DSL, Kabelinternet, Kabelfernsehen, IPTV und Festnetztelefonie an.

Ausbau mit staatlicher Unterstützung

Unterdessen gibt es Pläne von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), um den Internetausbau deutschlandweit schneller voranzutreiben. Internetanbieter, Markt-Experten und Finanzinvestoren warnen jedoch davor, dass sich die Bundesregierung zu stark einmischen könnte. Scheuer plant, die alternde digitale Infrastruktur mit staatlicher Unterstützung schneller zu erneuern. So sollen auch Gebiete Subventionen erhalten, die momentan als gut versorgt gelten. Regionen, in denen die Geschwindigkeit bei weniger als einem Gigabit liegt, sollen gefördert werden. Dieses Vorhaben wirft die Frage auf, wie weit sich der Staat in den Breitbandausbau einmischen darf.

Förderprogramm bis 2025

Pläne gab es in den letzten Jahren viele, doch konnten die meisten Ziele nicht erreicht werden. Das soll sich nun ändern. Ein komplett neu aufgelegtes Förderprogramm verspricht das Erreichen neuer Ziele. Hierfür wurden in den meisten Kommunen eigene Breitbandkoordinatoren eingesetzt. Sie sollen sich darum kümmern, die Fördergelder vom Bund zu beantragen.

Für schnelles Internet setzt man in Deutschland auf Glasfasernetz. Hierfür müssen in vielen Regionen jedoch erst mal die benötigten Kabel verlegt werden. Dabei müssen einige Hürden überwunden werden. Dazu gehört nicht nur die Antragstellung auf den Erhalt von Fördergeldern, sondern auch Ausschreibungsverfahren und Vertragsverhandlungen mit den Unternehmen, welche die Glasfaserkabel verlegen sollen.

Fazit: Zukunft des Internets ungewiss

Wird der flächendeckende Ausbau bis 2025 gelingen? Experten sind skeptisch. So kommt eine Studie des Bundesverbands für Breitbandkommunikation zu dem Schluss, dass unter den aktuellen Umständen höchstens die Hälfte aller deutschen Haushalte mit Glasfaser ausgestattet werden kann. Das Verkehrsministerium zeigt sich jedoch optimistisch und geht davon aus, die gesteckten Ziele erreichen zu können. Bleibt abzuwarten, wer Recht behalten wird.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Carla Stein.